Publiziert am: Freitag, 11. Dezember 2015

Auf Schweizer Verhältnisse gestutzt

Aktueller Test – Mercedes-Benz verkleinert seine Brummis Antos, Arocs und Actros in der ­Breite und den Arocs auch in der Höhe.

Früher mussten alle ausländischen Lastwagenanbieter für die Schweiz extraschmale Ausführungen bauen. Unsere Gesetze liessen die im Ausland möglichen 2,5 Meter Breite nicht zu. War auch gut so, denn unser Wegnetz war in den ersten sieben Dezennien des vergangenen Jahrhunderts noch nicht gut ausgebaut. Und weil es noch heute hinter den ­anderswo grosszügigeren Lösungen hinterherhinkt, finden die schmaleren ­Las­tentransporte immer noch ihre Abnehmer. Darum bietet Mercedes-Benz seine schweren Lastwagenbaureihen Antos (Verteilerverkehr), Arocs (Baustellen) und Actros (Fern- und Stückgutverkehr) nun wieder 
in der Gesamtbreite von bloss 2350 Millimetern an. Überall da, wo die 2,55 Meter breiten Fahrzeuge anecken, kommen die schmaleren Versionen locker durch. Viele Durchfahrtsbeschränkungen bei (Holz-)Brücken oder in Bergregionen die nur über serpertinenreiche Wege erreichbar sind, enge Dorfpassagen und knappe Verhältnisse auf Baustellen sorgen dafür, dass die deutlich schmaleren Fahrzeuge Vortritt haben. Auch öffentliche Stellen, wie Feuerwehr oder Winterdienst profitieren von diesem Angebot, wenn die örtlichen Verhältnisse dies sinnvoll erscheinen lassen. Praktisch alle technischen Optionen, die für die Normalos zu haben sind, stehen auch für die Schmalversionen zur Verfügung. Bei diesen unterscheiden sich lediglich die Achsbreite, das Chassis und das Fahrerhaus durch eine geringere seitliche Ausdehnung. Und selbstverständlich sind die hiesigen Fahrzeugaufbauer nicht verlegen, wenn ein schmales Chassis für einen individuellen Aufbau angeliefert wird. Ab sofort gibt es den Mercedes-Benz Arocs als Vierachser mit dem Motor OM 470. Daraus ergibt sich eine um 180 Millimeter reduzierte Gesamthöhe. Dies ermöglicht deutlich mehr Flexibilität bei der Wahl des An- und Aufbaus über der Fahrerkabine – aber auch bei beschränkter Durchfahrtshöhe.

Roland Hofer