Publiziert am: 08.03.2019

Der Zenit ist überschritten

beschäftigungsindikator – Der Höhepunkt am Arbeitsmarkt wurde

bereits erreicht. Vor allem in der Dienstleistung gehen die Erwartungen zurück.

Im Bau- und Gastgewerbe zeigt der Trend noch immer aufwärts.

Der Beschäftigungsindikator der Konjunkturforschungsstelle KOF der ETH Zürich hat zum zweiten Mal in Folge leicht abgenommen. Das heisst, eine Mehrheit der befragten Unternehmen ist der Ansicht, dass sie an Unterbeschäftigung leiden. Gleichzeitig erwartet aber auch eine Mehrheit, dass sie den Personalbestand in den nächsten drei Monaten aufstocken werden. Aus diesem Durchschnitt ergibt sich der KOF-Beschäftigungsindikator.

Trotz Rückgang: Der Indikator liegt noch immer recht deutlich über dem langjährigen Mittelwert, welcher wiederum bei null liegt. Das bedeutet, dass die Beschäftigungsaussichten gut bleiben, in der Mitte des letzten Jahres aber noch besser waren. Der Höhepunkt des Aufschwungs im Schweizer Arbeitsmarkt dürfte daher hinter uns ­liegen.

Gastgewerbe auf

Zehn-Jahres-Höchststand

Der leichte Rückgang des Indikators ist vor allem einer etwas weniger ­optimistischen Einschätzung der Beschäftigungslage im Verkehrswesen, den Informations- und Kommunikationsunternehmen, aber auch im Sozial- und Gesundheitswesen geschuldet. Diese «übrige Dienstleister» ­genannte Branche ist aufgrund der grossen Beschäftigungszahl von grosser Relevanz für den Schweizer Arbeitsmarkt. Hier nahm der Indikator zum zweiten Mal in Folge ab, bewegt sich aber weiterhin auf relativ hohem Niveau. Leicht eingetrübt haben sich auch die Beschäftigungsaussichten im Gross- und Detailhandel.

Im Gastgewerbe entwickelt sich der Beschäftigungsindikator hingegen weiterhin sehr erfreulich. Der Indikator weist zurzeit den höchsten Stand seit mehr als zehn Jahren auf. Auch das Baugewerbe verzeichnet eine weiterhin steigende Entwicklung. Der Projektierungssektor ist zwar ein kleiner Sektor, zeichnet aber üblicherweise die Konjunktur im wesentlich grösseren Bausektor voraus. Ihm kommt somit eine ­spezielle Bedeutung zu. Erfreulich: Es geht aufwärts. Gemäss den ­Umfrageergebnissen planen viele ­Architektur- und Ingenieurbüros, zusätzliche Stellen zu schaffen.

www.kof.ethz.ch

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