Publiziert am: 20.10.2017

Dem Fachkräftemangel aktiv vorbeugen

AUSBILDUNG — Das Haustechnikunternehmen setzt auf eine fundierte Berufsbildung und generiert so eine geballte ­Innovationskraft. Die zehn Lernenden sind daher sehr motiviert und beeindrucken mit hervorragenden Leistungen.

Die Kämpfer AG in Othmarsingen zeichnet sich durch ihr besonders innovatives Engagement in der Lehrlingsausbildung aus. Dies ist unter anderem ein Grund, wieso das Unternehmen am 11. Aargauer Unter-
nehmenspreis in der Kategorie B mit dem 2. Rang ausgezeichnet wurde. Mit zehn Lernenden von insgesamt 60 Mitarbeitenden ist das KMU die grösste Ausbildnerin im Bereich Lüftungstechnik im Aargau. Seit über
60 Jahren ist das Unternehmen dank seiner Weitsicht immer an der Spitze dabei. Innovation ist für Geschäftsführer Kevin Eicher nicht ohne Bildung und Weiterbildung möglich: «Die Ausbildung ist ein zentrales Element in unserer Geschäftsphilosophie.» So bildet der Haustechnikspezialist den Nachwuchs in den vier Berufen KV, Gebäudetechnikplaner, Gebäudetechnikpraktiker und Lüftungsanlagenmonteur aus.

«Wir müssen immer am Ball bleiben, nur so sind wir wettbewerbsfähig.»

Bei der Kämpfer AG wird von Anfang an viel Zeit und Herzblut in eine möglichst professionelle Ausbildung der Lernenden investiert. Dazu Eicher: «Die ersten sieben Monate bedeutet dies viel Aufwand für 
uns, doch das lohnt sich. Nach nur einem Jahr sind unsere Lerenden so selbstständig, dass sie man sie auf die Baustelle oder an eine Bausitzung schicken kann.» Ebenso sei es oft der Fall, dass der 3.-Lehrjahr-Stift den 2.-Lehrjahr-Stift betreue. «Unsere Lernenden motivieren sich oft gegenseitig. Das hat zur Folge, dass die Lernenden untereinander sich so anspornen, dass sie enorme Leistungen vollbringen. Wir hatten bei den 
Berufswettbewerben auch schon einen Schweizermeister», freut sich Eicher und ergänzt: «Wir sind immer für unsere Lernenden da und fördern sie auch in eher privaten Angelegenheiten wie beispielsweise der Autoprüfung.»

Ganz nach dem Motto «Unsere Mitarbeitenden sind das wichtigste Gut der Firma» geht die Geschäftsleitung auf ihre Wünsche ein. «Wir sind so flexibel wie möglich und versuchen, jeden so optimal wie möglich einzusetzen. Das bedingt auch, dass wir ihren individuellen Bedürfnissen – wie beispielsweise ein Homeoffice einrichten etc. – entgegenkommen», so Eicher. «Unsere Mitarbeitenden sollen sich in der Firma wohl fühlen, Spass bei der Arbeit haben – denn nur so sind sie voll leistungsfähig und innovativ.» Es werden auch immer wieder Mitarbeiteranlässe und -ausflüge organisiert, um die Teamfähigkeit und ein gutes Arbeitsklima zu fördern.

Mit der Digitalisierung mitziehen

So ist es nicht verwunderlich, dass viele langjährige Mitarbeitende im Unternehmen arbeiten. «Fachlich gut ausgebildete Leute zu bekommen 
ist schwierig, deshalb bilden wir 
sie gleich selber aus. So können wir aktiv dem Fachkräftemangel vor-
beugen», erklärt Eicher. Viele Mitarbeitende seien so motiviert, dass sie sich weiterbildeten, eine höhere Fachschule absolvierten und Karriere machten, aber der Firma erhalten blieben oder wieder zurückkehrten. «So haben wir immer Leute, die 
auf dem neusten Stand sind. Ohne das geht es nicht, wenn man an 
der Spitze bleiben will», so Eicher. Das Credo des 1952 gegründeten 
Unternehmens ist denn auch, im-
mer die Nase vorne zu haben. Augen und Ohren offen zu halten, neue 
Methoden zu entdecken und auch gleich auszuprobieren – das ist das Geheimnis, das hinter der geball-
ten Innovationskraft des Aargauer KMU steckt.

Die Kämpfer AG ist eine der ersten Firmen in der Haustechnikbranche, die vor sieben Jahren mit der Digitalisierung mitgezogen hat und das 
3-CAD-Programm nutzt oder das Building Information Modeling (BIM) bei Planung und Bau von Gebäuden einsetzt. «Unsere Monteure arbeiten mit dem iPad auf der Baustelle, so können sie ihre Pläne und Daten gleich vor Ort abrufen», so Eicher. Auch bei der EU-Harmonisierung gelte es, die geforderten neuen Regeln und Normen gleich umzusetzen. «Wir müssen immer am Ball bleiben, nur so sind wir wettbewerbsfähig und eine Nasenlänge voraus», stellt Eicher fest. CR