Publiziert am: 09.11.2018

Die Meinung

«Frau und KMU» – ein Dreamteam

Sie setzt sich erfolgreich im hart umkämpften Skimarkt durch, und mit innovativem Design zieht sie hochkarätige Kundschaft an Land. Das ist Francesca Kuonen, welche zusammen mit ihrem Bruder Marco mit AK Ski das Vermächtnis ihres Vaters weiterführt. Sie ist Recyclingunternehmerin, welche aus Abfall ein Erlebnis macht und sich in der Politik durchsetzt. Das ist Karin Bertschi, Geschäftsführerin ihres Familienunternehmens. Sie sind jung, dynamisch und haben die Führung in ihren Familienunternehmen übernommen. Sie sind zwei der Powerfrauen, welche am vergangenen Mittwoch auf der Bühne des KMU-Events «synergy» im Berner Kursaal standen.

Frauen, Führung und KMU: Das passt wie die Faust aufs Auge. In der KMU-Wirtschaft nehmen 35 Prozent der Frauen eine Vorgesetztenfunktion ein. Fast jede zweite Einzelfirma wird von einer Frau geführt. Auch im Verwaltungsrat sind Frauen in KMU mit 22 Prozent überdurchschnittlich vertreten (Durchschnitt aller Unternehmen 15 Prozent). Dies zeigt eine Studie der Universität St. Gallen von diesem Jahr. Eine Neuauflage der Studie ist bereits wieder vom sgv in Auftrag gegeben worden. Die Zahlen werden sich weiterentwickelt haben – und zwar ganz sicher im positiven Sinn.

In KMU finden die Frauen häufig individuell geeignete Lösungen, um Karriere und Familie unter einen Hut zu bringen. Beleg dafür sind die 70 Prozent teilzeitarbeitenden Frauen in KMU – auch in Führungspositionen. Frauenförderung wird in erster Linie durch gute Rahmenbedingungen für die Frauen erreicht, damit diese effizient arbeiten können. Als selbstständige Unternehmerinnen, treibende Kraft in einem Familienunternehmen oder als teilzeitangestellte Kaderfrau sind gerade Frauen, die daneben häufig noch Aufgaben in der Familie übernehmen, auf geringe administrative Belastung und das Vermeiden von bürokratischen Hürden angewiesen.

In KMU übernehmen Frauen viel schneller als in grösseren Unternehmen Positionen mit Verantwortung auf allen Ebenen. Sie können so ihre Stärken entfalten. Die Familienmanagerin wird zur Unternehmensmanagerin. Mit Blick für das Ganze und das Team kann sie neue Aspekte in die Führung einbringen. Andere Aspekte als ihr Kollege, welcher wettbewerbsbewusst den Erfolg des Unternehmens und seine eigene Karriere vorantreibt. Beide Stile haben ihre Stärken und können gewinnbringend in gemischten Teams eingebracht werden. Dass Unternehmen aller Art und Grösse von geschlechtergemischten Teams nur profitieren können, wissen wir beim Schweizerischen Gewerbeverband sgv nur zu gut. Ich bin ein bekennender Fan von gemischten Teams. Schon immer waren gut ausgebildete Frauen entscheidend am Erfolg des sgv beteiligt. Und deshalb ist es nur selbstverständlich, dass der Frauenanteil in der Geschäftsleitung des sgv 50 Prozent beträgt. Völlige Gleichstellung – ganz ohne den Zwang zur Quote.