Publiziert am: Freitag, 25. April 2014

Flexibel und partnerschaftlich

ATTRAKTIVE GRUNDBILDUNG – Schulisch leistungsstarke Jugendliche sollen die Möglichkeit einer lehrbegleitenden Berufsmaturität haben.

Anlässlich des letzten Spitzentreffens der Verbundpartner in der Be-rufsbildung war oft die Rede vom «Kampf um die Talente». Dabei war man sich einig, dass man auch in der Berufsbildung dringend auf schulisch und praktisch leistungsstarke Jugendliche angewiesen ist. Dazu Christine Davatz, sgv-Vizedirektorin: «Bei der Berufswahl wird Eignung und Neigung in den Vordergrund gestellt. Dies bedeutet einerseits, dass in der Berufswahlvorbereitung und vor allem in der Schulwahl während der obligatorischen Schule – also bei der Frage Langzeitgymnasium oder «normale» Oberstufe? – die richtigen Weichen gestellt werden. Dabei sollten eigentlich Eignung und Neigung der Jugendlichen im Vordergrund stehen.» Und weiter ergänzt die Bildungsverantwortliche: «Andererseits muss sich die berufliche Grundbildung aber auch attraktiv und zukunftsträchtig präsentieren, dass sich sowohl die Jugendlichen selbst,wie auch die Eltern angesprochen fühlen.» Konkret heisse dies, dass auch die beruflichen Perspektiven bekannt sein müssten. Dazu gehörten zweifellos attraktive Titel. Ein Thema, für das sich der Schweizeri-sche Gewerbeverband sgv in diesem Jahr besonders einsetzt.

Auch für dreijährige Berufslehre

Es müsse in der beruflichen Grund-bildung möglich sein, auch schulisch leistungsstarke Jugendliche abzuholen und dies geschehe nicht nur mit einem reichen Angebot an an-spruchsvollen Berufslehren und zahlreichen Freikursen, sondern insbesondere mit der Möglichkeit einer lehrbegleitenden Berufsmaturität. «Dies gilt nicht nur für vierjährige Berufslehren, sondern sollte wenn immer möglich auch für dreijährige berufliche Grundbildungen gelten», so Davatz. Zwar sei es verständlich, dass es bei einer dreijährigen beruflichen Grundbildung bedeutend schwieriger sei, zwei Tage pro Woche vom Betrieb weg zu sein und trotzdem eine umfassende praktische Ausbildung zu absolvieren. Sei ein Jugendlicher aber willens und fähig, dies durchzuziehen, sollte der Betrieb nicht einfach eine ablehnende Haltung einnehmen. «Wir erwarten aber auch von den Schulen und Behörden, dass sie die nötige Flexibilität an den Tag legen und gemeinsam nach einer passenden Lösung suchen. Gegenseitige Vorwürfe, man tue zu wenig für die einen, oder andere auszuspielen, bringen also nichts», ist Davatz überzeugt. Das Ziel müsse sein, individuell aber verbundpartnerschaftlich den geeigneten Weg zu finden. CR

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