Publiziert am: 02.10.2015

Das kosten die teuersten Unfälle

UNFALLKOSTEN – 180 000 Franken Heilkosten für die ersten fünf Jahre müssen pro Fall für die teuersten Unfallarten eingerechnet werden. Inklusive Taggeldern und Renten steigt diese Summe auf rund 500 000 Franken, rechnet die Suva vor.

Mit ihrer neuen Kampagne will die Suva für die Kosten von Unfällen sensibilisieren. Denn jeder Unfall verursacht neben menschlichem Leid auch Kosten, die von den Prämienzahlern zu tragen sind.

180 000 Franken Heilkosten für die ersten fünf Jahre müssen pro Fall für die teuersten Unfallarten eingerechnet werden. Inklusive Taggeldern und Renten steigt diese Summe auf rund 500 000 Franken. Mit ihrer neuen Kampagne will die Suva für die Kosten von Unfällen sensibilisieren. Denn jeder Unfall verursacht neben menschlichem Leid auch Kosten, die von den Prämienzahlern zu tragen sind.

Im Durchschnitt 5100 Franken

Eine Unachtsamkeit in der Montage­halle, ein Stolpern – und schon ist es passiert: eine Fraktur am Oberschenkel. Ein solcher Unfall verursacht im Durchschnitt Heilkosten von 23 000 Franken. Zusätzlich muss die Suva mit durchschnittlich 31 100 Franken für Taggeld- und Rentenleistungen rechnen. Insgesamt kostet eine Fraktur des Oberschenkels im Durchschnitt also 54 100 Franken. Damit gehört dieser Unfall zu den aufwendigeren Unfallarten. Im Durchschnitt betragen die Kosten pro Fall 5100 Franken. Allerdings ist die Bandbreite gross. Besonders kostspielig sind zum Beispiel Rückenmarksverletzungen an der Wirbelsäule. 178 900 Franken Heilkosten fallen pro Fall an.

Mit 324 900 Franken schlagen auch hier die Taggeld- und Rentenleistungen stärker zu Buche. Somit kostet eine Rückenmarksverletzung 503 800 Franken. Dabei handelt es sich um einen Durchschnittswert für diese Unfallart unter Berücksichtigung der Kosten der ersten fünf Jahre. Weitere Kosten, vor allem für Renten, können aber noch über Jahrzehnte anfallen. Die Kosten für einen einzelnen Fall können sich auf mehrere Millionen Franken summieren.

Kostspielig und häufig gleich teuer

Unfallkosten werden über die Prämien gedeckt. 2014 hat die Suva 3,2 Milliarden Franken Nettoprämien in der Berufs- und Nichtberufsunfallversicherung eingenommen. Damit waren rund zwei Millionen Arbeitnehmende versichert. Im Durchschnitt betrugen die Nettoprämien pro Arbeitnehmerin oder Arbeitnehmer somit 1600 Franken pro Jahr. Um die Kosten der ersten fünf Jahre für einen einzigen Unfall mit Rückenmarksverletzung zu tragen, sind die Prämien von über 300 Versicherten für ein ganzes Jahr notwendig; diese Prämienzahler dürften zudem nicht selbst einen Unfall haben.

«Einzelfälle können mehrere millionen franken kosten.»

Insgesamt sind es allerdings nicht die Unfallarten mit den teuersten Fallkosten, die total die höchsten Kosten verursachen, sondern die Unfallarten, die kostspielig und häufig zugleich sind. Am meisten Heilkosten verursachen Frakturen an Unterschenkel, Knöchel und Fuss, mit 159 Millionen Franken. Taggelder und Renten verursachen zusätzliche Kosten von 255 Millionen Franken.

Prämien beeinflussen

Jeder Unfall verursacht neben menschlichem Leid auch Kosten. Die neue Kampagne von Suva will das Bewusstsein für diese Kosten schärfen. Damit sollen Arbeitgebende und Arbeitnehmende motiviert werden, die wirkungsvollen Präventionsmassnahmen umzusetzen. Denn jeder verhinderte Unfall bedeutet weniger menschliches Leid und tiefere Kosten. Davon profitieren alle Versicherten – da tiefere Kosten auch tiefere Prämien zur Folge haben. Die neue Kampagne ist online auf Facebook, www.suva.ch/versicherung und Youtube präsent. Ab dieser Woche sensibilisiert der Spot auch am Fernsehen für die Kosten eines Unfalls und die Folgen für die Prämienzahler.