Publiziert am: Freitag, 4. September 2015

Für einen starken Auftritt

Knigge Today – Schlechte Umgangsformen störten die Inhaberin der Firma schon immer. Sie referiert in Firmen, Schulen und Privatkursen über Benimmregeln und erklärt, wie man sich verhält.

Im Jahr 2012 hat sich Susanne Abplanalp als Knigge-Beraterin selbstständig gemacht und die Training & Style GmbH gegründet. Unter «Knigge Today» bietet die diplomierte Marketingplanerin ihre Dienstleistungen für Unternehmen und Privatpersonen an. Zudem unterrichtet sie seit zehn Jahren Verhandlungstechnik und Business-Knigge an Bildungsinstitutionen. «Der Einstieg in die berufliche Selbstständigkeit war also eine logische Konsequenz meines bisherigen Werdegangs», sagt Abplanalp. «Gelebte Höflichkeit und Rücksicht waren mir schon immer wichtig. Vorgesetzte mit schlechten Manieren oder solche, die mir wenig Wertschätzung entgegenbrachten, motivierten mich nicht zu Höchstleistungen, sondern – im Gegenteil – frustrierten mich», sagt die Geschäftsführerin. In ihren Kursen setzt sie den Fokus deshalb auf Auftrittskompetenz, eine wertschätzende Haltung und echtes Interesse gegenüber anderen Menschen. Sie erklärt, wie diese Faktoren im Berufsleben gewinnbringend eingesetzt werden können. Doch wie kam Abplanalp überhaupt zu ihrer Geschäftsidee? «Eine fundierte fachspezifische Ausbildung war die Basis, daneben setze ich mich kontinuierlich mit dem Thema auseinander, denn auch Kniggeregeln passen sich den gesellschaftlichen Entwicklungen an», sagt sie. «Aktuelle Themen und Trends fliessen in meine Seminare ein, ebenso die Feedbacks meiner bisherigen Kursbesucher. Ich versuche mich ständig zu verbessern. Dankschreiben oder Anrufe spornen mich regelrecht an und rechtfertigen die umfassende Vorbereitung meiner Seminare: Denn vor den Workshops setze ich mich sehr intensiv mit den Briefings der Kunden auseinander.»

Aufträge braucht das Start-up

Neben der Tätigkeit als Dozentin ist die Auftragsgewinnung eine der zentralen Tätigkeiten von Susanne Abplanalp. «Bei der Vermarktung meiner Kurse profitierte ich von meinem Marketing-Hintergrund. Ich rufe wöchentlich potenzielle Auftraggeber an, obwohl die Weiterempfehlung durch bestehende Kunden immer wichtiger wird.» Inzwischen zählen Versicherungen, Leistungsträger aus dem Immobilienbereich und Informatikunternehmen zu ihren Kunden. Wege, sich von Mitbewerbern abzugrenzen, gäbe es viele, so die Erwachsenenbildnerin. «Aber immer mehr Unternehmen erkennen, dass die Auftrittskompetenz ihrer Mitarbeitenden ein Wettbewerbsfaktor ist, der beeinflussbar ist.» Ihre Kniggekurse beinhalten deshalb nebst den aktuellen Umgangsformen bei Begrüs­sung und Vorstellung auch den branchenüblichen Dresscode, Tischmanieren, Körpersprache und Small Talk. «Trend ist es, dass nicht nur Mitarbeitende mit Kundenkontakt geschult werden, sondern dass Unternehmen die gesamte Belegschaft anmelden. Dies zum Beispiel im Rahmen eines Lunchvortrags oder aber auch als halbtägiges Seminar.»

«Gute Vernetzung 
ist das A und O»

«Unternehmerin zu sein, schnell und unbürokratisch zu entscheiden – das und die Vielseitigkeit gefallen mir an meiner Arbeit. Manchmal vermisse ich den Austausch in einem Team», sagt Abplanalp. Einem Start-up empfehle sie deshalb, sich gut zu vernetzen und Hilfe in Anspruch zu nehmen. Ein Austausch auf Xing oder Unternehmertreffs seien sehr wertvoll. «Oft sind es nur kleine Tipps und die moralische Unterstützung, die mich wieder weiterbringen und von neuem motivieren.»

Für Start-Ups

Die Tipps der Expertin

Mut zur Kaltakquise: Jede Woche Telefonate mit möglichen Auftraggebern tätigen.

Individuelle Angebote: Genau zuhören und ein bedürfnisgerechtes Angebot erstellen.

Flexibilität: Das Ziel im Auge behalten und trotzdem flexibel sein, wenn es der Markt erfordert.

Lieben und leben, was man tut: Die Arbeit sollte Spass machen, denn letztlich spüren auch die Kursteilnehmer, dass das, was vermittelt wird, auch gelebt wird.

Auszeiten: Mindestens ein Tag pro Woche Erholung.