Publiziert am: 09.08.2019

Geschäftsautoinhaber entlasten

FABI – Die Kommission für Verkehr und Fernmeldewesen des Ständerats will den Verwaltungsaufwand für Unternehmen, die ihren Angestellten Geschäftsfahrzeuge zur Verfügung stellen, und für die Angestellten selbst vermindern. Private Nutzung und der Arbeitsweg sollen neu pauschal abgegolten werden.

Der bürokratische Aufwand für KMU ist nach dem Ja des Stimmvolks zu FABI (Finanzierung und Ausbau der Bahninfrastruktur) angestiegen. Die vorgeschlagene Umsetzung der Motion 17.3631 «FABI. Übermässige administrative Belastung bei Geschäftsfahrzeuginhabern» der Kommission für Verkehr und Fernmeldewesen des Ständerats (KVF-S) verringert den Verwaltungsaufwand für Unternehmen, die ihren Angestellten Geschäftsfahrzeuge zur Verfügung stellen, und für die Angestellten selbst.

Mit der Erhöhung der Pauschale auf 0,9 Prozent des Fahrzeugkaufpreises pro Monat werden die Nutzung des Fahrzeugs für den Arbeitsweg sowie die private Nutzung abgegolten. Dafür entfällt der Abzug der Arbeitswegkosten.

Das Eidgenössische Finanzdepartement (EFD) hat eine Vernehmlassung zur Besteuerung der privaten Nutzung von Geschäftsfahrzeugen eröffnet, die bis 22. Oktober 2019 läuft.

Vor und nach FABI

Vor dem Inkrafttreten der FABI-Vorlage mussten die Arbeitgeber für die private Nutzung des Geschäftsfahrzeugs (ohne Arbeitswege) pro Monat 0,8 Prozent des Fahrzeugkaufpreises im Lohnausweis des Angestellten als dessen Einkommen deklarieren. Die Arbeitnehmer ihrerseits konnten in der Steuererklärung einen unbegrenzten Fahrkostenabzug geltend machen.

Mit der Annahme der FABI-Vorlage durch das Volk am 9. Februar 2014 sind unselbstständig erwerbstätige Personen, die über ein Geschäftsfahrzeug verfügen, seit ­1. Januar 2016 verpflichtet, den Arbeitsweg mit 70 Rappen pro Kilometer als Einkommen zu versteuern. Bei der direkten Bundessteuer ist der Fahrkostenabzug für den Arbeitsweg auf 3000 Franken begrenzt. Auf Kantonsebene ist in der Regel ein höherer oder sogar ein unbegrenzter Abzug möglich.

Die von den Räten angenommene Motion 17.3631 «FABI. Übermässige administrative Belastung bei Geschäftsfahrzeuginhabern» fordert eine administrative Vereinfachung. Dank einer pauschalen Abgeltung der privaten Nutzung und der Nutzung des Geschäftsfahrzeugs für den Arbeitsweg. Der Fahrkostenabzug soll mit ihr wegfallen.

Abwägung der Interessen

Die Pauschale für die Besteuerung der privaten Nutzung des Geschäftsfahrzeugs wird von 0,8 auf 0,9 Prozent des Fahrzeugkaufpreises pro Monat angehoben. Somit ist es nicht mehr nötig, die tatsächlichen Arbeitswegkosten zu berechnen, da mit dieser Pauschale die Nutzung des Geschäftsfahrzeugs für den Arbeitsweg abgegolten ist. Der Fahrkostenabzug von maximal 3000 Franken bei der direkten Bundessteuer fällt weg, da er in der neuen Pauschale enthalten ist.

«Ob die Umstellung für KMU wirklich zu Kosteneinsparungen führt, ist noch nicht klar.»

Es wird für unselbstständig Erwerbstätige mit Geschäftsfahrzeug jedoch weiterhin möglich sein, die tatsächlichen Kosten der privaten Nutzung zu berechnen und Arbeitswegkosten geltend zu machen. Die neue, vereinfachte Besteuerung scheint den Verwaltungsaufwand sowohl für die Steuerbehörden als auch die KMU zu vereinfachen. Ob die Umstellung (Erhöhung der Pauschale) für KMU im Vergleich zum Verwaltungsaufwand jedoch letztlich wirklich zu Kosteneinsparungen führt, ist noch nicht klar. Es gilt, die Interessen abzuwägen. Zudem stellt sich die Frage, ob die Verordnung über den Abzug der Berufskosten, wie von der Motion gefordert, eine ausreichende rechtliche Grundlage darstellen kann.

Harmonisierung erforderlich

Die pauschale Abgeltung der privaten Nutzung des Geschäftsfahrzeugs ist von nun an in der Berufskostenordnung geregelt. Sie wird wahrscheinlich erst 2021 in Kraft treten. In der Zwischenzeit müssen zudem auch die Kantone festlegen, wie sie die Erhöhung der Pauschale bei den kantonalen Steuern ­regeln wollen. Aufgrund der er­forderlichen Harmonisierung der Lohnausweise ist damit zu rechnen, dass die Kantone ebenfalls den Satz von 0,9 Prozent übernehmen werden. Alexa Krattinger, Ressortleiterin sgv

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