Publiziert am: 09.11.2018

Für einen starken Kanton Bern

berner kmu – Der kantonalbernische Gewerbeverband setzt auf die Förderung der Fachkräfte, die Schaffung von fairen Wettbewerbsbedingungen, die Nutzung der Chancen der Digitalisierung sowie auf den Ausbau der Infrastruktur und die Förderung von Innovation und Wachstum.

«Der Kanton Bern beeinflusst die Standortbedingungen der KMU wesentlich», stellt Berner KMU in seinem «Wirtschaftsprogramm 2019–2022» fest. Der kantonale Gewerbeverband will sich demnach auch in dieser Legislatur für so viel Staat wie nötig und so wenig Staat wie möglich einsetzen. «Das schafft eine solide Grundlage und Spielräume für eine prosperierende KMU-Wirtschaft.»

Fachkräftepotenzial ausschöpfen

Berner KMU will den Dialog zwischen Firmen und Schulen fördern. Der Verband organisiert im Herbst 2019 den ersten kantonalen Erlebnistag Berufsbildung. Die Zentren der Verbände für überbetriebliche Kurse öffnen für Jugendliche der 5. bis 7. Klassen die Türen. Berner KMU unterstützt zudem die Förderung von MINT-Fächern. «Kinder und Jugendliche müssen optimal auf die digitale Welt vorbereitet werden», sagt Präsident Toni Lenz. Staatliche und private Bildungsangebote im Bereich der Digitalisierung und der digitalen Transformation auf Tertiärstufe und in der Weiterbildung müssten begünstigt werden. Das Potenzial älterer Menschen müsse besser ausgeschöpft, die Weiterbildung gezielt gefördert werden.

Faire Wettbewerbsbedingungen

Berner KMU führt seit geraumer Zeit unter der Bezeichnung «fair ist anders» eine Sensibilisierungskampagne zur Rolle des Staates und seiner Unternehmen in einer freien Wirtschaft (die sgz berichtete mehrmals). «Staatsnahe Betriebe dürfen ihre privilegierte Position nicht auf Kosten bestehender und neuer Mitbewerber ausspielen können», fordert Lenz. Die Eigentümerstrategien des Kantons seien konsequent darauf auszurichten. So müssten etwa die Struktur und Mehrheitsverhältnisse

bei der BKW geklärt werden. Informatikaufträge seien nach den Regeln des Beschaffungsrechts auszuschreiben, fordert Berner KMU weiter. Die Begünstigung der staatseigenen BEDAG Informatik AG müsse beendet werden. «Es ist nicht Aufgabe des Kantons, eine solche Gesellschaft zu halten», stellt der Verband fest. Bei der kantonalen Gebäudeversicherung GVB seien über die Auflagen der Wettbewerbskommission hinaus das Ausnützen des Monopols und Quersubventionierungen anderer Bereiche zu unterbinden.

Chancen der Digitalisierung

Die digitale Transformation müsse auf kantonaler Ebene begünstigt werden, namentlich in der Bildung und bei der Ausgestaltung der Rahmenbedingungen. Sondersteuern auf neuen Prozessen, Anlagen und

Geräten lehnt Berner KMU ab. Stattdessen sei die digitale Transfor­mation im Bereich der Verwaltung, des Gesundheitswesens etc. zu forcieren.

«Gesamtarbeitsverträge und Mindeststandards gelten für alle bisherigen und neuen Marktteilnehmer und sind zu respektieren», hält der Verband weiter fest. In klassischen Unternehmen benötige die digitale Transformation häufig mehr Mut, Zeit und Aufwand als bei neu auftretenden Anbietern. «Es gehört zur unternehmerischen Aufgabe und Verantwortung der Betriebe selbst, richtig mit diesen Veränderungen, den sich bietenden Chancen und den damit verbundenen Gefahren umzugehen.»

Für eine gute Infrastruktur

Die grösste Herausforderung liegt nach Ansicht von Berner KMU darin, das Wachstum der Konsumausgaben des Kantons Bern «soweit zu begrenzen, dass die Investitionen auf einem vernünftigen Niveau verstetigt und gleichzeitig Reduktionen

der Steuerbelastung realisiert werden können». Mittel- und langfristig müssten fünf Prozent des Gesamtaufwands des Kantons für «echte» Investitionen zur Verfügung stehen. Im Bereich des kantonalen Strassenbaus seien die Mittel für den Aus- und Neubau sowie für die Agglomerationsprojekte aufzustocken und der Unterhalt bestehender Infrastrukturen zu gewährleisten. «In der Agglomeration Bern sind Kapazitätserweiterungen der Autobahnen vordringlich. Der Ausbau des Autobahnrings liegt im Interesse des ganzen Kantons.»

Innovation und Wachstum fördern

Die überdurchschnittliche Belastung der Unternehmen und natürlichen Personen durch Steuern im Kanton Bern müsse reduziert werden, so das Papier weiter. «Unbedingt gesenkt werden müssen die administrativen Belastungen, welche sich wie Fixkostenblöcke auf unsere KMU auswirken: je höher die Regulierungskosten, desto grösser die Produktivitäts- und Wettbewerbsverluste. Je kleiner die Betriebe sind, desto gravierender wirken sich die Nachteile aus.pd/En

www.bernerkmu.ch

BERNER KMU-AWARD63 Medaillen – 26-mal Gold

«Ein Merci für Marco»

Berner KMU hat an seiner Herbstdelegiertenversammlung in Herzogenbuchsee zum zweiten Mal den Berner KMU-Award verliehen. Mit Marco Liuzzi gewinnt erneut der Jüngste der vier Nominierten. Neben seinem Malereigeschäft in Biglen und seinem Engagement im örtlichen Gewerbeverein – bis letztes Jahr als Präsident und im vergangenen Oktober als OK-Präsident der Gewerbeausstellung – liegt Liuzzi die Berufsbildung besonders am Herzen. Der 40-Jährige leitet als Arbeitsinstruktor im regionalen Ausbildungszentrum des Maler- und Gipserverbands überbetriebliche Kurse, und an den Lehrabschlussprüfungen fungiert er als Fachexperte. Berner KMU hat den Award 2017 ins Leben gerufen, um sich bei verdienstvollen Mitgliedern – die sich nicht selten v. a. im Hintergrund engagieren – bedanken zu können.

63 Medaillen – 26-mal Gold

Christoph Erb, Direktor Berner KMU, würdigte noch einmal das äusserst erfolgreiche Abschneiden des Berner Teams an den SwissSkills 2018 in Bern, welches mit 63 Medaillen – darunter 26 Goldmedaillen – so erfolgreich war wie noch nie zuvor.

Unter Leitung von Berner KMU-Präsident Toni Lenz stimmten die Delegierten klar Ja zum kantonalen Steuergesetz, Nein zum kantonalen Energiegesetz und, auf eidgenössischer Ebene, Ja zum Observationsgesetz (Sozialdetektive). En