Publiziert am: Freitag, 3. Oktober 2014

«Der Funke ist weit gesprungen!»

SWISS SKILLS BERN 2014 – Mit den ersten gemeinsamen Berufsmeisterschaften ist es gelungen, der Berufslehre eine Präsentationsplattform in völliger neuer Dimension zu geben: 70 Meisterschaften, 1000 Wettkämpfer sowie 150 000 Besucher.

Vier Tage Hochleistung, Geschick und Präzision, Power, Spannung und grosse Emotionen – so die Bilanz der ersten nationalen Berufsmeisterschaften. Die glanzvolle Premiere von SwissSkills Bern 2014 lockte 155 000 Besucherinnen und Besucher auf das Bernexpo-Areal, das am ersten Tag fast aus allen Nähten platzte. Schüler und ihre Eltern, Lehrer und unzählig Interessierte nutzten die einmalige Chance, 130 Berufe hautnah zu erleben. «Jugendliche vor und im Berufswahlalter fanden bei uns einen reichen Fundus an Ideen und Ansätzen für ihren wichtigen Entscheid», lobte Theo Ninck, OK-Vizepräsident der SwissSkills Bern 2014 und Vorsteher des Mittel- und Berufsbildungsamtes (MBA) des Kantons Bern. Der Funke der hochmotivierten Berufselite sprang aufs Publikum über. Er zündete auch ins Bundeshaus und über die Landesgrenze hinaus. So gab es grosse internationale Anerkennung sowohl von hochrangigen ausländischen Botschaften als auch von einer Delegation der World Skills. «Mit den SwissSkills Bern 2014 ist es uns tatsächlich gelungen, das Berufshandwerk und dessen solide Grundbildung als zentralen Träger der Schweizer Qualität und damit auch der Schweizer Volkswirtschaft ins Zentrum zu rücken», freute sich OK-Präsident Christoph Erb. «Die vielen positiven Feedbacks, die hohe mediale Präsenz insbesondere auch via soziale Medien sowie die Zahl der Besucher zeigte, dass das Konzept des Anlasses richtig war», zog er Bilanz.

«Unternehmertum leistet einen wichtigen Beitrag für die Berufsbildung.»

Ein grosses Dankeschön und bundesrechtliche Hochachtung ernteten die Wettkämpferinnen und Wettkämpfer vom Wirtschaftsminister Johann Schneider-Ammann: «Ich bin begeistert! Und ich bin stolz. Ob es für eine Medaille gereicht hat oder nicht – Sie gehören alle zur Elite des Schweizer Werkplatzes.» Er habe in den letzten Tagen auf eindrückliche Art und Weise erlebt, wie vielfältig unsere Berufsbildung sei – die berufliche Grundbildung wie auch die höhere Berufsbildung. «Diese Vielfalt ist eine grosse Stärke und mit ein Grund, weshalb die Berufsbildung ein so wichtiger Pfeiler für die Schweizer Volkswirtschaft ist», schloss der Bundesrat. Dank und höchste Anerkennung gebührte auch den Unternehmerinnen und Unternehmern: «Sie leisten mit ihrem freiwilligen Engagement für die Berufsbildung einen ausserordentlich wichtigen Beitrag zum wirtschaftlichen Erfolg unseres Landes.

Auch Nationalratspräsident Ruedi Leuenberger war von den Leistungen und der Professionalität der jungen Berufsleute begeistert. Der Entlebucher Schreinermeister ist überzeugt, dass das Sprichwort «Handwerk hat goldenen Boden» noch immer gilt: «Junge Berufsleute haben eine Zukunft, sie sind unsere Zukunft. Aber wir müssen Ihnen eine Zukunft respektive eine berufliche Perspektive geben.» Und an den Bundesrat gewandt meint das sgv-Vorstandsmitglied: «Es ist höchste Zeit, dass der Bund sich dem vernachlässigten «Stiefkind» höhere Berufsbildung annimmt.»

Positive Stimmen von allen Seiten

Auch Michael Stocker, Gesamtprojektleiter SwissSkills Bern 2014 ist sehr zufrieden mit dem Megaevent: «Unsere Erwartungen haben sich erfüllt. Wir haben von den Organisationen der Arbeitswelt, von unseren Partnern und von den Besucherinnen und Besuchern durchwegs positive Rückmeldungen erhalten.» Entsprechend ist auch das Feedback von Rico Cioccarelli, Technischer Delegierter SwissSkills: «Was die Lernenden und die Organisationen der Arbeitswelt an den SwissSkills Bern 2014 gezeigt haben, verdient Respekt. Ich bin beeindruckt vom enormen Einsatz, der auf allen Stufen geleistet wurde.» Komplimente gab es auch vom Schweizerischen Gewerbeverband sgv. Dazu Christine Davatz, sgv-Vizedirektorin und Verantwortliche Berufsbildung: «Das Highlight war für mich der Publikumsaufmarsch. Das grosse Interesse von Kindern, Jugendlichen, Eltern und Lehrpersonen war überwältigend. Ich bin überzeugt, dass es uns gelungen ist, die Begeisterung für die Berufsbildung in die breite Bevölkerung zu tragen.» Und sgv-Direktor Hans-Ulrich Bigler konkretisiert: «Mit dieser Leistungsschau hat das duale Berufsbildungssystem endlich die Aufmerksamkeit in der Öffentlichkeit bekommen, die es verdient. Jetzt gilt es bezüglich höhere Berufsbildung das heisse Eisen zu schmieden.»

«Die Begeisterung für die Berufslehre in die Öffentlichkeit getragen.»

Bei so viel aufgebauten Knowhow und so viel positiver Resonanz erstaunt es nicht, dass das OK schon kurz nach der Schlussfeier an die Zukunft dachte: «Die gesammelten Erfahrungen sind für die Schweizer Berufswelt enorm wertvoll. Ihren wahren Wert erhalten sie, wenn wir den Anlass zum Beispiel 2016 erneut in Bern durchführen können. Wir hoffen, dass wir alle – unsere Partner der Trägerschaft und der Arbeitswelt, aber auch wir als OK – die Chance erhalten, uns der Herausforderung erneut zu stellen. Wir wären bereit», schaut Erb in die Zukunft.

Corinne Remund