Publiziert am: Donnerstag, 27. März 2014

Für Frauen eine grosse Hürde

VERDRÄNGUNG – Die Konsequenzen einer Annahme der schädlichen Mindestlohn-­Initiative 
wären gerade für Frauen fatal. Viele berufstätige Mütter und Teilzeitarbeitende könnten 
ihre Stellen verlieren und laufen Gefahr, aus dem Arbeitsmarkt verdrängt zu werden.

Seit mittlerweile sieben Jahren arbeitet Cornelia Schaffner, gelernte Schuhfachfrau, im Schuhgeschäft «Spiess Schuhe Freizeit & Lifestyle» in Gelterkinden BL. «Schuhe zu verkaufen ist nicht nur mein Beruf, sondern meine Passion», erklärt die 55-Jährige. Für viele Verkäuferinnen und Teilzeitarbeitende könnte aber schon bald Schluss damit sein. Sie müssen nämlich bei Annahme der Mindestlohn-Initiative damit rechnen, dass ihnen gekündigt wird. «Klar mache ich mir Sorgen vor den Konsequenzen», sagt Schaffner. Obwohl sie selbst nicht das Gefühl habe, direkt von der Initiative betroffen zu sein. «Natürlich möchte ich Frau Schaffner nicht entlassen, denn sie ist eine unserer treusten und besten Mitarbeiterinnen», betont der Geschäftsführer Dieter Spiess. «Gerade weil davon ausgegangen werden muss, dass die 22 Franken pro Stunde erst der Anfang sind und der staatlich diktierte Mindestlohn immer weiter in die Höhe getrieben würde, haben gerade kleine Detailhändler keine andere Wahl, als Teilzeitpensen abzubauen und Leute zu entlassen. Treffen wird es gerade in unserer Branche vor allem Frauen.» In der Detailhandelsbranche würden im Falle einer Annahme in den folgenden Jahren viele Jobs gestrichen werden. «Man muss sich dann schon mehrmals überlegen, ob man als Arbeitgeber einen solch hohen Lohn für ein geringes Pensum auszahlen will», so Spiess.

Auf das zusätzliche Geld 
angewiesen

Cornelia Schaffner hat zu Beginn ihrer Anstellung im Schuhgeschäft zu 30 Prozent gearbeitet, dann 50 Prozent und jetzt wiederum 30 Prozent. «Ich bin auf das Geld auf jeden Fall angewiesen, auch wenn es nur 1500 Franken pro Monat sind», sagt sie. Das zusätzliche Geld würde der Familie am Monatsende definitiv fehlen.

«Schon nach der Geburt meiner Kinder war es schwierig, wieder einen Teilzeitjob zu finden und den Wiedereinstieg in den Beruf zu schaffen», beklagt Schaffner. «Mit der Mindestlohn-Initiative würden diese Hürden noch höher werden», befürchtet sie.

Für Cornelia Schaffner und viele andere Verkäuferinnen wäre es fatal, wenn die Initiative angenommen würde. «Vor allem Frauen würden Gefahr laufen, aus dem Arbeitsmarkt verdrängt zu werden», präzisiert Spiess.

«Vor allem Frauen 
verlieren.»

«Viele Jobs müssen gestrichen werden.»