Publiziert am: 08.08.2014

Den Schmerzen den Rücken zukehren

GESUNDHEIT – Schuften und Schleppen, bis der Rücken nicht mehr mitmacht. Das soll dereinst ein Ding der Vergangenheit sein. Ein Projekt der Ausbauverbände, der Suva und des Seco will Abhilfe schaffen und die Belastung für Mitarbeitende reduzieren.

Der Rücken wird schnell einmal zum Schwachpunkt, wenn schwere Lasten auf Baustellen ohne Hilfsmittel von A nach B müssen. Für schätzungsweise weit über 50 000 Beschäftigte des Ausbaugewerbes ist der Umgang mit schweren Lasten auf Baustellen täglich eine harte Herausforderung: Sie müssen das angelieferte Material zum Gebäude und dann in die verschiedenen Etagen hochtragen. Schliesslich müssen sie das Leergut und Abfallmaterial wieder zurückschaffen, was ebenfalls ganz schön ins Gewicht gehen kann. Beschwerden am Bewegungsapparat sind vorprogrammiert. Sie bedeuten in erster Linie menschliches Leid und sind Ursache für zahlreiche Ausfalltage in KMU. Nicht selten führen sie zum Verlust wertvoller Fachleute oder es bleibt nur noch eine IV-Rente. Dies alles verursacht hohe Kosten.

«Auswirkungen zu grosser Arbeitsbelastung führen zu hohen Kosten in KMU.»

Ein Projekt der Arbeitgeberverbände, der Gewerkschaften des Ausbau­gewerbes, der Suva und des Staatssekretariats für Wirtschaft SECO soll nun Abhilfe schaffen und die Belastungen für Mitarbeitende des Ausbaugewerbes senken sowie Kosteneinsparungen ermöglichen. Aus dem Projekt hervorgegangen sind die sogenannten «Schlüsselelemente der Arbeitserleichterung».

Das sind beispielsweise vordefinierte Zonen für Anlieferung und Zwischenlagerung, befestigte und befahrbare Verkehrswege, Fassaden- und Innenlifte oder ein Entsorgungskonzept. «In der Praxis wurde rasch deutlich, wie viel die Planer, vorab Architekten und Bauleitung, mit relativ wenig Aufwand zur Entlastung der Mitarbeitenden des Ausbaugewerbes beitragen können», sagt Daniel Furrer vom Verband schweizerischer Schreinermeister und Möbelfabrikanten VSSM. Zwar entstehe durch die geplanten Massnahmen auf den Baustellen ein höherer Planungsaufwand, dieser zahle sich jedoch aus und die vorgegebenen Infrastrukturen sorgten für strukturierte Abläufe, mehr Ordnung und erhöhte Konzentration.

Auftrag an die Bauherrschaft

Es sei essenziell, dass sich die Bauherrschaft für die Gesundheit der Mitarbeitenden am Bau einsetze, sagt Franz Cahannes, Präsident der Wohnbaugenossenschaft BAHOGE. «Durch verbindliche Aufträge an die Bauleitungen zur Umsetzung der Schlüsselelemente sind die Unternehmen nicht nur rascher unterwegs und der Zeitplan kann besser eingehalten werden, sondern es entsteht auch ein deutlich verringerter Arbeitsaufwand.» Die eben genannten Schlüsselelemente sind dabei relativ simpel realisierbar. «Wertvolle Hilfestellungen sind beispielsweise eine horizontale Verschiebung der Mitarbeitenden zum Gebäude auf Rampen oder die vertikale Beförderung auf die Etagen mittels Fassaden- und Innenlifte», ­erklärt Paul F. Sponagel, Inhaber der Paul F. Sponagel AG.

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