Publiziert am: 23.01.2015

Die Schweiz steht für Innovation

SCHWEIZ–CHINA – Unser Land und seine Produkte sind im Reich der Mitte hoch angesehen. «Swiss made» steht für Vertrauen und Qualität. Wichtig im Umgang mit China sind Offenheit für kulturelle Unterschiede – und die intensive Pflege von Kontakten.

«Beim Freihandelsabkommen mit der Schweiz, das seit dem 1. Juli 2014 in Kraft ist, handelt es sich um das erste derartige Abkommen in Europa und das umfassendste, das China bisher abgeschlossen hat: ein echter Meilenstein.» Dies sagte Xia Ling, Chefredaktorin der «China Business Times», an der 66. Gewerblichen Winterkonferenz des sgv in Klosters.

Ihr 1989 gegründetes Blatt ist nicht bloss eine einflussreiche Zeitung, sondern zudem eine Brückenbauerin und eine Plattform, die – auch Schweizer – Unternehmen das 
Fussfassen in China erleichtern kann. Dahinter steht die 1953 gegründete All-China Federation of Industry and Commerce, Chinas grösster Handels- und Industrieverband mit Mitgliedern aus allen Branchen.

Hoch angesehene Schweiz

Die Schweiz geniesse im Reich der Mitte v.a. für ihre Innovationsfähigkeit einen ausgezeichneten Ruf, so Xia Ling. Deshalb stehe unser Land – nach den USA und Deutschland – auf der Top-3-Liste chinesischer Investoren. Schweizer Markenprodukte geniessen in China einen exzellenten Ruf und sind seit Jahrzehnten Synomyme für Qualität und Vertrauen. «Auf das Label ‹Swiss made› ist man bei uns ganz einfach stolz.»

Der riesige, rasant wachsende chinesische Markt biete innovativen Schweizer Unternehmen – insbesondere auch den KMU – ungeahnte Chancen. Allerdings müsse man sich bewusst sein, so Xia Ling, dass die Epoche der Billigprodukte vorbei sei: «Innovation und Dienstleistungsorientierung sind heute in China ebenso wichtig wie in der Schweiz.»

«KMU garantieren Stabilität»

KMU seien wichtige Kräfte für die ökonomische und soziale Entwicklung des Milliardenreichs und garantierten Stabilität. Mit einem Steueraufkommen von 50 Prozent, einer Patentquote von 60 Prozent, als Anbieter von 80 Prozent der Arbeitsplätze und einem Anteil von 99 Prozent aller Betriebe seien KMU nicht nur die dynamischste Gruppe von Unternehmen, sondern schlicht unverzichtbar für das chinesische Wachstum.

Bereits sind laut Xia Ling rund 400 Schweizer Firmen mit 900 Niederlassungen in China aktiv. Die Schweiz ist Chinas grösster Handelspartner in Europa; China andererseits der grösste Handelspartner der Schweiz in ganz Asien.

«Richtige» Partner finden

Der «Herausforderung China» stellt sich die Swiss Licht AG aus dem sanktgallischen Niederbüren. In China lässt sie u.a. LED-Leuchten für Strassen und Tunnel herstellen. Swiss- Licht-Gründer Matthias Gering nutzt China als Beschaffungs-, Europa als Absatz- und die Schweiz als Testmarkt und ist seit über zehn Jahren auf dem chinesischen Markt tätig.

Um in China Erfolg zu haben, empfiehlt Gering, lokale Dolmetscher idealerweise mit technischem Know-how beizuziehen. Persönliche, ausdauernd zu pflegende Kontakte seien ebenso unerlässlich wie eine Überwachung der Qualität vor Ort und möglichst auslaufender Produktion. Vorlaufzeiten von bis zu 15 Wochen erlaubten termingerechte Transporte. Das Wichtigste aber: «Schweizer KMU müssen lernen, Hilfe anzunehmen.» Nur durch die Auswahl der richtigen, lokalen Partner sei ein erfolgreicher Marktzutritt im Reich der Mitte überhaupt erst möglich.

Offenheit und Respekt

Wie wichtig es ist, in China Beziehungen zu pflegen, unterstrich auch Daniel Frutiger von der Zaugg AG im bernischen Eggiwil. «Trinken, Essen, Reden, Sitzen… – da müssen wir durch», sagte der Produzent von Schneeräumfahrzeugen und von Maschinen zur Präparierung von Snowboard-Halfpipes. Schweizer Unternehmen sollten nur solche Mitarbeitende nach China schicken, die auch den nötigen Respekt und die Offenheit für die Kultur des Landes hätten.

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