Publiziert am: 04.07.2014

«Alle Kassen sind voll risikofähig»

PROPARIS IN ZAHLEN – Sicherheit nochmals deutlich verbessert: Der Deckungsgrad stieg um mehr als ein Prozent auf 108,67 Prozent. Die Gesamtrendite beträgt rund 3,6 Prozent.

Gewohnt souverän navigierte der stellvertretende proparis-Geschäftsführer Jean-Claude Bregnard an der Stiftungsversammlung durch die Zahlen des Geschäftsjahres 2013. Im Vergleich zum Vorjahr konnte die Vorsorgestiftung ihren Ertragsüberschuss weiter erhöhen und eine für die gegebenen Verhältnisse «sehr gute Gesamtrendite von zirka 3,6 Prozent» erwirtschaften. Nach wie vor sei der Schadensverlauf «sehr positiv». Als Resultat stieg der Deckungsgrad um mehr als ein Prozent auf 108,67 Prozent. «Die 13 bei proparis angeschlossenen Vorsorgewerke konnten somit die den Destinatären gebotene Sicherheit zum fünften aufeinanderfolgenden Jahr nochmals deutlich verbessern», stellte Bregnard fest.

Mehr Eigenkapital

Die Stärkung des gesetzlichen Deckungsgrads um 1,17 Prozent drückt sich auch in der Zunahme des Eigenkapitals aus: Es stieg um fast 76 Millionen auf beinahe 429 Millionen Franken an und fiel damit so hoch aus wie noch nie seit der Einführung der FER-Rechnungslegungsnormen im Jahr 2005. Die Freien Mittel nahmen um 50 Millionen auf gut 263 Millionen Franken zu. «Diese Überdeckung von 5,16 Prozent gemäss dem internen Deckungsgrad 2 drückt die sehr hohe Risikofähigkeit der proparis-Kassen aus», freute sich Bregnard. «Für die Verantwortlichen in den Vorsorgewerken ist es beruhigend zu wissen, dass jede Kasse finanziell in der Lage ist, bei Bedarf zusätzliche Massnahmen zu ergreifen, um auf den in einer längeren Schönwetterphase tendenziell härter werdenden Konkurrenzkampf zu reagieren.»

«Systemfremde Umverteilung»

Kritische Gedanken machte sich der proparis-Rechnungsführer zu den Kosten der Solidarität der Aktiven für die Rentner. Die zweite Säule entwickle sich «immer mehr zu einer systemfremden Umverteilungsmaschine». Die Quersubventionierung von Rentenleistungen zulasten der aktiven Versicherten beliefen sich in der Rechnung 2013 auf gut 13 Millionen – Geld, das nicht als Zinsüberschuss für andere Zwecke zur Verfügung steht. «An diesem Umverteilungsmechanismus wird sich so schnell nichts ändern», sagte Bregnard. «Im Gegenteil: Ab dem 1. Januar 2015 wird die in der Rückversicherung angekündigte Senkung des überobligatorischen Umwandlungssatzes diese Quersubventionierung nochmals verstärken.»

Sehr erfreulicher Ausblick

Dennoch konnte Bregnard unter dem Strich viel Positives vermelden. «Das Anlagejahr 2013 war geprägt von Verlusten an den Obligationenmärkten und in den indirekten Immobilienanlagen (wovon die proparis nicht betroffen war) sowie hohen Renditen auf den Aktienpositionen. Entsprechend fielen die Anlageresultate im letzten Jahr sehr unterschiedlich aus. Je höher der Aktienanteil, desto besser war die Rendite im Jahr 2013.»

Und der Ausblick auf das laufende Geschäftsjahr sei «sehr erfreulich»: Ein Gesamtüberschuss von fast 
73 Millionen Franken lässt mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit auf einen positiven Rechnungsabschluss 2014 schliessen. Anders ausgedrückt: Würden diese 73 Millionen zum ausgewiesenen Eigenkapital von 428 Millionen Franken addiert, erhöhte dies den gesetzlichen Deckungsgrad per Ende 2013 nochmals – auf über 110 Prozent. Mit der heute vorhandenen Substanz positioniert sich proparis damit mehr denn je als sichere und zuverlässige Anbieterin auf dem Markt der beruflichen Vorsorge. Die Sicherheit der Vorsorgegelder sowie zusätzlich die Risikofähigkeit der Vorsorgewerke konnten in den letzten fünf Jahren auf hohem Niveau deutlich verstärkt werden. «Das Geschäftsjahr 2013 hat zudem auch deutlich aufgezeigt», so Bregnard, «dass es unter dem konservativ angehauchten Stiftungsmantel der proparis durchaus möglich ist, mit etwas mehr Eigenverantwortung und einer etwas höheren Risikobereitschaft konkurrenzfähige Renditen zu erwirtschaften.» Und die Zahlen belegten, «dass ein gesunder Mix zwischen einem hohen Sicherheitsniveau und attraktiven Konditionen kein Ding der Unmöglichkeit ist». En

Altersvorsorge 2020

Mission impossible?

Jürg Brechbühl, Direktor des Bundesamtes für Sozialversicherungen, präsentierte der Stiftungsversammlung die Ideen des Bundesrates zur Altersvorsorge 2020. «Ihr Job im Rahmen des Grossprojekts Altersvorsorge 2020 grenzt an eine Mission impossible», begrüsste ihn proparis-Präsident Hans-Ulrich Bigler. Brechbühl skizzierte die drei grossen Herausforderungen der schweizerischen Altersvorsorge – steigende Lebenserwartung, alternde Bevölkerung und tiefe Zinsen – und stellte fest: «Heute stehen wir vor einem Scherbenhaufen.» Alle bisherigen Lösungsversuche seien gescheitert; «wir wissen bloss, was Parlament und Stimmbürger nicht wollen.» Eine Angleichung des Rentenalters für Männer und Freuen sowie die Senkung des «viel zu hohen» Mindestumwandlungssatzes von 6,8 Prozent seien ebenso umstritten wie die Erhöhung der Mehrwertsteuer zugunsten der AHV. Brechbühl stellte in Aussicht, dass die Botschaft ans Parlament bis Ende 2014 erfolgen werde. Die Altersvorsorge 2020 wird demnach Stoff für heisse Diskussionen im Wahljahr 2015 liefern. En