Publiziert am: Freitag, 14. August 2015

Elite verteidigt Spitzenplatz

WORLDSKILLS 2015  – Die 43. Berufsweltmeisterschaften in São Paulo sind in vollem Gang und dauern bis am 16. August. Dabei kämpfen auch 40 junge Schweizer Berufsleute um Edelmetall.

Die WorldSkills Competitions finden zum ersten Mal in einem südamerikanischen Land statt. Austragungsort ist die pulsierende Wirtschaftsmetropole São Paulo, die grösste Stadt Brasiliens. Mit dabei 40 Schweizer Berufsleute, die sich in 38 Berufen mit den Weltbesten ihres Fachs messen. Mit rund 12 Millionen Einwohnern ist São Paulo die grösste Stadt Brasiliens. Als grösster Produktionsstandort des Landes mit rund 30 Prozent der industriellen Produktionskraft ist sie die Wirtschaftsmetropole des Subkontinents Südamerika. Zudem finden sich hier nicht weniger als 250 technische Schulen, in denen eine industrielle Berufsbildung angeboten wird. Für die Wettbewerbe steht mit dem Anhembi Convention Center das grösste Messegelände Südamerikas bereit, so weitläufig wie 37 Fussballfelder.

Botschafter für Qualität

Nach einer langen und intensiven Vorbereitungszeit zeigen die acht Frauen und 32 Männer an vier Tagen je fünf Stunden lang ihr Können und verteidigen den zweiten Platz in der Nationenwertung hinter Korea sowie europäisch den ersten Rang an den World Skills 2013 in Leipzig. Die Schweiz gehört somit zu den Top-Favoriten, doch die Konkurrenz ist gross – 1000 junge Menschen aus aller Welt in 46 Berufen jagen in São Paulo Edelmetall: «Unsere Kandidatinnen und Kandidaten kommen alle aus einer Lehre und sind es gewohnt, spontan und flexibel zu reagieren. Das ist ihr grosser Vorteil am Wettkampf», betont Ueli Müller, Generalsekretär von SwissSkills.

«Unsere Leute kommen aus einer Lehre und sind deshalb sehr flexibeL.»

Die zum grössten Teil vom Bund getragene Stiftung organisiert die WM-Teilnahme der Schweizer Delegation. «Unsere Teilnehmer sind Botschafter für Schweizer Qualität, unser Berufsbildungssystem und für die Leistungsfähigkeit der Schweizer Wirtschaft», sagt Christine Davatz, offizielle Delegierte der Schweiz sowie sgv-Vizedirektorin. Und sie ergänzt: «Das duale Berufsbildungssystem, in dem praktische mit schulischer Ausbildung kombiniert wird, ist das Herz der Schweizer Wirtschaft. Zwei Drittel aller Schweizer Schulabgänger entscheiden sich für eine Lehre.» Letzte Woche starteten 71 000 junge Menschen in diesen ersten Abschnitt ihres Berufslebens.

Gute Aussichten auf Medaille

Der Gipser-Trockenbauer Yassin Fischer aus dem luzernischen Malters weiss um seine Stärken: «Der Trockenbau liegt mir», versichert der 20-Jährige. «Deshalb habe ich mich in den Vorbereitungen vor allem auf meine Schwächen, die Stuckarbeiten und die Nassgipserei, konzentriert.» Auch die 19-jährige Janin Aellig aus dem zürcherischen Madetswil macht an diesen Weltmeisterschaften mit. «Ich freue mich, dieses Erlebnis mit dem gesamten Schweizer Team zu teilen», so Janin Aellig. Die Kosmetikerin Anne-Juliette Muggli aus dem luzernischen Meggen kümmert sich jeden Tag um die Schönheit ihrer Kundschaft: «Das Training für die WM war für mich eine einzige grosse Weiterbildung. Das finde ich super.»

«Ich finde es viel schöner, Botschafter für den Schreiner­beruf zu sein.»

Er hat noch nicht einmal die Lehre abgeschlossen – und vertritt schon die Schweiz als Bester seines Fachs: Der junge Schreinerlehrling Mirco Sig­ner aus St. Peterzell (SG) hat sich von der Regionalausscheidung bis zur Schweizer Meisterschaft gegen 900 Mitbewerber durchgesetzt. «Mir ist nicht so wichtig, der Beste von 900 zu sein. Ich finde es viel schöner, Botschafter für den Schreinerberuf zu sein.»

Spätestens am Montag wird es sich zeigen, wie die Schweizer Berufscracks an dieser Berufs-WM abgeschnitten haben. Offiziell empfangen wird das Weltmeisterschaftsteam am Mittwochabend im Fernsehstudio Zürich Leutschenbach.

Austragungsort 2019 steht fest

Die Würfel für die 45. WorldSkills Competitions 2019 sind gefallen. Die Generalversammlung von WorldSkills International hat sich im zweiten Wahlgang mit 31 Stimmen für Kazan, Russland entschieden. Die Hauptstadt der russischen Republik Tatarstan hat sich gegen Paris durchgesetzt. Corinne Remund

KAMPAGNE DES SBFI

Profis kommen weiter

Unter dem Slogan «Profis kommen weiter» startet die neue Kampagne von Berufsbildungplus.ch. 
Ein nationaler Plakataushang und eine vollständig überarbeitete Web-
site machen den Auftakt. Die Kam-
pagne bringt die Stärken der Berufsbildung sowie deren Bedeutung für die Jugendlichen, die Wirtschaft und die Gesellschaft mit wenigen Worten, starken Bildern und einer Prise Humor auf den Punkt.

LINK: www.sbfi.admin.ch