Publiziert am: 12.08.2016

Die Arbeitslosenquote bleibt unverändert Die Probleme der Frauen 
in «Männerberufen»

aktuell

Gemäss den Erhebungen des Staatssekretariats für Wirtschaft (SECO) waren Ende Juli 2016 139 310 Arbeitslose bei den Regionalen Arbeitsvermittlungszentren (RAV) eingeschrieben. Das sind 183 mehr als im Vormonat. Die Arbeitslosenquote verharrte bei 3,1 Prozent. Dagegen erhöhte sich die Arbeitslosenquote bei Jugendlichen um 1316 Personen auf insgesamt 17 107. Dies entspricht einem Anstieg von 8,3 Prozent.

Mehr Stellensuchende als im Vorjahr

Insgesamt wurden im Juli 199 347 Stellensuchende registriert. Dies sind zwar 1784 weniger als im Vormonat. Gegenüber der Vorjahresperiode stieg diese Zahl aber um 8408 Personen und damit 4,4 Prozent an. Aktuell sind beim RAV 10 648 offene Stellen gemeldet.

In der Schweiz sind Frauen in naturwissenschaftlich-technischen Berufsausbildungen immer noch arg untervertreten. Wieso meiden trotz vieler Gleichstellungsbemühungen junge Frauen Berufsausbildungen im Bereich Naturwissenschaft und Technik? Einen der Gründe deckte die Studie «Geschlechtsuntypische Berufs- und Studienwahlen bei jungen Frauen» auf. Die Frauen haben Vorfälle genannt, die sich auf die folgenden vier Kategorien verteilen:

n Das falsche Geschlecht: Den Auszubildenden wird zuweilen vermittelt, als Frau im falschen Beruf zu sein.

n Das exotische Geschlecht: Den Frauen wird mittels expliziter Nennung ihres Geschlechts vor Augen geführt, dass sie sich als Exotinnen in einer Männerwelt bewegen.

n Das archetypische Geschlecht: Die weiblichen Lernenden stellen fest, dass ihr Berufspotenzial gelegentlich auf stereotyp zugeschriebene Fähigkeiten reduziert wird.

n Das schwache Geschlecht: Besonders im Lehrbetrieb werden die interviewten Frauen oft auf ihre Körperlichkeit und äussere Erscheinung reduziert.

Bewältigungsstrategien

Folgende vier Kategorien der Bewältigungsstrategien wurden von den Frauen in der Studie genannt:

n Resilienz: Junge Frauen behaupten sich in männerdominierten Berufen, indem sie ihre Hartnäckigkeit und ihren Durchhaltewillen zum Ausdruck bringen.

n Assimilation: Bei der Anpassung als Strategie neigen die Lernenden dazu, Geschlechterdifferenzen fast vollständig zu negieren oder partiell abzuschwächen.

n Exzellenz: Der Druck, sich als kompetente Fachkraft behaupten zu müssen, äussert sich oft in einem forcierten Leistungsstreben.

n Vermeidung: Die jungen Frauen gehen belastenden Situationen bewusst aus dem Weg oder versuchen, diese vollständig zu ignorieren.