Publiziert am: Freitag, 19. September 2014

Die Berufsbildung machts möglich

INNOVATION UND INTERNATIONALITÄT – Schweizer KMU können im globalisierten Markt mithalten – dank viel Know-how und gut ausgebildeten Mitarbeitenden.

Hartnäckig halten sich die Klischees zur Schweizer KMU-Wirtschaft. Das eine lautet so: KMU haben kein Forschungsbudget, also sind sie wenig innovativ. Das andere: KMU sind rein inlandorientiert und exportieren nicht. Doch wie bei Klischees üblich, entsprechen sie in keiner Weise der Wirklichkeit.

Erstes Klischee: Innovation

Innovation hat viele Gesichter. Sie kann eine neue Erfindung oder auch die Verbesserung bestehender Produkte bedeuten. Die meisten KMU konzentrieren sich auf das zweite. Statt alles zu revolutionieren und damit viel zu riskieren, setzen sie auf inkrementelle Entwicklung; kontinuierliche Verbesserungen, Schritt für Schritt.

Das hat zwei hauptsächliche Gründe. Zum einen ist Innovation nicht ein separater Prozess, sondern sie geschieht «on the job». KMU haben keine separaten Abteilungen, die über Innovation nachdenken. Sie entdecken das Neue in der täglichen Arbeit. Im Rahmen von Aufträgen und im Dialog mit Kunden und Lieferanten entstehen neue Ideen. Diese werden dann an den Produkten ausprobiert und so entsteht Entwicklung. Dieser «co-kreative» Entwicklungsprozess lässt sich schwer formalisieren.

Zum anderen bauen KMU auf jene Ressourcen, welche sie am besten einsetzen können. Das sind die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Wegen der dualen Berufsbildung sind die Mitarbeitenden eigentliche Treiber des Innovationsprozesses. Dank ihrem Können werden die Ideen der Mitarbeitenden sofort umgesetzt. Die flachen Hierarchien in den Betrieben erleichtern diesen Prozess zusätzlich. Es überrascht nicht: Etwa die Hälfte der Innovation in KMU kommt direkt von den Mitarbeitenden. Mitarbeitende sind in der Lage, selbstständig Produkte weiterzu­entwickeln. Das ist das Ergebnis einer guten Berufsaus- und -weiterbildung.

Klischee zwei: ­Internationalisierung

Etwa ein Drittel der Schweizer KMU machen über einen Drittel ihrer Umsätze im Ausland. Für etwa ein Viertel stammen mehr als die Hälfte der Einnahmen aus internationalen Geschäften. Und noch mehr KMU sind im Inland in der globalen Wertschöpfungskette integriert: Als Zulieferer, Verarbeiter, Testlabor, Qualitätsprüfer oder Logistiker nehmen inländische Unternehmen an der Globalisierung teil.

Wer bei Export nur an Industrie denkt, täuscht sich. Nicht zuletzt auch als Dienstleister sind KMU globale Akteure. Vermögensverwaltung und Tourismus gehören zu den sehr stark international ausgerichteten Branchen. Und dies trotz – oder gerade wegen – ihrer Standortgebundenheit.

Und damit schliesst sich der Kreis. KMU sind innovativ. Weil sie innovativ sind, sind sie ein aktiver Teil der internationalen Wertekette. Das Bindeglied heisst Bildung: Nur dank der herausragenden Berufsbildung sind Schweizer KMU innovativ und damit international erfolgreich. Sc

SYNERGY 2014

High-Tech im Fokus

Am Mittwoch, 5. November, ab 
17 Uhr findet im Berner Kursaal einmal mehr das KMU-Forum synergy statt. Der traditionelle Anlass der Schweizer KMU-Wirtschaft richtet seinen Fokus dieses Jahr auf das Thema High-Tech-KMU. Sichern Sie sich Ihre Teilnahme an diesem vielseitigen KMU-Forum bereits heute und melden Sie sich gleich an.