Publiziert am: 23.11.2018

Brillen für die Besten

CHAMPION BRILLEN AG – Das Unternehmen aus Grenchen stellt Schiessbrillen her, die einzigartig im Handling sind. Präzision, Innovation und Agilität machen die Firma zur weltweiten Marktführerin bei den Eliteschützen. Dabei wird auch ein enger Kontakt zu den Weltklassesportschützinnen und -schützen gepflegt.

Wer sich im Schiesssport der Elite auskennt, weiss, dass die Weltklasseschützinnen und -schützen praktisch vorwiegend mit Schiessbrillen der Champion Brillen AG in Grenchen (SO) schiessen. «Fast alle Weltklasseschützen vertrauen auf unsere Produkte. Es ist jedoch auch eine Verpflichtung, uns ständig weiterzuentwickeln, um dem sehr hohen Niveau des heutigen Schiesssportes gerecht zu werden», sagt Inhaber und Geschäftsführer Manfred Rüefli. Sein Grossvater gründete die Grench­ner Firma Madec AG, die unter anderem Baugruppen und Drehteile für die Elektronikindustrie herstellt. Die Champion Brillen AG kaufte Rüefli 2013, sie ist eine Tochterfirma der Madec AG. Dazu Rüefli: «Die Kernkompetenz von Champion sind Schiessbrillen und Zubehör. Unser Motto ist, das zu machen, was wir gut können, und uns nicht zu verzetteln.»

«Unsere Produkte werden mit Schützen für Schützen entwickelt.»

Jedes neu entwickelte Modell ist für die Champion Brillen AG wie auch für den Schiesssport ein Meilenstein. «Seit dem ersten Champion-Modell gilt: für jede Einstellung eine Schraube. Dadurch sind die Einstellmöglichkeiten von Champion-Schiessbrillen einzigartig», so Rüefli. Er stellt Schiessbrillen her, die in allen Achsen verstellbar sind. «Alle vier Dimensionen – Höhe, Seite, Drehung, Neigung – sind einzeln einstellbar und auch fixierbar», umschreibt Rüefli die patentierten Eigenschaften der Champion-Schiessbrillen. «Zudem haben wir mit dem Modell Superolympic die einzige Schiessbrille auf dem Weltmarkt, die ohne Werkzeug perfekt angepasst werden kann.»

Produziert werden neun Standardmodelle, vom Einsteigermodell für 200 Franken bis zu Ausführungen für Perfektionisten, die bis zu 100 Teile umfassen. Alle sind im Handling einzigartig. Denn nahezu alles ist daran verstellbar: von den Bügeln für die anatomische Passgenauigkeit, dem aus der Achse drehbaren Nasensteg über die bewegliche Optik bis zu Irisblenden, Augenblenden, Seitenblenden usw. Je nach Umgebungslicht können auch verschiedene Farbfilter montiert werden. Die Blenden können lichtundurchlässig oder semitransparent sein, je nach Vorliebe des Schützen. «Unsere Produkte werden mit Schützen für Schützen entwickelt», so Rüefli (siehe Kasten).

Ein Sportgerät

Am wichtigsten ist die genaue rechtwinklige Ausrichtung der Optik auf Diopter oder Kimme und Korn. Nur dann entstehen keine Verzerrungen durch Parallaxen. Mit den Champion-Brillen erhalte jede Schützin und jeder Schütze ein optimales Hilfsmittel für Spitzenleistungen, meint Rüefli. Die jährliche Produktion umfasst zwischen 6000 und 8000 Stück. «Wir sind so aufgestellt und organisiert, dass wir jederzeit liefern können.»

Die Abnehmer finden sich auf der ganzen Welt. «80 Prozent der Produktion geht in den Export», sagt Rüefli. Beim Vertrieb setzt er auf den Fachhandel, Schweizer Optiker­geschäfte sowie Waffenhändler. Champion ist zudem der offizielle Ausrüster der Schweizer Nationalmannschaft. «Es tragen zahlreiche Weltmeister und Olympiasieger Champion-Brillen. Uns ist der Hobbyschütze aber genau gleich viel wert», betont Rüefli. Er selbst schiesst nicht. Dafür kennt er viele nationale und internationale Schiesssportcracks, die bei besonderen Bedürfnissen in Grenchen anrufen und ihre Anliegen vorbringen.

Zum Teil noch richtiges Handwerk

Die Digitalisierung hat mit der Industrie 4.0 auch in dieser Branche Einzug gehalten. «Die Fertigung erfolgt auf CNC-gesteuerten Maschinen, und auch die Lagerlogistik wird digital gemanagt. Das Produkt selbst ist pure Mechanik, und die Montage braucht Fingerspitzengefühl und ist noch richtiges Handwerk», so Rüefli. Auch die Aus- und Weiterbildung liegt dem engagierten Ingenieur, der selbst Schiessbrillen konstruiert und entwirft, am Herzen: «In unregelmässigen Abständen bilden wir Lernende im kaufmännischen Bereich oder als Polymechaniker EFZ aus. Es ist wichtig, den Jungen einen Einstieg ins Berufsleben zu bieten und so auch für entsprechende Fachkräfte zu sorgen. Insgesamt arbeiten 11 Leute in der Madec AG und Champion Brillen AG.

«80 Prozent der Produktion geht in den Export.»

Die grösste Herausforderung sei es, den jetzigen Standard beizubehalten und immer wieder neue Weltmeister und Olympiasieger von den Champion-Schiessbrillen überzeugen zu können. «Wir müssen weltweit präsent sein. Seit ein paar Jahren bekommen wir beispielsweise vermehrt Bestellungen aus Indien», weiss Rüefli. Der Schiesssport hingegen wachse nicht mehr gross. «Das EU-Waffengesetz ist nicht förderlich für den Schiesssport. In der Schweiz stösst es auf grossen Widerstand», so Rüefli. Doch dies tut seinem Erfindergeist und seiner Innovationskraft keinen Abbruch. Er hat noch einige Projekte und Ideen in der Schublade, die verwirklicht werden können.Corinne Remund

www.champion-brillen.ch

Brillen für SpitzenschützenEine grosse Familie

Persönlichen Kontakt pflegen

Das Geheimnis des Erfolgs der Champion Brillen AG ist auf die enge Zusammenarbeit mit den Kunden zurückzuführen. Dazu Geschäftsführer und Inhaber Manfred Rüefli: «Es ist ganz einfach: Wir produzieren unsere Brillen gemäss den Bedürfnissen der Sportschützen. Dies bedingt allerdings einen engen Austausch mit ihnen.» Und er ergänzt: «Wir sind dank dieser Kontakte immer up to date und verpassen keine Trends. Denn die Schützen sind direkt an der Quelle und wissen, was gefragt ist.»

Rüefli kennt die nationalen und internationalen Spitzenschützen alle persönlich. Olympiasiegerinnen und -sieger wie die Griechin Anna Korakaki, der Japaner Tomoyuki Matsuda, der Amerikaner Matt Emmons oder die Schweizerin Heidi Diethelm Gerber, die an den Olympischen Spielen 2016 in Rio die Bronzemedaille holte, gehen bei ihm ein und aus. «Wir erfüllen auch Sonderwünsche und machen Spezialanfertigungen, wie beispielsweise die Brille für Anna Korakaki, die mit echten Swarowski-Steinen verziert ist. Wir statten die Schiessbrillen auch mit farbigen Teilen aus», sagt Rüefli. Mitunter gibt es für die Weltklasseschützen gratis Ersatzteile, dafür kann Rüefli Werbung mit ihnen machen in Form von Postern und Autogrammkarten.

Eine grosse Familie

Die Schützenszene sei noch nicht so von Sponsoring und Kapitalisierungsmöglichkeiten geprägt. «Die Schützen sind wie eine grosse Familie, man duzt sich, hilft sich gegenseitig und pflegt untereinander einen herzlichen und kameradschaftlichen Umgang. Es gibt kaum Starallüren», so seine Erfahrungen.

Für ihn ist es Pflicht, am Weltcup München präsent zu sein. «Dies ist der grösste Weltcup, und die gesamte Elite ist dort versammelt. Dies ist für mich eine gute Gelegenheit, mich mit meinen Kunden auszutauschen, Inputs zu möglichen Optimierungen zu erhalten und neue Ideen zu generieren», sagt Rüefli. Ebenso wichtig für das geschäftliche Netzwerk ist die zweitgrösste internationale Waffenmesse IWA in Nürnberg.

CR