Publiziert am: 19.06.2015

Der Teuerungszuschlag fällt ab 2016 weg

SUVA 2014 – Mit 176,3 Millionen Franken hat die Suva im Geschäftsjahr 2014 ein erfreuliches Ergebnis erzielt. Davon flossen 
70,5 Millionen an die Versicherten zurück. Felix Weber folgt per 2016 auf Ulrich Fricker als Vorsitzender der Geschäftsleitung.

Mit gut 176 Millionen Franken hat die Suva im Geschäftsjahr 2014 ein erfreuliches Ergebnis erzielt. Davon flossen 70,5 Millionen Ausgleichsreserven an die Versicherten zurück. Es bleibt ein Ertragsüberschuss von 105,8 Millionen. Aufgrund der guten finanziellen Lage wird für alle Versicherten zudem ab 2016 der Prämienzuschlag für die Finanzierung der Teuerungszulagen auf laufenden Renten in der Höhe von sieben Prozent wegfallen, während die Nettoprämien für das Gros der Versicherten stabil bleiben.

Stabile Nettoprämien

Für das Geschäftsjahr 2014 konnte Ulrich Fricker, Vorsitzender der Geschäftsleitung, anlässlich seiner letzten Bilanzmedienkonferenz in Luzern also ein erfreuliches Ergebnis präsentieren. Für 2016 kündigte Fricker stabile Nettoprämien für das Gros der Risikogemeinschaften an. «Lediglich eine Minderheit wird von risikobedingten Anpassungen nach oben und unten betroffen sein», sagte Fricker. Nach sieben Jahren Prämiensenkungen verharren die Prä­mien nun das zweite Jahr in Folge auf nahezu unverändertem Niveau. Er fügte hinzu, dass sich die Suva auch weiterhin für möglichst tiefe, risikogerechte Prämien einsetze.

Gute Performance und 
Wegfall des Teuerungszuschlags

Mit seinen Anlagen verfolgt der Unfallversicherer den gesetzlichen Auftrag, die Renten langfristig zu sichern. Mit 7 Prozent konnte der Finanzchef Ernst Mäder eine gute Anlageperformance präsentieren. Der Deckungsgrad lag per Ende 2014 bei 134 Prozent. Alle Anlageklassen trugen zu diesem positiven Ergebnis bei. «Vom guten Ergebnis profitieren die Versicherten auch anderweitig. Aufgrund der soliden finanziellen Lage fällt ab 2016 der Teuerungszuschlag weg. Aktuell beträgt dieser 7 Prozent der Nettoprämie», sagte Mäder. Mit diesem Prämienzuschlag werden die Teuerungszulagen auf laufenden Renten finanziert, wenn die Ertragsüberschüsse aus den Kapitalanlagen hierzu nicht ausreichen. Trotz der anspruchsvollen Situation an den Finanzmärkten wird die Suva ab kommendem Jahr auf diesen Zuschlag verzichten. Damit wird der Werkplatz Schweiz um über 200 Millionen Franken jährlich entlastet.

Den Wegfall des Euro-Mindestkurses hat die Suva dank strategischer Währungsabsicherungen gut überstanden. Per Ende Mai 2015 lag die ­Performance bei 3 Prozent. Der Deckungsgrad erreichte 137 Prozent. Eine Herausforderung stellen die Negativzinsen dar. Die Ertragsaussichten für festverzinsliche Anlagen sind dadurch auf Jahre hinaus beeinträchtigt.

Stabile Anzahl neuer Rentenfälle

Die Zahl der neuen Rentenfälle ist 2014 leicht gesunken, von 1776 auf 1714. Im Vorjahr musste das Unternehmen noch eine Erhöhung verzeichnen, nachdem die Zahl der neuen Rentenfälle zuvor über Jahre gesunken war. «Statt einer Trendwende hat sich die Zahl der neuen Rentenfälle nun aber auf diesem Niveau eingependelt», betonte Fricker. Eine leichte Abnahme verzeichnen die Berufsunfälle mit 179 987 Fällen. Ebenfalls wenig gesunken ist die Zahl der Freizeitunfälle mit 261 360. Insgesamt hat die Zahl gemeldeter Schadenfälle – inklusive Berufskrankheiten, Versicherung für Arbeitslose und freiwillige Unternehmensversicherung sowie Militärversicherung – leicht auf 459 921 Fälle abgenommen. Eine ­geringe Erhöhung war dagegen bei den Heilkosten zu verzeichnen. 
Sie betrugen im Geschäftsjahr 2014 1,16 Milliarden Franken.

Datenanalyse gegen ungerechtfertigte Auszahlungen

Die Suva bietet ihren Versicherten nach einem Unfall oder bei einer Berufskrankheit die passende Behandlung und sorgt für eine optimale Wiedereingliederung. Ebenso ist sie ihren Prämienzahlern verpflichtet, die Kosten genau zu kontrollieren. So wurden im vergangenen Jahr 2,3 Millionen Rechnungen überprüft. Mittels Datenanalyse verhinderte die Suva ungerechtfertigte Auszahlungen in Höhe von 160 Millionen Franken. «Besagte Analyse entdeckt etwa Medikamente, die in keinem Zusammenhang mit der Behandlung stehen, wie ein Asthmamittel bei einem Beinbruch oder Arzneimittel mit sich widersprechenden Wirkungen», führte Fricker weiter aus. Auch der Kampf gegen Versicherungsmissbrauch wurde intensiviert. Seit 2007 konnten bereits 104 Millionen Franken eingespart werden.

Erfolgsfaktor Eigenständigkeit

Das Modell Suva hat sich einmal mehr bewährt. Wesentlich trägt ihre Eigenständigkeit dazu bei. Die Stärkung des grössten Schweizer Unfallversicherers mit einer zeitgemässen Organisation und Corporate Governance hob denn auch der Verwaltungsratspräsident der Suva, Markus Dürr, als zentralen Erfolgsfaktor hervor. Zudem wies er auf die Bedeutung der laufenden UVG-Revision hin. Der Nationalrat ist am 4. Juni ohne grosse Diskussionen seiner Kommission gefolgt, die sich in den weitesten Teilen an den Kompromiss der Sozialpartner und der Versicherer gehalten hatte. Markus Dürr betonte, dass dieser nicht durch weitere Änderungswünsche gefährdet werden dürfe. Erfreulich ist, dass am erfolgreichen Modell Suva nicht gerüttelt werden soll.

GESCHÄFTSLEITUNG

Weber für Fricker

Der Bundesrat hat gleichentags auf Vorschlag des Verwaltungsrats der Suva Felix Weber (Bild) zum neuen Vorsitzenden der Geschäftsleitung gewählt. Felix ­Weber ist seit 2009 in der Geschäftsleitung der Suva und leitet das Departement Versicherungsleistungen und Rehabilitation. Er tritt per 1. Januar 2016 die Nachfolge von Ulrich Fricker an. Dieser geht nach 16 Jahren an der Unternehmensspitze per Ende 2015 in Pension.