Publiziert am: 25.04.2014

Fährt das Land an die Wand

MINDESTLOHN – Ein staatlich diktierter Mindestlohn schädigt die Wettbewerbsfähigkeit und ­bedroht Stellen von Jugendlichen und Wiedereinsteigerinnen – ganz besonders in Randregionen.

Ein staatlich diktierter, weltweit rekordhoher Mindestlohn von 22 Franken pro Stunde würde der Schweizer Wirtschaft und den Arbeitnehmenden massiv schaden und das Land an die Wand fahren, sind sich Unternehmer aus allen Landesteilen einig. «Viele KMU könnten so hohe Löhne schlicht nicht zahlen und müssten schliessen, können sie die steigenden Lohnkosten nicht mit Stellenabbau oder Rationalisierungen auffangen», bringt es Nationalrat Jean-François Rime, Präsident des Schweizerischen Gewerbeverbands sgv, auf den Punkt. Und Valentin Vogt, Präsident des Arbeitgeberverbands, ergänzt: «Mit der Mindestlohn-Initiative setzen wir uns im internationalen Wettbewerb selbst schachmatt. Zudem höhlt ein gesetzlicher Mindestlohn die bewährte Sozialpartnerschaft aus.»

Hotellerie droht ein Kahlschlag

Gerade bei kleineren Hotels und Gastbetrieben in Randregionen würde ein staatlich festgesetzter Mindestlohn einen wahren Kahlschlag auslösen, ist hotelleriesuisse-Präsident Guglielmo L. Brentel überzeugt. «Wir zahlen schon heute doppelt so hohe Löhne wie die Österreicher. Müssen wir unsere Preise weiter erhöhen, laufen wir Gefahr, viele Schweizer Kunden und internationale Gäste zu verlieren.»

Marianne Meister führt als Unternehmerin in 4. Generation ein Lebensmittelgeschäft im solothurnischen Messen und amtiert zudem als Gemeindepräsidentin und Präsidentin des kantonalen Gewerbeverbands – sie arbeitet zwischen 60 und 65 Stunden pro Woche. Ein gesetzlicher Mindestlohn würde insbesondere Berufseinsteiger, Frauen und Leute mit tiefem Einkommen aus dem Arbeitsmarkt drängen, befürchtet Meister. Auch Teilzeitstellen, die es vor allem Frauen erlauben, ein wichtiges Zusatzeinkommen für die Familie zu verdienen, drohten zu verschwinden.

Studie bestätigt Befürchtungen

Ein vom sgv in Auftrag gegebenes Gutachten bestätigt Meisters Befürchtungen: Ein Mindestlohn kann Jugendliche dazu verlocken, ohne Ausbildung direkt ins Erwerbsleben einzusteigen – und damit in die Armut.