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campus sursee - Die Schweizer Baumeister verfügen heute in der Zentralschweiz über das grösste und modernste private Ausbildungszentrum des Landes.

Vision wurde Wirklichkeit

Aktualisiert am Freitag, 26. Oktober 2012

Der Anfang war schweizerisch bescheiden: 1962 hatten die Verantwortlichen der Maurer-Lehrhalle in Sursee die visionäre Idee, eine gesamtschweizerische Bauausbildungsstätte zu schaffen. Mit tatkräftiger Unterstützung von Willy Messmer, dem damaligen Präsidenten des Schweiz. Baumeistverbandes (SBV), wurde das Projekt vorangetrieben. Die erste Etappe kam 1972 zum Abschluss, als in der Nachbargemeinde Oberkirch das kleine, aber feine Ausbildungszentrum des SBV (AZ SBV) eingeweiht wurde. «Damit wurde das Fundament für eine Bildungsinstitution gelegt, welche die Volkswirtschaft unbedingt brauchte und die für die Baubranche sinnstiftend war», betonte der heutige Zentralpräsident des SBV, Werner Messmer, letzte Woche an der Feier zum 40. Jubiläum. «Unsere Vorgänger wussten, dass die Bildung die edelste aller Aufgaben ist und handelten entsprechend grosszügig.»

Mühsame Gehversuche

Die Jubiläumsgala bot einem zahlreichen Publikum Gelegenheit, allerlei Interessantes über die «Pionierzeit» zu erfahren. So berichteten etwa die Absolventen der allerersten Baumeisterklasse - darunter waren auch Werner Messmer und der Aargauer alt Regierungsrat Ernst Hasler - über die mühsamen Gehversuche mit der neuartigen Ganztagesschule. Die «Pioniere» waren sich einig, dass die revolutionären Lerninhalte (neben viel Technik auch Betriebswirtschaft) nicht besser hätten sein können. «Wir haben in Sursee gelernt, was man von einem Patron erwartet», fasst ein Ehemaliger prägnant zusammen.

Riesiges Ausbauvorhaben

Ein zweiter Meilenstein in der Entwicklung der «Maurer-Universität», wie das AZ SBV bald genannt wurde, konnte 2005 gesetzt werden. Die SBV-Delegierten sprachen sich - ohne Gegenstimme! - für eine massiven Um- und Ausbau in Sursee aus. «Das war die zweite Vision, ohne die es keine Zukunft gegeben hätte», sagt heute Werner Messmer. Konkret hiess das Investitionen von über 100 Millionen Franken in die Infrastruktur des Zentrums. Seither wird auf dem Gelände gebaut; heute sind rund zwei Drittel der Vorhaben realisiert, Schluss dürfte im Sommer 2013 sein.

«Lernen ⁄ Leben ⁄ Erleben»

2006 wurde die Marke Campus Sursee in seiner heutigen Form als Seminar- und Tagungszentrum lanciert. Unter dem Motto «Lernen/Leben/Erleben» wurden aktiv neue Kunden auf dem Seminarmarkt angesprochen. Entsprechend wurde eine vielseitige Infrastruktur aufgebaut. 2008 konnte der 500 Personen fassende Konferenzsaal eingeweiht werden, seit 2009 besteht eine Anbindung an den öffentlichen Verkehr: Das Hotel-, Restaurations- und Erholungsangebot wurde grosszügig erweitert; für die Gäste gibt es gegen 400 Zimmer, ein Hallenbad, mehrere Computer-, Spiel- und Fitnessräumlichkeiten - und sogar ein Kino!

Sogar Skilehrer als Gäste

Seit 1972 haben über 200 000 Bauleute Schulungen und Weiterbildungen in Sursee absolviert. Heute bieten rund 350 Lehrkräfte an die 180 Weiterbildungslehrgänge an, die alljährlich von mehr als 10 000 Personen besucht werden. Und immer mehr «Branchenfremde» konzentrieren ihre Bildungsstätigkeit auf den Campus Sursee. Die Gründer um Willy Messmer hätten sich wohl kaum vorstellen können, dass in Sursee dereinst auch die Skilehrer die Schulbank drücken würden… Lu

 
 
 
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