Publiziert am: 22.11.2019

Aushandeln – dann «Paris» umsetzen

KLIMAPOLITIK – Im Dezember werden an der Klimakonferenz in Madrid die Regeln für die internationale Kooperation festgelegt. Danach soll es endlich an die Umsetzung gehen. Auch der Schweizerische Gewerbeverband ist wieder in der offiziellen Schweizer Delegation vertreten.

Vom 2. bis zum 13. Dezember 2019 findet in Madrid die 25. Klimakonferenz der Vereinten Nationen statt. Das Ziel: Das Übereinkommen von Paris umsetzungsreif zu machen. Wie bitte?

Das Klimaübereinkommen von Paris wurde bereits im Jahr 2015 verabschiedet. Umsetzungsreif ist es noch nicht. Die vergangenen Klimakonferenzen haben zwar einzelne Aspekte präzisiert und viele Regeln aufgestellt. Doch ein wichtiger – für die Schweiz sogar sehr wichtiger – Bereich fehlt noch: die internatio­nale Kooperation.

Keine Doppelzählungen

Hinter dieser internationalen Kooperation verbergen sich die Märkte für CO2-Zertifikate. Mit «Paris» werden sich solche Märkte weltweit etablieren. Dafür braucht es jedoch Regeln. Sie sollen den Markt seine Preissignale etablieren lassen und die Umweltintegrität gewährleisten.

Ganz wichtig für den Markt mit den CO2-Zertifikaten: Ein Land soll die Emissionsreduktionen nicht doppelt zählen können. Eine Tonne CO2 soll also nicht als eigenständige Reduktion angerechnet werden und gleichzeitig in Form eines Zertifikats einem anderen verkauft werden. Entweder das eine oder das andere.

«NICHT ALLE Länder MESSEN ihre CO2-Reduktionen.»

Im Prinzip wendet gegen dieses Verbot von Doppelzählungen auch niemand etwas ein. Es ist in der Praxis allerdings schwer, das Verbot umzusetzen. Nicht alle Länder messen CO2-Emissionen in Tonnen. Nicht alle Länder messen überhaupt ihre CO2-Reduktionen. Und selbst wenn: Die Messergebnisse werden sicher nicht publiziert. An diesen Differenzen scheiterte bereits die letztjährige Klimakonferenz im polnischen Katowice.

Agenda für das Jahr 2020 und die Rolle der Schweiz

Madrid steht weniger unter Druck als Katowice im Jahr 2018. Damals mussten verschiedene Bereiche des Pariser Abkommens verhandelt werden. In Madrid geht es in diesem Jahr eben vor allem um die inter­nationale Kooperation. Daneben stehen kleinere Themen auf der Agenda. Dazu gehören etwa das Verhältnis von Klimapolitik und nachhaltiger Entwicklung oder der Technologietransfer.

Die Schweiz möchte den Rhythmus von Klimakonferenzen drosseln. Wenn alles verhandelt ist, braucht es nicht jährlich eine Zusammenkunft von circa 20 000 Menschen. Die Schweiz geht mit gutem Beispiel voran und hat ihre Delegation verkleinert.

Der Schweizerische Gewerbeverband sgv wird wie schon in den Vorjahren in der offiziellen Schweizer Delegation vertreten sein (vgl. Kasten).

«Wenn alles verhandelt ist, braucht es nicht jährlich eine Zusammenkunft von 20 000 Menschen.»

Der sgv ist Träger der Schweizer CO2-Marktmechanismen und hat das entsprechende Wissen zur Umsetzung derjenigen. Denn genau darum geht es am Ende: Wenn die Regeln von «Paris» fertig ausgehandelt sind, werden alle Mechanismen des Übereinkommens umgesetzt.

Henrique Schneider, Stv. Direktor sgv

sgv in CH-delegation

Wie schon in den Vorjahren – namentlich im Jahr 2015 in Paris – ist der stellvertretende Direktor des Schweizerischen Gewerbeverbands sgv, Henrique Schneider, Mitglied der offiziellen Delegation der Schweiz.

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