Publiziert am: 05.07.2019

Bewährtes multiplizieren

SOCIAL FRANCHISING – Die berufliche Integration von Menschen in der Sozialhilfe steht in einem komplexen Spannungsfeld unterschiedlicher Ansprüche. Die Grundlagenwerk AG will mit einem noch kaum beachteten Ansatz – dem Social Franchising – eine Optimierung für alle Beteiligten erwirken.

Berufliche Integration ist eine komplexe Aufgabe, die weit über Bewerbungsbemühungen ausgeht. Dies vor allem, wenn es sich um Menschen handelt, bei denen gesundheitliche oder soziale Umstände den Eintritt in den Arbeitsmarkt erschweren.

Soll die Integration gelingen, muss solchen Umständen beim Arbeitseinstieg Rechnung getragen wer­-den. Dies bedingt geeignete Betriebe und Programme mit modulierba­-rem Arbeitsdruck, Qualifikationsmöglichkeiten und bedarfsweise Coaching. Die grösste Herausforderung ist der Brückenschlag zwischen einem niederschwelligen Einstieg und einem bestenfalls ebenso schwellenlosen Übergang zur freien Marktwirtschaft innerhalb ein und desselben Betriebs.

Das Grundlagenwerk will mit dem Ansatz des Social Franchising eine Optimierung dieser Bemühungen für alle Beteiligten erwirken. Social Franchising baut methodisch weitgehend auf dem Erfolgskonzept des marktüblichen Franchising auf: Während ein Franchisegeber das Betriebskonzept entwickelt und unterhält, wird dieses von seinen Franchisenehmern an regionalen Standorten umgesetzt. Im Gegensatz zum bekannten Franchising maximiert das Social Franchising durch die gemeinnützige Ausrichtung allerdings den Nutzen – nicht den Profit. Integrationsbetriebe zu multiplizieren ist eine landesweite Neuheit. Diese innovative Idee wird von der Stiftung Drosos unterstützt.

Soziales und wirtschaftliches Handeln

Bislang sind Integrationsbetriebe gefordert, eigene Betriebskonzepte zu entwickeln und diese – was die Arbeitsbedingungen angeht – möglichst wirtschaftsnah zu gestalten. Die oft subventionierten oder nicht profitorientierten Unternehmen verfügen dabei selten über Investitionskapital und personelle Ressourcen zum Aufbau solcher Betriebskonzepte. Das Social Franchising kann hier die Vorteile aus zwei Lagern zusammenbringen, indem es dem Integrationsbetrieb ein schlüsselfertiges, bewährtes Betriebskonzept liefert.

Eine solche Zusammenarbeit bringt diverse Vorteile. Dem Integrationsbetrieb entfallen dadurch die Entwicklungskosten, und ein erfolgreicher Markteintritt ist weitgehend garantiert. Dank der vorhandenen Erfahrungswerte des Franchisegebers können schon im Vorfeld realistische Prognosen zur Wirksamkeit bei spezifischen Zielgruppen, zur Integrationsquote oder zu den erwartbaren Unterhalts- und Personalkosten sowie zum Raumbedarf gemacht werden.

Nicole Grauer

ZWEI BISHERIGE PROJEKTE

Die Grundlagenwerk AG ist eine Non-Profit-AG, deren Beteiligte selbst in der Branche tätig sind. Sie erhofft sich, durch diese und weitere Konzepte das vorhandene Know-how aus sozialtherapeutischen Einrichtungen wieder näher an die Wirtschaft bringen zu können. Für ihre Betriebskonzepte findet sie Nischen, welche die freie Wirtschaft nicht konkurrenzieren. Am Ende müssen sich alle Involvierten die Hand reichen, damit der Brückenschlag für wirksame Integration gelingt: Leistungsermög-licher, Sozialunternehmen und Firmen aus der Wirtschaft.

Umweltfreunde

Die Teilnehmenden dieses Arbeitsprogrammes sammeln und entsorgen recyclebare Haushalts- und Firmenabfälle. Das Programm eignet sich insbesondere für Beschäftigungsplätze und Tagesstrukturen in kleineren Gemeinden.

www.umweltfreunde.ch

«Projekt Restwert»

Das «Projekt Restwert» übernimmt den kompletten Aufwand beim Weiterverkauf eines Produktes auf einer Online-Handelsplattform. Es bietet optimierte Bedingungen für die Qualifizierung von Menschen mit Eingliederungspotenzial im kaufmännischen und logistischen Bereich.

www.projekt-restwert.ch

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