Publiziert am: 10.02.2017

Bodenständiger Kern mit neuen Ideen

VERBAND DER SCHWEIZERiSCHEN ZAUNFABRIKEN – Die Struktur der Branche hat sich in den letzten Jahren verändert. Das Zaun­gewerbe positioniert sich mit einem starken Mitgliederzuwachs und frischem Wind gut für die Zukunft. Der VSZ will weiterwachsen.

Die Nachfrage nach Zaunlösungen ist gross. Sei es als Sichtschutz, um einen behaglichen Rückzugsort zu schaffen oder um den gestiegenen Ansprüchen an Sicherheit und Zutrittskontrolle zu seinem Grundstück gerecht zu werden. Heute umfasst die Zaunbranche ein breitgefächertes Angebot, das von Zäunen, Sicht- und Schallschutz, Absturzsicherungen über Türen, Schiebetüren, Drehkreuze und Schranken bis zu Garagen- und Lagertrennwänden und Geländern reicht.

«Unsere Betriebe bieten vom Weidezaun bis zum Sicherheitszaun mit Schiebetor alles an», erklärt Theresa John, Präsidentin des Verbands der Schweizerischen Zaunfabriken VSZ. Die Struktur der Branche habe sich verändert. «Heute gibt es doppelt so viele Zaunbetriebe als noch vor zehn Jahren. Dies ist auf den Eintritt der Zaunteam-Firmen zurückzuführen», erklärt John. «Dadurch hat sich unsere Mitgliederzahl vor zwei Jahren verdoppelt. Das Zusammenwachsen der beiden Unternehmenskulturen bringt frischen Wind in die Branche und fördert den wichtigen Austausch von Know-how», stellt John fest. Sie kennt sich bestens in der Branche aus, führt sie doch zusammen mit Mann und Sohn die John AG Zaunbau in Eiken. Sie steht dem Verband seit rund 13 Jahren mit Unterbruch vor.

Kursangebot noch weiter
ausbauen

Nebst der Überarbeitung des GAV sowie von verbindlichen Definitionen, was Qualitätsarbeit auszeichnet – als Richtlinie für Mitglieder und Kunden – gehört der Ausbau des Weiterbildungsangebots zu den Aufgabenschwerpunkten des Verbands. Vor einigen Jahren wurde ein eigener Verband, der Schweizerische Verband Berufslehre Zaunbauer SVBZ gegründet. Er setzte sich zum Ziel, eine Zaunbau-Lehre zu schaffen. «Das Vorhaben scheiterte, der SVBZ wurde aufgelöst und seine Mitglieder traten zu uns über», erklärte John. Darauf wurde eine neue Vorstandsstelle «Delegierte Berufsbildung» im VSZ geschaffen. «Diese Person ist für das Konzept der verbandsinternen Weiterbildung in Form von Kursen zuständig», sagt John.

Die Kurse beinhalten aktuelle Themen wie Sicherheit auf Baustellen, Signalisation, Baggerkurse, Haftungsfragen usw. Sie werden jeweils zweisprachig auf Deutsch und Französisch angeboten. «Wir möchten künftig das Kursangebot noch weiter ausbauen», so John.

Eine grössere Herausforderung für den Verband ist die Abgrenzung gegen ausländische Montagekonkurrenz, vor allem auch in Grenzgebieten. «Es ist wichtig, dass wir unsere Material- und Montagequalität beibehalten, um uns so gegenüber Billiganbietern zu behaupten», betont John.

«Unsere Stärke ist die Anpassungs­fähigkeit.»

Die Digitalisierung ist auch an der Zaunbranche nicht spurlos vorbeigegangen. Spürbar ist dies vor allem im administrativen Bereich. «Die Kundenanfragen erfolgen heute praktisch alle via Mail. Ebenso ist eine gute Website ein Muss für unsere Mitglieder», sagt John und ergänzt: «Die Digitalisierung ist ein wichtiges Mittel im Einkauf, wo das Material über Online-Kataloge studiert und eingekauft wird. Umgekehrt verfügen vor allem grössere Betriebe über einen Online-Shop.»

Eine Verjüngung findet statt

Aus Sicht der langjährigen Präsidentin hat die Branche Zukunftspotenzial: «Unsere Stärke ist unsere Anpassungsfähigkeit. Heute hat fast jeder Kunde einen Sonderwunsch. Dass dieser jedoch auch bezahlbar bleibt, ist oft ein kleines Kunststück.»

Allerdings hat der VSZ auch einige Anliegen, die er künftig umsetzen möchte. Dazu gehört, die Vermarktung des Qualitätslabels weiter voranzutreiben – in welcher Form ist allerdings noch unklar. «Ein Augenmerk müsste man auch auf die verbandsinterne neue Struktur richten, die aufgrund der neu dazu gestossenen Zaunteam-Mitglieder entstanden sei. «Dies sind zwei verschiedene Firmenkulturen, die sich nun erst einmal kennenlernen und anpassen müssen. Das braucht Zeit», so John. Zudem sei im Verband ein Genera­tionenwechsel im Gang. «Es ist mir ein grosses Anliegen, dass die jungen Unternehmer im Verband aktiv mitarbeiten. Sie haben aktuelle Ausbildungen und bringen damit neue, frische Ideen ein», so die innovative Präsidentin. Ein bodenständiger Kern mit neuen Ideen sei ein optimaler Mix, um sich gut für die Zukunft zu positionieren.

Corinne Remund

DER VSZ KURZ ERKLÄRT

Förderung der gemeinsamen Interessen

Der Verband der Schweizerischen Zaunfabriken wurde 1926 von den ersten Holzzaunfa­brikanten gegründet. Das Zaungewerbe war zu jener Zeit noch neu auf dem Markt, und der Verband hatte in seinen Anfängen nur wenige Mitglieder, die sich in diesem neuen Business auskannten und sich so auch entsprechend etablieren konnten. Der Austausch mit Konkurrenten war nebst einer gemeinsamen Preisliste von Anfang an ein wichtiger Entstehungsgrund. Eine der wichtigsten Dienstleistungen für die Mitglieder ist der Gesamtarbeitsvertrag GAV, der – wenn notwendig – immer wieder dem sozial- und wirtschaftspolitischen Umfeld angepasst wird. Die Erarbeitung von Produktions- und Montagenormen fliessen ins Normregelwerk der Schweizerischen Zentralstelle für Baurationalisierung CRB ein. Oberste Ziele des VSZ sind Qualitätsarbeit, zufriedene Kunden und «gesunde» Mitgliedsbetriebe. Dies soll durch das jährlich neu verliehene Zertifikat erreicht 
werden. Ebenso fördert der Verband den ­regelmässigen Erfahrungsaustausch zwischen Lieferanten und Montagebetrieben. Er unterstützt die Weiterbildung seiner Mitglieder durch regelmässige Kursangebote in der Deutsch- und Westschweiz. Die 38 Mitglieder sind ausschliesslich KMU. Sie setzen sich aus Produktions- und Montagebetrieben des Schweizerischen Zaungewerbes zusammen. Das Zaungewerbe beschäftigt rund 530 Mitarbeiter.

CR