Publiziert am: 05.10.2018

Gegen Bevormundung

DOPPELTES NEIN – Die beiden Agrarinitiativen 
sind vom Tisch. Der sgv begrüsst den Entscheid.

Die Schweizer Stimmbevölkerung hat die beiden ideologischen und schlecht durchdachten Agrar-Initiativen abgelehnt. Die Schweizerinnen und Schweizer haben sich somit gegen steigende Preise, gegen mehr Einkaufstourismus und wachsende Bevormundung ausgesprochen, hält der sgv fest.

Den Preis für die Annahme hätten Konsumentinnen und Konsumenten und Unternehmen gleich doppelt bezahlt: Einerseits mit höheren Steuern für den ausufernden Kontrollapparat und andererseits über die steigenden Lebensmittelpreise. Insbesondere weniger gut Verdienende, welche mit knappem Budget haushalten müssen, hätten diese Preissteigerungen hart getroffen. Bei der Annahme der beiden kostentreibenden Initiativen wären alle Konsumentinnen und Konsumenten zusätzlich von einer wachsenden Bevormundung und weniger Auswahlmöglichkeiten betroffen gewesen.

Nicht noch mehr 
Einkaufstourismus

Schon heute geht ein Drittel der Konsumentinnen und Konsumenten im Ausland einkaufen. Bei steigenden Preisen und eingeschränkter Auswahl hätten noch mehr Schweizerinnen und Schweizer diese Option für ihren Lebensmitteleinkauf genutzt. «Bei der Annahme der Initiativen wäre einmal mehr das grenznahe Gewerbe betroffen gewesen. Deshalb ist der sgv über das Resultat der Abstimmung sehr erfreut», hielt sgv-Direktor und Nationalrat Hans-Ulrich Bigler fest.

Auch das überparteiliche Komitee, bestehend aus Mitgliedern der FDP, SVP, CVP, BDP, Wirtschaftsverbänden und dem Konsumentenforum kf, nahm die klare Abfuhr für die «Fair-Food-Initiative» und die Initiative «Für Ernährungssouveränität» erfreut zur Kenntnis. «Die Schweizerinnen und Schweizer haben mit der Ablehnung der beiden Initiativen aufgezeigt, dass sie keine steigende Lebensmittelpreise, keine verringerte Auswahl und keine staatliche ­Bevormundung wollen.»

«Interessen des Gewerbes 
verteidigt»

Auch Branchen- und kantonale Gewerbeverbände freuten sich über das klare Nein zu den beiden Agrarinitiativen. «Importverbote und staatliche Produktionsvorschriften hätten das Angebot im Detailhandel sowie im Gastgewerbe reduziert», schreibt Gastrosuisse. «Viele exotische Nahrungsmittel und Spezialitäten aus dem Ausland wären bei einem Ja nicht mehr erhältlich gewesen.»

Der Gewerbeverband Basel-Stadt zeigte sich «erfreut, dass die Stimmbevölkerung die Interessen des Gewerbes und der inländischen Arbeitsplätze verteidigt hat. Gerade die Grenzregion Basel hätte stark unter den Initiativen gelitten. Ein Ja hätte aufgrund der preissteigernden Wirkung den Einkaufstourismus weiter verstärkt und Arbeitsplätze gefährdet.»En