Publiziert am: 18.11.2016

«Bloss keine Arbeitsplätze verlieren»

STEUERREFORM – Mit der USR III ist die Chancengleichheit zwischen grossen Unternehmen und KMU gewährleistet. Zudem ist 
sie für die KMU-Wirtschaft wichtig. Nur so können Innovationskraft und Investitionen in den Werkplatz Schweiz erhalten bleiben.

Aus unternehmerischer Sicht hat 
die Unternehmenssteuerreform III (USR III) einige Vorteile: So bleiben für 24 000 internationale Unternehmen mit bis zu 175 000 Arbeitnehmenden attraktive Rahmenbedingungen bestehen. Die Unternehmen drohen ansonsten abzuwandern, und zahlreiche Arbeitsplätze verschwinden. Davon betroffen wären auch Jobs in der KMU-Wirtschaft. Sind doch die KMU als Zulieferer oder Partner oft wirtschaftlich eng verbunden mit den grossen Firmen. Dazu Finanzminister Ueli Maurer: «Firmen mit internationalen Komponenten schauen genau, wohin sie gehen. Wir sollten hier in der Premier League spielen.»

Die Steuerreform hilft auch mit, dass forschungsintensive Firmen weiter in der Schweiz investieren. Mit der 
Reform wird zudem die Steuersituation der Schweiz im internationalen Umfeld geklärt und damit die Rechtsunsicherheit beseitigt, unter der gegenwärtig zahlreiche Unternehmen leiden. Ebenso wird mit der USR III die Chancengleichheit zwischen 
grossen Unternehmen und KMU gewährleistet. Wie wichtig die Steuerreform für den Werkplatz Schweiz ist, erklären im folgenden drei Unternehmer:

Den Forschungsstandort Schweiz stärken

Der Modell- und Formenbau-Betrieb Cimform AG ist im beschaulichen 
St. Pelagiberg im Kanton Thurgau 
tätig. Der kleine Familienbetrieb stellt mit modernsten Produktionsverfahren Hightech-Produkte – vorwiegend aus Aluminium, Kunststoff und Holz – für die ganze Welt her. «Wir generieren 50 Prozent 
des Umsatzes mit der Automobilbranche», erklärt der kaufmän
nische Leiter der Cimform AG, 
Adrian Studerus. Er teilt sich die 
Geschäftsleitung mit seinem Bru
der Urs, der als technischer Leiter amtet und die Wichtigkeit von 
Fachkräften betont: «Unsere Fachleute sind alle Generalisten. Sie 
arbeiten sehr selbständig und be
treuen ein Projekt vom Anfang bis zum Schluss.»

Auch aus diesem Grund können 
sich die Gebrüder Studerus eine 
Ablehnung der Unternehmenssteuerreform am 12. Februar nicht leisten. «Mit den Arbeits- gehen automatisch auch Ausbildungsplätze 
verloren», warnt Adrian Studerus. Die logische Folge davon wäre ein noch gravierenderer Fachkräfte
mangel.

Um in der Hightech-Branche im
mer an der Spitze zu sein – eine 
Voraussetzung für den Erfolg des 
Unternehmens –, braucht es nebst qualifizierten Berufsleuten laufend Investitionen. «Mit der Steuerre
form bleibt die Schweiz als Innovations­standort attraktiv», so Urs Studerus. Denn der «Vollbluttechniker» weiss, dass in seiner Werkstatt nur mit Innovation und Wirtschaftlichkeit das Optimum heraus­zuho
len ist.

«Mit der Steuerreform bleibt die Schweiz als Innovationsstandort attraktiv.»

Weil sich die Kundenliste der Cimform AG wie jene eines internationalen Grosskonzernes liest, ist die Steuerreform auch in weiteren Punkten sehr wichtig für das KMU. «Wir sind ein Zulieferer und damit abhängig von der grossen Industrie», betont Adrian Studerus. «Es ist von grösstem Interesse für uns, dass diese Unter­nehmen in der Schweiz bleiben.» Die Gebrüder Studerus sind überzeugt, dass Schweizer KMU nur mit der neuen Steuerreform konkurrenzfähig bleiben können, «weil sie die grossen und kleinen Firmen einheitlich besteuert». Deshalb kommt nur ein überzeugtes JA in der Abstimmung vom 12. Februar für die Gebrüder Studerus in Frage.

 

Arbeitsplätze erhalten

Auch Jürg Sulser, Inhaber der Sulser- Group mit Hauptsitz im zürcherischen Otelfingen, ist überzeugt von der Steuerreform. Die Sulser-Group bearbeitet in einer Holdingstruktur den nationalen und internationalen Transport- und Logistikmarkt und gehört mit sieben Standorten in 
der Schweiz zu den Marktführern im Bereich der Erwachsenenbildung. Erst kürzlich hat Sulser in seiner 
Firmengeschichte einen weiteren Meilenstein gesetzt und das Logistikcenter in Brunegg von Grund auf modernisiert. Dazu der innovative Unternehmer: «Mit dieser Moder
nisierung bauen wir unser Dienstleistungsportfolio weiter aus und werden so in Zukunft unseren Kunden einen zusätzlichen Wettbewerbsvorteil verschaffen.» Wettbewerbsfähigkeit ist denn für Sulser 
im Zusammenhang mit der Unternehmenssteuerreform III ein wichtiges Stichwort: «Die Steuerreform sichert die Wettbewerbsfähigkeit der Schweiz und ist für unsere KMU-
geprägte Wirtschaft entscheidend wichtig.»

«Die Reform führt nicht zu höheren Steuern für den 
Normalbürger.»

Das Thema Steuern sei beim «Normalbürger» leider oft negativ behaftet, spricht der Zürcher SVP-Kantonsrat die Panikmacherei der linken Gegner an. «Die Reform führt nicht zu höheren Steuern für den Bürger. Im Gegenteil: Verschiedene Kantone schlagen zur Umsetzung der USR III auch Steuersenkungen für natürliche Personen und Verbesserungen bei den Sozialleistungen vor.» Der grosse Vorteil der Reform für die Bevölkerung sei, dass die Unternehmen am Standort Schweiz festhalten würden und dadurch viele Arbeitsplätze erhalten blieben. Für Sulser als verantwor­tungs­bewusster Unternehmer ist dies ein wichtiges Argument, am 12. Februar 2017 der Steuerreform zuzustimmen.

Schritt in die richtige Richtung

Die Messer Schweiz AG mit Sitz 
im aargauischen Lenzburg pro
duziert und handelt mit Industrie- und Medizinalgasen aller Art. «Zu unserer Kundschaft gehören viele Schweizer KMU wie auch internationale Konzerne. Für uns ist wichtig, dass die Wettbewerbsfähigkeit unserer Kunden im nationalen wie auch internationalen Marktumfeld bestehen bleibt», betont CEO Hans Michael Kellner. Und weiter: «Wir sind auch für eine Anpassung der Schweiz an die internationalen Mindeststandards für die Unternehmensbesteuerung, da sich die Schweiz als Partner der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung OECD profilieren sollte und nicht als «Selbstläufer». Wenn sich alle OECD-Länder an diese Standards halten würden, hätten wie keine Übervorteilung der internationalen Gesellschaften mehr.»

«Es ist wichtig, dass alle Unternehmen steuerlich gleich 
behandelt werden.»

Alle Unternehmen in der Schweiz sollten gemäss Kellner steuerlich gleichberechtigt behandelt werden, egal ob Schweizer Unternehmen oder ausländische Gesellschaft. Die USR III ist für Kellner deshalb ein Schritt in die richtige Richtung.

CR/uhl