Publiziert am: Freitag, 10. Februar 2017

«Wer nicht aufspringt, wird überholt»

Helpy-Experten

Auf der Webplattform helpy empfiehlt die Stiftung KMU Schweiz ein Panel an ausgewiesenen Fachexperten zu den wichtigsten Fragestellungen für KMU. Im Vorfeld werden die einzelnen Experten kurz vorgestellt:

Thomas Argast, Management Consulting, IT-Beratung und Automation, 
Dipl. El. Ing FH/STV, MBM; Advanced Master

Schweizerische Gewerbezeitung: Sie kennen sich gut mit den Prozessen eines KMU aus. Wie bereitet sich ein KMU effizient auf die digitale Transformation vor?

 Thomas Aargast: Die digitale Transformation ist ein stetiger Prozess. Erst muss man sich im Klaren sein, was der digitale Kunde benötigt. Der Kunde wird immer mehr mit den Geschäftsprozessen verbunden, um einen Mehrwert zu generieren. Dieser Mehrwert soll für die Unternehmung günstig sein und ihnen wertvolle Informationen über die Kunden liefern. Daraus können auch neue Produkte und Dienstleistungen entstehen. Der Prozess selbst besteht aus fünf Hauptschritten mit je zwei Subschritten. Der erste und zweite Schritt sind die wichtigsten – Bedarfs­klärung und Analyse.

Was sind die grössten Herausforderungen für ein KMU bei der Digitalisierung im Betrieb?

 Die grösste Herausforderung ist, die Erkenntnis zu erlangen, dass der Kunde sich digital verändert und daraus die nötigen Schlussfolgerungen zu ziehen, wie die Unternehmung angepasst und verändert werden muss. Die Informationstechnologie geht sehr schnell voran. Die Herausforderung ist dabei, mitzuhalten und den entscheidenden Schritt nicht zu verpassen.

 

Wie geht die KMU-Wirtschaft mit den neuen Technologien um? Welche Erfahrungen haben Sie da gemacht?

  Viele KMU wissen um die Digitalisierung, sie haben aber das Gefühl, dass sie bereits gut aufgestellt sind, wenn sie eine Homepage haben. Sie kennen leider oft ihre Prozesse zu wenig, und vor allem verstehen sie den digitalen Kunden zu wenig. In der Schweiz stehen die KMU eher zögerlich der neuen Technik gegenüber und vergeuden so wertvolle Zeit.

 

Welche Dienstleistungen bieten Sie sonst noch an?

  Unsere Dienstleistungspalette ist breitgefächert und umfasst die gesamte Unternehmung. Dies beinhaltet die Analyse der Kundenbedürfnisse und der Prozesse sowie Strategieanpassung und deren Auswirkung auf das operative Geschäft. Dazu gehören auch der Mitarbeiter, die Evaluation von Systemen für die Digitalisierung, das Schreiben von Software für Schnittstellen und das Erfassen und Auswerten von Daten. Kurz gesagt, wir bieten Support bei allem, was mit der Informationstechnologie in der Administration und der Produktion zusammenhängt: vom Aktor und Sensor bis zur Leittechnik und vom Kundenkontakt bis zum «After Sale».

 

Welche Chance bieten die digitale Transformation und die Industrialisierung der KMU-Wirtschaft?

  Es ist ein «Must». Wer nicht auf diesen Zug auf-
springt – er fährt bereits – der wird in den nächsten Jahren überholt werden. Die Unternehmung verschwindet oder wird übernommen werden. Doch für die, die die Digitalisierung angehen, für die besteht die Chance, weiter erfolgreich zu existieren und zu wachsen.Interview: CR