Publiziert am: Freitag, 5. Mai 2017

Das Vertrauen vertiefen

SCHWEIZ–CHINA – Bundesrat Schneider-Ammann und die Spitze des Schweizerischen Gewerbeverbands empfingen eine hochrangige Delegation der ACFIC zu einem Arbeitsbesuch in Bern.

6,4 Millionen Unternehmen: So viele Firmen vertritt die «All China Federation of Industry and Commerce» ACFIC. Sie ist der grösste Dachverband der chinesischen Wirtschaft. Der Schweizerische Gewerbeverband sgv empfing eine hochrangige Delegation der ACFIC zu einem Arbeitsbesuch in Bern.

Mitglied der Parteileitung

In China ist alles etwas anders. Das gilt auch für Unternehmerverbände. Selbstverständlich wollten die Mitglieder der Delegation Schweizer Unternehmen kennen lernen. Anlässlich eines «Business Forum» konnten sich Schweizer und chinesische Firmen gegenseitig vorstellen und Kontakte knüpfen.

Unter der Schirmherrschaft des sgv und mit Unterstützung durch das Staatssekretariat für Wirtschaft SECO kamen sich Unternehmen aus den Bereichen Maschinenindustrie, Bauwirtschaft, Lebensmittelverarbeitung, Finanzdienstleistungen und Elektronik näher.

Doch ebenso selbstverständlich ist ein solcher Besuch in chinesischen Augen eine politische Angelegenheit. Deshalb reiste die ACFIC mit Unternehmern und ihrem exekutiven Vizepräsidenten Quan Zhezhu an. Quan gehört dem Zentralkomitee der Kommunistischen Partei Chinas an. Das Zentralkomitee ist die Parteileitung und somit auch eines der höchsten Organe im Reich der Mitte.

Politische Treffen wichtig

Gerade weil Wirtschaft und Politik in China nicht zu trennen sind, war der Besuch auch politisch. Der sgv organisierte eine Aussprache mit dem SECO und ein Treffen mit Bundesrat Schneider-Ammann. Anlässlich dieser Gespräche wurden die Weiterentwicklungen in den bilateralen Beziehungen beider Länder thematisiert. Denn die Schweiz und China wollen das seit 2014 bestehende Freihandelsabkommen vertiefen und erweitern. Sie wollen das Währungsabkommen dynamisch ausgestalten, um aus der Schweiz einen Renminbi-Hub und aus China ein Franken-Hub zu machen. Und beide Länder streben auch ein Dienstleistungsabkommen an. Für den sgv ist es selbstverständlich, als Plattform für diese Verhandlungen zu dienen.

Gut und nützlich für hiesige KMU

Die Vertiefung ihres Verhältnisses zu China ist für die Schweiz ein Differenzierungsmerkmal. Es gilt schliesslich, neue Märkte zu finden und das Klumpenrisiko EU zu vermindern. Doch solche Unternehmensbesuche sind vor allem für Schweizer KMU nützlich. Abseits der politischen Verhandlungen entsteht Raum für Austausch und konkrete unternehmerische Aktionen.

Im Reich der Mitte gibt es über sechs Millionen Firmen, die in der ACFIC organisiert sind. Für die 300 000 Schweizer KMU gibt es damit genügend und gute Partner.

Henrique Schneider,
Stv. Direktor sgv