Publiziert am: 08.04.2016

Für weitere Annäherung an China

SWISS CHINA BUSINESS COUNCIL – China hat einen neuen Botschafter in die Schweiz entsandt. Aus Anlass seiner Vorstellung lancierte der Schweizerische Gewerbeverband sgv eine neue Plattform zur Förderung des Austauschs zwischen den beiden Ländern.

Geng Wenbin heisst der neue Botschafter der Volksrepublik China in der Schweiz. Für seinen ersten öffentlichen Auftritt vor Schweizer Parlamentariern und Wirtschaftsvertretern hat Geng den Schweizerischen Gewerbeverband sgv ausgewählt. Im Berner Hotel Bellevue präsentierte der neue Gesandte seine Vision für die weitere Zusammenarbeit zwischen der Schweiz und China.

Freunde seit bald 70 Jahren

sgv-Präsident Nationalrat Jean-François Rime erinnerte bei der Begrüssung Gengs daran, dass die Schweiz bei der Gründung der Volksrepublik China zu den ersten westlichen Staaten gehört hatte, die mit dem kommunistischen Regime diplomatische Beziehungen aufnahmen. Am 17. Januar 1950 orientierte Bundespräsident Max Petitpierre den Vorsitzenden Mao Zedong über die offizielle Anerkennung des neuen Staates. Grund für diesen Entscheid der Eidgenossenschaft waren wirtschaftliche Interessen der Schweiz in China.

Rime hiess Geng in der Schweiz willkommen und gab seiner Hoffnung Ausdruck, das seit Juli 2014 in Kraft stehende Freihandelsabkommen möge den Handel zwischen den beiden Ländern weiter befördern.

«Energische Unterstützung»

Seine Exzellenz Geng betonte, er werde den Austausch zwischen der Schweiz und China energisch unterstützen». Trotz des rückläufigen Wachstms von rund 6,5 Prozent seien die Fundamente der chinesischen Wirtschaft weiterhin stabil, und das Reich der Mitte biete anhaltende «enorme Wachstumschancen». Die Dynamik der Entwicklung sei ungebrochen hoch, Urbanisierung und Modernisierung eröffneten ein enormes Potenzial.

Die Schweiz, so Geng, sei zwar vergleichsweise klein, aber dafür eines der innovativsten Länder der Welt. «Die Beziehungen zur Schweiz sind ein gutes Beispiel dafür, was Freundschaft zwischen Staaten bewirken kann.» Sein Ziel sei, das bestehende sehr gute Verhältnis zwischen der Schweiz und China weiter zu stärken.

Plattform für mehr Austausch

Anlässlich der Vorstellung des neuen chinesischen Botschafters in Bern lancierte der Schweizerische Gewerbeverband den «Swiss China Business Council». Yang Yuming, der Delegierte des sgv für die Beziehungen der Schweiz mit China, knüpfte an die Worte von Botschafter Geng an. Zwar sei die Schweiz rund 220mal kleiner als China, doch sei sie dank ihrer innovativen Unternehmen, der qualifizierten Fachkräfte und der hochwertigen Produkte eines der wenigen Länder Europas, die gegenüber China einen Handelsbilanzüberschuss aufweisen könnten.

«KMU AUS DER SCHWEIZ UND CHINA SOLLEN SICH BESSER KENNENLERNEN.»

Die vom sgv gegründete Plattform «Swiss China Business Council» soll laut Yang den Austausch zwischen Schweizer und chinesischen Unternehmen weiter erleichtern. «Wir werden ein Wirtschafts-Forum kreieren, innerhalb dessen sich KMU aus beiden Ländern besser kennenlernen», so Yang. Mit weiteren Besuchen von Schweizer Wirtschaftsdelegationen im asiatischen Riesenreich – und solchen von dort in der Schweiz – sollten die gegenseitige Wahrnehmung gestärkt, kulturelle Unterschiede begreifbar und mögliche Missverständnisse vermieden werden. Das Ziel sei, so Yang, dass Schweizer KMU ihr «Savoir faire» auf dem chinesischen Markt – möglicherweise in Kooperation mit chinesischen Unternehmen – umsetzen und so zu einer weiteren Verstärkung der wirtschaftlichen Bande zwischen den beiden Ländern beisteuern könnten.

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