Publiziert am: Freitag, 7. September 2018

Ein Auslaufmodell?

VOLLVERSICHERUNG – proparis künftig mit mehr Eigenverantwortung.

Die Sammelstiftung proparis setzt im Spar- und Anlageprozess seit mehr als sechzig Jahren konsequent auf Rückversicherer: Die Absicherung bei Swiss Life, Axa Leben und Basler Leben ist ein wesentlicher 
Bestandteil der auf Stabilität und 
Sicherheit ausgelegten Strategie von proparis. Dank dieser Absicherung profitieren die Versicherten auch in schlechten Börsenjahren von einer ansprechenden Verzinsung.

Allerdings haben sich die Garantien der Lebensversicherer in den letzten Jahren markant nach unten verschoben. Allein seit 2015 haben sich die Garantieverzinsungen der Versicherungspartner für proparis mehr als halbiert. Und die Tendenz zeigt weiterhin abwärts.

Hintergrund der Entwicklung sind der weltweite Zinszerfall, die steigende Lebenserwartung der Versicherten und der für die Versicherer sehr eng gesteckte Risikorahmen. In der Folge wird es für Vollversicherer immer schwieriger, die Renditen zu erwirtschaften, die für umfassende Garantien nötig sind.

Wie bekannt ist, gab einer der proparis-Versicherer im Frühjahr den Rückzug aus dem Vollversicherungsgeschäft in der 2. Säule bekannt. Aufgrund der anhaltend schwierigen Entwicklungen dürften andere Versicherer folgen. Die proparis-Verträge mit ihren Rückversicherern laufen noch bis Ende 2020. Ab 2021 sind neue Lösungen gefragt.

Da sich diese Entwicklung im Vollversicherungsmodell bereits seit 
einiger Zeit abzeichnete, befasst sich proparis schon seit Längerem mit allen denkbaren Optionen. Entscheide sind noch keine gefallen. Klar ist jedoch, dass – wie bei anderen Vorsorgewerken auch – den sogenannten Selbstanlagen von proparis künftig ein deutlich grösseres Gewicht zukommen dürfte. Der Stiftungsratspräsident von proparis, Aldo Ferrari, ist denn auch überzeugt, dass «die Vorsorgewerke ganz allgemein in der Zukunft selber erheblich mehr Risiko werden tragen müssen. Das gilt nicht nur für uns bei proparis.»

Dabei arbeitet proparis bereits heute im Rahmen einer halbautonomen Lösung. Zwar ist der Rückversicherungsgrad noch immer sehr hoch: In der proparis-Bilanz per 31.12.2017 betrug der Anteil der mit Kapitalschutz versehenen Kapitalien 83% der ausgewiesenen Aktiven. Allerdings legte das von proparis auf eigene Rechnung verwaltete Poolvermögen in den letzten Jahren um ein Vielfaches zu und leistete in der Jahresrechnung 2017 einen erfreulichen Anteil zum insgesamt guten Anlageergebnis. Das gute Resultat bestärkt proparis-Präsident Ferrari in seiner Überzeugung: «Die laufende Entwicklung ist für proparis und die angeschlossenen Vorsorgewerke eine gute Chance. Wir werden sie zu nutzen wissen.»

pd

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