Publiziert am: Freitag, 20. Februar 2015

700 000 Personen täglich

ZOLL – Das Grenzwachtkorps verzeichnete im Jahr 2014 im Bereich der Migration einen Rekordwert bei den rechtswidrigen Aufenthalten und bei den Fällen von Schlepperkriminalität.

«Das Jahr 2014 war in allen Bereichen intensiv – vor allem aber in der Migration und bei der Bekämpfung der grenzüberschreitenden Kriminalität sowie des organisierten Schmuggels», sagt Oberzolldirektor Rudolf Dietrich. Im Vergleich zum Vorjahr stellte das Grenzwachkorps (GWK) bei den rechtswidrigen Aufenthalten eine Zunahme um 19 Prozent fest. Die höchsten Zahlen weist nach wie vor das Tessin auf. 6347 Personen stellten ein Asylgesuch. 2013 waren es noch 5339. Zugenommen haben auch die Fälle von Schlepperkriminalität. «Absolute Freiheit und Sicherheit sind nicht miteinander zu haben. Mit diesem Zielkonflikt leben Zoll und Grenzwachtkorps seit jeher: Menschen, die reisen, möchten am liebsten überhaupt nicht kontrolliert werden», so Dietrich.

Mehr verbotene Waffen

Laut Dietrich überqueren täglich rund 700 000 Menschen die Landesgrenze. Davon fasste das GWK rund 10 Prozent mehr ausgeschriebene Personen, als dies noch 2013 der Fall war. 3566 von ihnen hatten ein Einreiseverbot und 5771 waren zur Verhaftung ausgeschrieben.

In 2730 Fällen zog das GWK verbotene Waffen aus dem Verkehr. Das sind 15 Prozent mehr als im Vorjahr. Weiter intervenierte das GWK in 524 Fällen, bei denen der Verdacht bestand, dass es sich um Deliktsgut handelt. «Jedes Jahr werden Hunderte Tonnen von Lebensmitteln in unser Land geschmuggelt – und Millionen an Steuern hinterzogen. Die Bekämpfung des Schmuggels ist für Schweizer Firmen existenziell, besonders in den Grenzregionen», so Dietrich. Das Gewerbe habe es schwer, gegen die ausländische Konkurrenz zu bestehen. Es müsse gegen die tieferen Preise in den Nachbarländern kämpfen und neuerdings auch gegen den günstigeren Euro.

Weniger Markenfälschungen

Bei den sichergestellten Betäubungsmitteln verzeichnete das GWK eine markante Zunahme bei Marihuana und Heroin, hingegen eine Abnahme beim Kokain.

Der Schweizer Zoll stellte zudem rund 21 Prozent weniger gefälschte Markenartikel sicher. Bei den illegalen Medikamentenimporten nahm die Anzahl der beschlagnahmten Sendungen zu. An der Spitze stehen mit 53 Prozent Erektionsförderer vor Schlaf- und Beruhigungs- sowie Schlankheitsmitteln.

«Pro Tag haben unsere Mitarbeitenden 65 Millionen Franken Einnahmen erzielt, darunter drei Fälle mit Diebesgut oder Einbruchsmaterial, 51 gefahndete Personen angehalten, fünf gefälschte oder nicht zustehende Ausweise beschlagnahmt, sieben verbotene Waffen und sieben Kilogramm Drogen sichergestellt, 39 rechtswidrige Aufenthalte festgestellt sowie fünf Sendungen mit verbotenen Medikamenten und Dopingpräparaten sowie 88 gefälschte Markenartikel aus dem Verkehr gezogen», so Dietrich.

Einnahmen

Rund 500 Millionen weniger als 2013

2014 hat die EZV rund 23,6 Mia. Franken eingenommen – ungefähr einen Drittel der Gesamteinnahmen des Bundes. Dies entspricht einem Rückgang von 500 Mio. Franken. Die grössten Einnahmeposten darunter sind die Mehrwertsteuer (11,7 Mia. Franken), die Mineralölsteuer (4,9 Mia. Franken) und die Tabaksteuer (2,25 Mia. Franken). Leicht rückläufig war auch der Wert der in die Schweiz eingeführten Waren (185,7 Mia. Franken).