Publiziert am: 10.11.2017

«Einfach besser!» Chancengleichheit an Hochschulen Schlechte Karten für Job-Hopper

aktuell

Die Kampagne «Einfach besser!» will die Bevölkerung auf das Thema der Grundkompetenzen aufmerksam machen und Erwachsene mit Alltagsschwierigkeiten ermutigen, Kurse in Lesen, Schreiben, Rechnen und Computer-Anwendung zu besuchen. Die Kampagne wird vom Staatssekretariat für Bildung, Forschung und Innovation SBFI mitfinanziert. Die Trägerschaft bilden die Interkantonale Konferenz für Weiterbildung und der Schweizer Dachverband Lesen und Schreiben. Im Übrigen wird die Kampagne von zahlreichen Verbänden, Organisationen und Kantonen unterstützt. So organisiert das Berufsbildungsamt des Kantons Tessin «Bildungs­sequenzen» an Billetautomaten der SBB, man findet im Coop-Einkaufszentrum in Tenero Informationen über Kurse und kann einen TV-Spot anschauen.

Bachelorabsolventinnen von Fachhochschulen sind ein Jahr nach Studienabschluss signifikant seltener erwerbslos als ihre männlichen Kollegen. Dieser Unterschied besteht nicht nur in frauendominierten Fachbereichen wie Soziale Arbeit oder Gesundheit, sondern auch in den Bereichen Technik und IT. Dafür haben Männer ein Jahr nach Studienabschluss häufiger eine Führungs- oder Kaderposition inne und erzielen ein höheres Erwerbseinkommen. Eine vom Staatssekretariat für Bildung, Forschung und Innovation SBFI in Auftrag gegebene Studie zur Chancengleichheit an Schweizer Hochschulen (Universitäre Hochschulen UH, Fachhochschulen FH und Pädagogische Hochschulen PH) zeigt anhand statistischer Indikatoren auf, wie stark Frauen und Männer auf einzelnen Studien- und Karrierestufen – vom Erwerb der Studienberechtigung bis zur Professur – vertreten sind.

Wer als junger Erwachsener in wechselnden Jobs oder in Jobs ausserhalb des erlernten Berufs arbeitet, mindert bei Bewerbungen seine Chancen. Massnahmen, Arbeitslose möglichst rasch, unspezifisch und befristet wieder zu beschäftigen, könnten sich daher nachteilig auswirken. Dies zeigt eine Studie der Universität Basel, für die Angaben von Personalvermittlern aus vier Ländern ausgewertet wurden. Erste Analysen der schweizerischen Daten verweisen gemäss Studienleiter Christian Imdorf darauf, dass die Bedeutung von Arbeitslosigkeit in der Diskussion zu Arbeitsmarktchancen überschätzt werde.