Publiziert am: 18.09.2015

Acht Regeln für mehr Sicherheit

ARBEITSSICHERHEIT – Der «Sicherheitsmeter» von JardinSuisse, Unternehmerverband Gärtner Schweiz, will die Lernenden von 
Anfang an für die Arbeitssicherheit und den Gesundheitsschutz sensibilisieren. Plakate und Flyer gehören ebenfalls zum Konzept.

Wie bringen wir den Lernenden vom ersten Tag an das wichtige Thema Arbeitssicherheit und Gesundheitsschutz nahe? Diese Frage stellten sich die Verantwortlichen des entsprechenden Bereiches von JardinSuisse und fanden folgende Antwort: Mit dem «Sicherheitsmeter».

Einerseits verbirgt sich dahinter ein umfassendes theoretisches Schulungs- und Begleitungsprojekt, das die Lernenden instruiert, informiert und zu Botschaftern der Arbeitssicherheit machen soll. Andererseits wird spürbar, dass das Konzept von Praktikern entwickelt wurde; von Leuten, die wissen, was «draussen» läuft und was effektiven und nachhaltigen Nutzen bringt: Mit dem Meter und seinen aufgedruckten Regeln haben die Lernenden die Sicherheit sozusagen immer dabei.

Mit den ersten ÜKs im August ist das Projekt mehr als erfolgreich gestartet. «Ich habe nun immer etwas in der Hand, mit dem ich Schritt für Schritt überprüfen kann, ob mein Vorgehen richtig ist», erklärt ein Lernender nach der Instruktion begeistert, «und einen Meter braucht man sowieso immer.»

Was Hänschen nicht lernt

Als Leiter des Bereiches Arbeitssicherheit und Gesundheitsschutz von JardinSuisse hatte sich Erich Affentranger zum Ziel gesetzt, innerhalb des Gesamtkonzeptes «Verhaltens­orientierte Arbeitssicherheitskultur» besonderes Augenmerk auf die Lernenden zu legen. «Unser Ziel ist es, alle Ebenen eines Betriebes für dieses wichtige Thema zu sensibilisieren. Aber wenn sich ein Lernender vom ersten Tag an richtig verhält, haben wir für die Zukunft der Branche sehr viel Gutes geleistet.»

Affentranger hat in seiner Hauptfunktion als Leiter des Bildungszentrums Gärtner in Pfäffikon ZH tagtäglich mit Lernenden zu tun und weiss daher sehr genau, wie man diese für ein Thema begeistern kann. «Ich wollte den jungen Leuten neben der theoretischen Instruktion etwas Praktisches in die Hand geben, das sie immer dabei haben – so entstand die Idee für den Meter», erklärt er. Aber was genau ist dieser «Sicherheitsmeter»? Auf der einen Seite ist es ein ganz normales, klappbares Metermass – ein «Meter» eben. Auf der anderen jedoch findet man oberhalb des Masses die acht Grundregeln der Arbeitssicherheit und des Gesundheitsschutzes (s. Kasten), die unbedingt erfüllt sein müssen, bevor mit der Arbeit begonnen wird. «Der Meter» unterstützt die Lernenden dabei, sicheres Verhalten, Systematik und Selbstständigkeit zu lernen. Von Anfang an und immer wieder korrekt handeln, bis das richtige Verhalten in Fleisch und Blut übergegangen ist und man nicht mehr überlegen muss – dies das Ziel der Übung. Eine Erleichterung ist der Meter zudem auch für die Berufsbildner: Sie können immer wieder auf die geltenden Regeln verweisen. Für die Berufsbildner gibt es zudem regelmässig spezielle Informationsanlässe, um die Nachhaltigkeit der Massnahmen zu überprüfen und zu sichern.

Umfassendes Schulungskonzept

Doch der «Sicherheitsmeter» steht nicht allein als Instrument zur Verfügung. Heinz Hartmann, Bereichsleiter Berufsbildung bei JardinSuisse, erklärt: «Der Sicherheitsmeter ist eingebettet in ein umfassendes Schulungskonzept mit Plakaten und Flyern.» Das heisst konkret, dass das Thema Arbeitssicherheit und Gesundheitsschutz ab sofort schweizweit in den üKs einen festen Platz hat. Mithilfe von Plakaten werden den Lernenden die Regeln erläutert und vermittelt. Die Plakate sind klar und ansprechend gestaltet, die Texte wurden bewusst kurz und kompakt gehalten, Fotos oder Illustrationen zeigen, worauf es ankommt. Die Plakate zeigen ausserdem auf, wie vorzugehen ist, welche Fragen geklärt sein müssen, was die Folgen unsicherer Handlungen sein können und welchen Nutzen der Lernende aus dem richtigen Verhalten zieht. Einen Flyer mit identischem Inhalt erhält jeder Lernende als Theoriebegleiter.

der «SICHERHEITSMETER»

In folgenden acht Schritten werden die Lernenden der Gärtnerbranche mit dem Thema «Sicherheit» vertraut gemacht:

n Ich kenne die Arbeit und wurde dafür instruiert.

n Ich arbeite immer mit der nötigen persönlichen Schutzausrüstung (PSA).

n Ich bediene Maschinen und Geräte vorschrifts­gemäss.

n Ich plane und organisiere meinen Arbeitsplatz.

n Ich halte Ordnung am Arbeitsplatz.

n Ich gefährde mich und die anderen nicht.

n Ich halte mich immer an die Sicherheitsregeln.

n Ich fühle mich kompetent, die Arbeit auszuführen.