Publiziert am: Freitag, 19. Juni 2015

Gase für alle Anwendungsbereiche

MESSER SCHWEIZ AG – Das inhabergeführte Familienunternehmen bedient den Schweizer Markt mit hochwertigen Technologien und Produkten aus dem Gasbereich. Es hat sich spezialisiert und mit diversen Gasen und Lieferformen eine Nische geschaffen.

Es gibt kein Produkt im täglichen ­Leben, das nicht irgendwie mit einem Gas in Verbindung gebracht werden kann: Angefangen beim Propan für den Gartengrill, über Kohlenstoff­dioxid im Mineralwasser und eine Stickstoff/Kohlenstoffdioxid-Mischung in der Frischhalteverpackung von Lebensmitteln bis hin zum Helium in den Ballonen am Kindergeburtstag oder der Banane, die mit Hilfe von Ethylen fertig reift. Dementsprechend vielfältig sind die ­Branchen, die von der Messer Schweiz AG mit ihren Produkten bedient werden. «Wir versorgen die Industrie, Medizin, Lebensmittel- und Pharmabranche», erklärt Geschäftsführer Hans Michael Kellner. Zu den weiteren Dienstleistungen des Gasspezialisten gehören technische Apparate, Gasversorgungsanalgen, Beratung, Handling und Service. Darunter fallen auch Anwendungstechniken, Flüssigkeitsstoffe, Kleinlieferdienste, Wohnlieferdienste für Medizinalsauerstoff, Flaschenunterhalt sowie Flaschenprüfungen. «Wir bieten alles aus einer Hand, von der Lieferung des Gases über die Rohrverlegung und Installation der Anlage bis hin zur Wartung», sagt Reiner Knittel, Leiter Marketing und Kommunikation.

«Wir investieren viel in unsere Mitarbeitenden.»

Die Firma ist in der gesamten Schweiz tätig und zählt rund 7000 Kunden, darunter ein paar hundert KMU sowie zahlreiche grössere Konzerne. Die Messer Schweiz AG ist beispielsweise der weltweite CO2- Lieferant für Red Bull oder hat die Raumsonde Rosetta mit dem entsprechenden Gas versorgt. Zuverlässigkeit, Qualität und kompetente Beratung gehören dabei zum A und O des Firmencredos. «Als flexibler und hochspezialisierter Partner bieten wir unseren Kunden über hundert verschiedene Gase und Gasgemische in unterschiedlichen Qualitäten und Lieferformen an. Für die effiziente und sichere Produktion der gewünschten Gase nutzen wir modernste Anlagen und komplexe Systeme. Ausserdem bürgen wir, dank unserer analytischen Geräte, für ­Präzision und exakt abgestufte Mischungen», so Knittel.

Die Sicherheit wird ganz 
gross geschrieben

In der Messer Schweiz AG haben Qualität, Umweltbewusstsein sowie der Schutz der menschlichen Gesundheit einen besonders hohen Stellenwert. Mit der sogenannten Sicherheits-Charta, welche sich dafür einsetzt, dass am Arbeitsplatz die Sicherheitsregeln eingehalten werden, einem Vollzeit-Sicherheitsbeauftragten, aber auch regelmässigen Schulungen und entsprechenden Kontrollen sowie einem prozessorientierten Qualitätsmanagement werden diese Werte in der Fima gelebt. «Die Gasbranche ist die sicherste Branche überhaupt. Bei uns ist alles zwei- und dreimal gesichert. Wir haben unzählige Gesetze und Vorschriften, die wir einhalten müssen», betont Kellner.

«Eine doppelte Fahrspur im Gotthard bringt mehr Sicherheit beim Befördern von Gefahrengut.»

Er muss es wissen – ist er doch seit 28 Jahren in der Gasbranche tätig und verfügt dementsprechend über ein riesiges Know-how. «Es passieren nur ganz wenige Unfälle, meistens sind es Auffahrunfälle auf der Stras­se», konkretisiert der CEO. Es gäbe eine Tunnelcodierung, die regle, welches Gefahrengut in welcher Menge welchen Tunnel passieren dürfe. Zudem seien die meisten Tunnels überwacht und sicher. Er ist jedoch überzeugt, dass eine doppelspurige Röhre – im Gotthardtunnel ist dies leider (noch) nicht der Fall – viel zur sicheren Beförderung des Gefahrenguts beitrage. Die Messer Schweiz AG transportiert ihre Produkte in dicken Stahlbehältern, kombiniert auf Strasse oder Bahn.

Know-how sichern

Zentral ist für das Unternehmen auch die Ausbildung des Nachwuchses. «Wir bilden drei Lernende im kaufmännischen Bereich aus. Dabei investieren wir immer viel Zeit in die jungen Leute», erklärt Kellner. Die Mitarbeitenden seien das wertvollste Gut der Firma, sie würden immer intern geschult und verfügten so über ein Spezialwissen rund um die Gastechnologie. «Wir sind auf kompetente und zuverlässige Leute angewiesen, deshalb stecken wir ein gros­ses Engagement in die Ausbildung und behalten die Lernenden, nur so können wir unser Know-how sichern und sind für die Zukunft gerüstet», betont der Firmenchef. Auch das Betriebsklima muss stimmen: «Die Leute sollen sich wohl fühlen und gerne hier arbeiten. Wir sind wie eine gros­se Familie.»

Beschränktes Wachstum

Obwohl das Unternehmen nicht direkt vom Frankenschock betroffen ist, macht sich die angespannte wirtschaftliche Situation trotzdem leicht bemerkbar. «Wir spüren den starken Franken deutlich. Die Aufträge der Metallbranche sind beispielsweise zurückgegangen», so Kellner und er ergänzt: «Da wir noch andere weniger oder gar nicht betroffene Branchen bedienen, ist dies nicht so gravierend. Allerdings stagniert unser Wachstum und wir stellen momentan keine neuen Leute mehr ein, wie wir das sonst jährlich tun.» Ebenso müssten Prozesse intensiviert, optimiert und durchleuchtet werden, um das Budget im Gleichgewicht zu halten. Der Gasmarkt hätte sich in den letzten Jahren verändert. Es herrsche ein starker Preisdruck. «Die Eigentumsverhältnisse und die Firmenpolitik haben sich verändert, die Geschäfte werden globaler gesehen und der Einfluss der EU ist klar gestiegen, während sich die Schweiz geöffnet hat», sagt Kellner.

«Wir spüren den starken Franken – die Aufträge der Metallbranche sind zurückgegangen.»

Eine weitere Herausforderung im Gasmarkt sind immer neue Gesetze, Vorschriften und Regulierungen. «Besonders im technischen Bereich nehmen immer wieder neue Vorgaben, an die wir uns halten müssen, überhand. Laufend werden Gesetze fast willkürlich geändert», erklärt Kellner. Er wünscht sich eine sinnvollere und praxistaugliche Koordination der Gesetzesvorgaben: «Einige Deregulierungen würden sicher nicht schaden.»

Corinne Remund

Schulungen zur SICHERHEIT Rund um GASe

Sicherheits-Seminare sind seit Jahren sehr beliebt

Der Sicherheitsaspekt ist für die Messer Schweiz AG ein zentrales Anliegen. Deshalb führt sie seit Jahren regelmässig sogenannte Sicherheits-Seminare durch. Diese erfreuen sich einer grossen Beliebtheit und finden heute nicht mehr wie ursprünglich vier, sondern ganze zwölf Mal pro Jahr statt. Das gute Image dieser Kurse hat zur Folge, dass die Feuerwehrpolizei, Schutz und Rettung, Kernkraftwerke, Konzerne, Spitäler und Schulen ihre Leute bei Messer Schweiz schulen lassen. Das Ziel des Seminars ist es, Mitarbeiter in Firmen und Betrieben für den richtigen Umgang mit gefährlichen Stoffen zu sensibilisieren und vorzubereiten. «Wir wollen das Sicherheitsbewusstsein im Umgang mit Gasen fördern und zeigen, dass man sich nicht fürchten muss, sofern die Kenntnisse da sind. Gase sind so weitaus weniger gefährlich als ihr Image», erklärt Bruno Suter, Leiter Technischer Verkauf der Messer Schweiz AG.

Diese Seminare sind in Vorträgen rund um die Gastechnologie und Vorführungen in der Praxis gegliedert. Sie veranschaulichen eindrücklich, welche Auswirkungen Gefahrstoffe und hier speziell Gase bei Unfällen auf Menschen und ihre Umgebung haben. Damit es gar nicht erst zu Unfällen kommt, liefert dieses Seminar allen Teilnehmern ein hohes Mass an Wissen rund um gesetzliche, organisatorische und bauliche Anforderungen. Die einzelnen Themen werden durch eindrucksvolle und aussagekräftige Experimente unterstützt, um die Auswirkungen von Unfällen anschaulich zu machen. So motiviert das Seminar seine Teilnehmer zum gewissenhaften Umgang mit Gefahrstoffen.

Von Praktikern für Praktiker

«Nur wenige machen sich bewusst, dass bereits kleinste Mengen oder geringe Unachtsamkeit fatale Auswirkungen haben können. Scheinbar harmlose Stoffe können so unter ungünstigen Bedingungen ein riesiges Gefahrenpotenzial entwickeln», betont Suter. So erfährt man beispielsweise, dass die Propanflasche für den Gartengrill besser draus­sen aufgehoben ist, man beim Arbeiten mit flüssigem Stickstoff Schutzbrille, Handschuhe und geschlossene Schuhe tragen muss, was berücksichtigt werden muss beim Transport von Gasgebinden und dass brennende Auto selten explodieren, wie die amerikanische Actionfilme uns immer weismachen – ein Vortrag von Praktikern für Praktiker, der Unternehmen und Mitarbeiter sensibilisiert. Technische Gase werden danach mit gebührendem Respekt behandelt. Im Umgang und bei der Lagerung wird eine erhöhte Sensibilität entwickelt und die gebotene Vorsicht tritt in den Vordergrund.CR

Aus der Praxis für die Praxis: Die Messer Schweiz AG schult in den Sicherheits-Seminaren Angehörige der Feuerwehrpolizei, Schutz und Rettung, die Belegschaften von Kernkraftwerke sowie Mitarbeitende von Konzernen, KMU und Spitälern.

MESSER GRUPPE

Bekenntnis zum Werkplatz Schweiz

Der Gasspezialist hat seinen Hauptstandort in Lenzburg. Dort befinden sich Produktionsstätte und Kompetenzzentrum. Das Unternehmen kann auf eine über 100jährige Tradition zurückgreifen und geht aus der C.A Scharpff, Cartonfabrik Lenzburg, respektive dem Sauerstoffwerk Lenzburg AG, das 1961 gegründet wurde, hervor. Die Firma beschäftigt in der Schweiz rund 100 Mitarbeitende und gehört zur Messer Gruppe Deutschland. Diese zählt zu den grössten internationalen Industriegasunternehmen mit Schwerpunktmärkten in Europa und China und beschäftigt weltweit 5500 Mitarbeitende. Sie hat den Hauptsitz in Bad Soden bei Frankfurt. Die Messer Group GmbH erzielte 2014 einen Umsatz von über einer Milliarde Euro.

Bedeutendste Wasser­stoffproduzentin

Die Messer Schweiz AG bekennt sich mit der eigenen Luftzerlegungsanlage in Visp auf dem Gelände der Lonza zum Werkplatz Schweiz. Sie ist so die bedeutendste Wasserstoffproduzentin der Schweiz. Getreu nach dem Motto «Alles über CO2» bietet das Unternehmen zusammen mit seiner Tochterfirma ASCO Kohlensäure AG in Romanshorn zudem komplette und individuelle CO2-Lösungen an. Das Unternehmen betreibt in der gesamten Schweiz 27 Gasdepots. CR