Publiziert am: Freitag, 22. August 2014

«Flexibilität ist unsere grosse Stärke»

SCHMIDT WERKZEUGBAU GMBH – Der Kleinbetrieb der MEM-Branche im solothurnischen Wolfwil ist dank seinen vielseitigen ­Ausrichtung und hoher Agilität stetig gewachsen. Er bringt für namhafte Firmen Stahl in Bestform.

1986 als Einmannbetrieb gegründet, hat sich die Schmidt Werkzeugbau GmbH zu einem renommierten KMU entwickelt. Nach einem «Zwischenhalt» im Wolfwiler Industriegebiet Bännli, erfolgte 2007 nicht weit entfernt vom alten Standort ein Neubau, der Werkstatt und Büroräumlichkeiten in elegantem Design miteinander verbindet. Heute beschäftigt Gründer und Inhaber Roland Schmidt sechs Mitarbeitende. Seit seiner Gründung stützt sich das Unternehmen auf die drei Standbeine Formenbau, Stanzwerkzeuge und Präzisionsteile. «Für einen Betrieb unserer Grösse sind wir äusserst vielseitig, was eher unüblich ist. Diese drei Geschäftsbereiche ermöglichen uns eine grosse Flexibilität, bedeuten für uns aber auch Nachhaltigkeit. So kommen wir relativ krisensicher über die Runden und sind nicht von einer bestimmten Branche abhängig», erklärt Roland Schmidt seine Firmenphilosophie.

«Unsere drei 
Standbeine machen uns flexibel und 
krisensicher.»

Dementsprechend breitgefächert ist die Palette der Spritz- und Stanzwerkzeuge, welche in dem dynamischen KUM hergestellt werden. Sie reichen von Deckel für Kaffeemaschinen, Griffe für die Röstiraffel und Rahmen für das Bügeleisen über Gehäuse für einen Lichtschalter und Schraubenziehergriffe bis hin zu filigransten Elektronikteilchen und hochpräzisen technischen Teilen. Die gesamte Produktion, vom Entwurf und Skizze bis zur Abfertigung, erfolgt im Haus. Die Grundlage für die Werkzeugherstellung bildet die Werkzeugkonstruktion. «Wir konstruieren alles im 3D-Raum. Dies hat den Vorteil, dass der Polymechaniker die Daten vom Computer 1:1 übernehmen kann», erklärt der gelernte Werkzeughersteller. «Dieser Workflow ermöglicht uns eine äusserst effiziente Arbeitsweise, er ist nicht nur einfacher, sondern auch schneller.» In der 
Regel dauert der Herstellungs­prozess eines Werkzeuges zwischen 200 und 400 Stunden. «Für unser grösstes ­Projekt – ein Elektrotool – benötigten wir 3500 Stunden», so Schmidt. Gearbeitet wird hauptsächlich mit Stählen, die wir zu Spritz- und Stanzwerkzeugen verarbeiten.

Modernste Technologien

Dies erfordere höchste Präzision, weshalb ein kompromissloser Maschinenpark und neuste Technologien unerlässlich seien. «Aktuell sind wir mit vier Fräs- und Bearbeitungscentern, zwei Erodiermaschinen und zwei Schleifmaschinen sowie diversen Kleinmaschinen auf sehr modernem Stand. Nur so können wir wettbewerbsfähig bleiben und höchste Qualität in allen Bereichen sowie eine effiziente Durchlaufzeit und kurze Lieferzeiten garantieren», betont Schmidt. Gerade das Einhalten des Endtermines werde von den Kunden besonders geschätzt. Dies bedürfe aber in einem so kleinen Team minutiöse Planung und Organisation. Charakteristisch für das Unternehmen sind weiter der offene und direkte Kontakt zu Kunden und Lieferanten. Als besondere Dienstleistung werden Werkzeuge oft über mehrere Jahre bezüglich Unterhalt und Verschleissspuren begleitet.

Das Unternehmen, das jährlich rund 1,4 Mio. Franken generiert, arbeitet bezüglich Wärmebehandlung von Werkzeugen sowie Rohmaterials, im Formenaufbau mit Partnern zusammen. Seine Kunden sind mehrheitlich KMU aus der Bau-, Haushalts-, Elektronik- und Freizeitbranche. Dazu gehören unter anderen renommierte Firmen wie PB Swisstools, die Eugster Frismag AG, die Valbag AG, die Lanz AG usw.

«Die grösste Herausforderung ist es, gute Berufsleute zu finden.»

Einen hohen Stellenwert hat für Roland Schmidt auch die Firmenkultur. Dabei legt er grossen Wert auf ein transparentes Betriebsklima. «Der menschliche Aspekt spielt bei einem kleinen Team, das auf so engem Raum miteinander speditiv arbeiten muss, eine wesentliche Rolle. Die Chemie muss einfach stimmen.» Für die Zukunft könnte sich der engagiert und weitsichtige Unternehmer gut vorstellen, mit einem Lernverbund zusammenzuarbeiten und Lernende auszubilden. Die grösste Herausforderung sei es nämlich, gute Berufsleute zu finden. «Ich suche noch immer einen Polymechaniker. Ich finde niemanden mit den geeigneten Fachkompetenzen», bedauert Schmidt. Corinne Remund

Weiterführende Artikel