Publiziert am: Freitag, 10. November 2017

Arbeit braucht Flexibilität

ARBEITSMARKT – Das über 50-jährige Arbeitsgesetz muss modernisiert werden. Der sgv fordert deshalb zahlreiche Massnahmen zur Anpassung des Arbeitsrechts an heutige Gegebenheiten.

Das in der Schweiz geltende Arbeitsrecht stammt aus dem Jahr 1964. Mit anderen Worten: Es ist mehr als ein halbes Jahrhundert alt. Seither haben sich die Zeiten geändert – gerade auch, was das Arbeiten betrifft. Das veraltete Arbeitsgesetz belastet die Unternehmen mit unnötigen Vorschriften und schränkt so ihren Handlungsspielraum ein. «Ein flexibler Arbeitsmarkt ist für unsere Volkswirtschaft ein wesentlicher Erfolgsfaktor», betonte sgv-Präsident und SVP-Nationalrat Jean-François Rime vor den Medien in Bern. «Wollen wir unser Erfolgsmodell nicht gefährden und langfristig Arbeitsplätze sichern, muss das Arbeitsgesetz dringend von unnötigen und überholten Regulierungen befreit werden», so Rime weiter. Deshalb fordert der Schweizerische Gewerbeverband sgv den Abbau unzeitgemässer Regulierungen bezüglich Arbeits- und Ruhezeiten, bei den Pausenvorgaben oder bei den Höchstarbeitszeiten.

Anhebung der Höchstarbeitszeit

Auch aus Sicht von Hans-Ulrich 
Bigler, Direktor des Schweizerischen Gewerbeverbands sgv, müssen 
die Wettbewerbsbedingungen der Schweiz gestärkt werden – gerade im Zusammenhang mit einem veränderten Arbeitsumfeld. «Die moderne Ar-beitswelt ist flexibel und nicht mehr ausschliesslich an den Arbeitsplatz in der Firma gebunden. Das gilt ins-besondere im wachsenden Dienst-leistungsbereich, aber auch in kun-denorientierten, gewerblichen Branchen», so der FDP-Nationalrat. Dem sei Rechnung zu tragen. «Wir fordern, dass die Höchstarbeitszeit von 45 Stunden auf 50 Stunden pro Woche angehoben wird.»

Modernere Arbeitszeitmodelle begrüsst auch TreuhandSuisse. «Das heutige Arbeitsgesetz ist bei uns Treuhänderinnen und Treuhändern nicht mehr praktikabel», untermauert FDP-Nationalrätin und Präsidentin von TreuhandSuisse Daniela Schneeberger die Forderung nach einer Anhebung der Höchstarbeitszeiten. «Wir brauchen zugunsten der Arbeitgeber und der Mitarbeitenden mehr Flexibilität.»

 

Flexible Pausen- und Ruhezeiten

Auch das Baugewerbe fühlt sich zusehends von einem veralteten Arbeitsgesetz ausgebremst. «Für das Bauhauptgewerbe ist eine möglichst flexible Regelung der Arbeitszeit im Arbeitsgesetz und in unserem Landesmantelvertrag zentral», hält Gian-Luca Lardi, Präsident des Schweizerischen Baumeisterverbands, fest.

SVP-Nationalrätin Sylvia Flückiger-Bäni fordert, dass KMU nicht mehr durch Regulierungen ausgebremst werden dürfen, die eigentlich auf grössere Organisationen ausgelegt sind. Auch brauche es auf Verordnungsebene Flexibilisierungen beipielsweise bei Pausen- und Ruhezeitenregelungen, sagt Flückiger.CR

SEiTE 7

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