Publiziert am: Freitag, 22. Januar 2016

Eine Lebensader 
für die Schweiz «Zürich ist 
auf den Tunnel 
angewiesen» «Wir müssen schnell 
liefern – immer»

JA zur sicheren

Handelsverbindung

nach Italien

13,8 Mrd. Franken Ausfuhr

17,6 Mrd. Franken Einfuhr

Wichtig für die Wirtschaft – Ohne Sanierungstunnel 
kappen wir die Strassenverbindung zu Italien, einem der 
wichtigsten Handelspartner der Schweiz.

LEBENSMITTELTRANSPORT – Spezialisten für frische Lebensmittel wie Krustentiere, Fleisch und Geflügel sind auf eine direkte Strassenver­­bindung zwischen der Deutschschweiz und dem Tessin ­angewiesen. Jeder Zeitverlust wäre beispielsweise für den Frischeprofi Bianchi fatal.

«Die Schweizer und die Zürcher Wirtschaft sind auf gut funktionierende Verkehrsverbindungen ins Tessin und über die Grenze angewiesen», sagt die Zürcher Volkswirtschaftsdirektorin Carmen Walker Späh. Der Grund: Norditalien gehört zu den wichtigsten Handelspartnern der Schweizer Wirtschaft. Sowohl die Lombardei als auch Zürich sind in ihren Ländern wirtschaftliche Schwergewichte. Würde die wichtigste Strassenverbindung gesperrt werden, würden dies auch Zürcher Unternehmen zu ­spüren bekommen.

Schweizer Wirtschaft braucht Strasse

«Zwischen Zürich und dem Tessin erfolgt ein Grossteil des Handels via Strasse. Der Verlad auf die Schiene ist für diese Distanz wenig sinnvoll und nur begrenzt konkurrenzfähig», so Walker Späh. Das Gewerbe sei darauf angewiesen, zuverlässig, rasch und sicher von A nach B zu gelangen. «Aus diesem Grund setze ich mich neben dem Sanierungstunnel am Gotthard auch für den dringend notwendigen Ausbau im Mittelland (z.B. Gubrist, Glatttalautobahn) ein. Eine gute Erschliessung unserer effizientesten Verkehrswege ist wichtig.Mit dem Bau der zweiten Röhre wird es im Gotthardtunnel künftig keinen Gegenverkehr mehr geben. Dies erhöht die Sicherheit für alle Nutzerinnen und Nutzer und ist eine sinnvolle Investition für die Zukunft.»

«Sperrung nicht zu verkraften»

Zur Schliessung der Strassenverbindung ins Tessin für mindestens drei Jahre sagt die Volkswirtschaftsdirektorin: «Das wäre für den Verkehr nicht zu verkraften. Auch aus ökologischer Sicht wäre es nicht sinnvoll, den Tunnel zu schliessen. Dann würden viele Autos – und Lastwagen – einen Umweg über den San Bernardino machen. Dies führte im Bündnerland zu einem erheblichen Zusatzverkehr mit unnötigen Emissionen.»

Schweizer Unternehmen exportieren ihre Produkte durch den Gotthard ins Tessin und nach Italien. Viele Konsumgüter kommen durch den Strassentunnel in die Deutschschweiz.

Konumentinnen und Konsumenten sowie Unternehmen aus allen Schweizer Kantonen wären direkt betroffen, wenn der Gotthard über mehrere Jahre geschlossen werden müsste.

Verluste für Exportwirtschaft

Alleine aus den beiden Basel und dem Kanton Jura wurden 2014 Waren im Wert von 1,3 Milliarden über das Tessin nach Italien exportiert. Der allergrösste Teil durch den Gotthard-Strassentunnel. Die Schweizer Wirtschaft muss wegen des starken Frankens kämpfen, um wettbewerbsfähig zu bleiben. Bauen wir eine zweite Röhre, halten wir diesen Betrieben den Rücken frei. Ohne Tunnel blockieren wir ihnen den Weg zu den wichtigsten Absatzmärkten.

Ein Tunnel für die Schweizer

Wirtschaft

Den Gotthard-Strassentunnel sanieren wir insbesondere für die Schweiz. Lediglich 8 Prozent des Gesamtverkehrs fallen auf den transnationalen Güterverkehr, Tendenz sinkend. Dagegen wird die Wichtigkeit des Gotthard-Strassentunnels für die eigene Wirtschaft oft unterschätzt. Die Handelsbilanz mit Italien ist grösser als die mit China.

Existenziell ist der Bau einer zweiten Röhre für die KMU-geprägte Wirtschaft in den Kantonen Tessin und Uri. Wird der Sanierungstunnel an der Urne abgelehnt, drohen diesen Gebieten Einbussen in der Höhe von bis zu 300 Millionen Franken. Dörfer wie Airolo werden noch stärker entvölkert. Arbeitsplätze in Randgebieten, die kaum mehr zurückgeholt werden können, gehen für immer verloren.

Eine lückenlose Kühlkette, kürzeste Transportwege für täglich 30 Tonnen frische Lebensmittel während sechs Tagen pro Woche: Bianchi liefert ihre Ware an 8000 Kunden in der ganzen Schweiz. Darunter auch Waren von der Deutschschweiz ins Tessin. Ob kleine, ausgewählte Fachgeschäfte, Spitzenrestaurants oder Spitäler; ob frischer Fisch, Krustentiere, Fleisch oder Geflügel – die Ware muss stets perfekt gekühlt geliefert werden. Schnelle Arbeitsprozesse sind das A und O, Zeitverzögerungen in der Lieferung werden nicht toleriert. «Wir müssen unsere Waren nicht nur ins Tessin bringen, sondern sie dort auch noch verteilen, also eine Tour fahren», sagt Giulio Bianchi. Sein Bruder Paolo Bianchi – die beiden führen den Frischespezialisten in 4. Generation – ergänzt: «Könnten wir nicht mehr wie heute direkt durch den Gotthard-Strassentunnel liefern, sondern müssten auf die Bahn verladen, wäre dies fatal. Unsere Kunden interessiert nicht, warum wir zu spät sind – sie brauchen ihre Lebensmittel pünktlich.» Will heissen: Weil die seit 1881 bestehende Bianchi AG jederzeit garantieren muss, dass ihre Lieferungen absolut frisch sind, ist das Unternehmen auf eine Sanierungsröhre am Gotthard angewiesen. Paolo Bianchi sagt dazu: «Wir dürfen nicht zulassen, dass der Kanton Tessin vom Rest der Schweiz abgeschnitten wird. Die Tessiner Gastronomie und Hotellerie sind auf die Infrastruktur einer Verbindungsautobahn durch den Gotthard angewiesen. Die Bianchi AG ist es auch!»

Zeitplan unbedingt einhalten

Auch Thomas Murpf, Geschäftsleitungsmitglied der F. Murpf AG in Hägendorf, weiss, wie wichtig ein Sanierungstunnel am Gotthard ist. «Unseren Zeitplan müssen wir unter 
allen Umständen einhalten. Wir transportieren ausschliesslich Lebensmittel aus dem Norden in Detailhandelsgeschäfte sowie Gastronomiebetriebe im Tessin. Aus dem Südkanton sowie Norditalien werden wiederum Früchte und Gemüse, Käse, Salamiprodukte sowie andere Spezialitäten aus diversen Produk­tionsbetrieben in die Deutschschweiz transportiert.» Diese Produkte seien alle nur kurz haltbar. «Somit sind die Anlieferzeiten bei den Kunden zum grössten Teil fix terminiert. Dies mit einem Zeitfenster von plus minus 60 Minuten. In unserem Gewerbe sind die beiden Faktoren konstante, korrekte Kühlung bei +3 Grad sowie die Einhaltung der Zeiten ein absolutes Muss», bringt es der Fuhrhalter auf den Punkt. Spielraum gebe es keinen, deshalb sei das Unternehmen auf eine gut funktionierende, zuverlässige und schnelle Nord-Süd-Achse angewiesen. Und diese führe nur durch den Gotthard-Strassentunnel.