Publiziert am: 16.09.2016

Digitalisierung – mehr Chancen für KMU

helpy-Experten

Auf der Webplattform helpy empfiehlt die Stiftung KMU Schweiz ein Panel an ausgewiesenen Fachexperten zu den wichtigsten Fragestellungen für KMU. Im Vorfeld werden die einzelnen Experten kurz vorgestellt:

Daniel Stucki, Inhaber DS Management Consulting GmbH

Schweizerische Gewerbezeitung: Wie gehen die KMU mit der Digitalisierung um?

n  Daniel Stucki: Sehr unterschiedlich! Ich kenne viele innovative KMU – Start-up-Unternehmen und etablierte Firmen – die sich aktiv mit den Chancen und Risiken der Digitalisierung auseinandersetzen. Es gibt leider aber noch (zu) viele, welche glauben, dass sie sich diesem Megatrend entziehen und ihr Geschäft noch jahrelang wie bisher weiterführen können.

Was sind Chancen und Risiken für KMU in der Digitalisierung?

n  Das grösste Risiko dürfte der gerade bei KMU oft fehlende Bezug der obersten Firmenleitung sein zum Thema Digitalisierung. Die IT wird als lästiger Kostenfaktor oder schlicht als notwendiges Übel betrachtet, das man delegieren kann. Andererseits können die KMU flexibler reagieren als Grosskonzerne, ihr Geschäftsmodell rascher anpassen und neue Marktchancen wahrnehmen – ganz nach dem Motto «Nicht die Gros­sen fressen die Kleinen, sondern die 
Schnellen die Langsamen».

«KMU können flexibler reagieren als Grosskonzerne und ihre Geschäftsmodelle Schneller anpassen.»

In welchem Umfang muss ein KMU investieren, um sich digital gut aufzustellen?

n  Zuerst muss die Firmenleitung die Hausaufgaben machen und ihre Firmenstrategie im Hinblick auf die digitalisierte Zukunft überprüfen. Oft ist es nützlich, sich von externer Seite beraten zu lassen. Der Umfang der notwendigen IT-Investitionen ist stark branchenabhängig. Insgesamt werden die Aufwände sicher nicht kleiner, unabhängig davon ob man sich für eine firmeninterne IT oder eine externe Lösung (Cloud) entscheidet. Zudem wird die IT-Sicherheit immer wichtiger.

Wo sehen Sie bezüglich der neuen Technologien am meisten Potenzial für die KMU?

n  Es gibt zwei Aspekte: Einerseits können mit den neuen Technologien Prozesse optimiert werden, was zu einer Reduktion der Kosten führt. Andererseits können mit innovativen Angeboten und Dienstleistungen neue Märkte erschlossen und zusätzliche Kunden gewonnen werden.

Inwiefern unterscheiden sich die Bedürfnisse der KMU von denjenigen der Grosskonzerne?

n  Den KMU stehen nicht dieselben Ressourcen zur Verfügung wie einem Grosskonzern. Sie haben deshalb selten die Möglichkeit, alles selber zu machen. Pragmatische Lösungen sind gefragt, die rasch mit überschaubarem Aufwand umgesetzt werden können. Dazu brauchen sie externe Partner, welche die Bedürfnisse der KMU verstehen.Interview: CR