Publiziert am: 23.01.2015

Gesundheitskosten dämpfen

SCHWEIZERISCHER DROGISTENVERBAND – Mit einer modernen Ausbildung sorgt der SDV für

gutes Fachpersonal. Damit schafft er die Voraussetzung für eine sichere Selbstmedikation.

Die Schweizer Drogerien setzen die ganzheitliche, eigenverantwortliche Gesundheit in den Mittelpunkt und räumen dabei der Selbstmedikation und den natürlichen Heilmitteln eine wichtige Rolle ein. Mit ihrer Beratung tragen sie dazu bei, dass täglich 130 000 Kundinnen und Kunden sicher und gut informiert ihre Gesundheit pflegen können. «Zur Behandlung leichter Erkrankungen geniesst die Arzneimittelabgabe durch Drogerien in der Schweiz ein sehr hohes Vertrauen», betont Martin Bangerter, Zentralpräsident des Schweizer Drogistenverbandes. 2011 habe jeder Bürger für die Behandlung leichter Erkrankungen und die Pflege seiner Gesundheit 89 Euro ausgegeben. «Das ist mehr als das Doppelte des europäischen Durchschnittes. Die Schweizer sind klar Weltmeister in der Selbstmedikation», so Bangerter. Drogerien würden so aktiv einen Beitrag für eine bessere Gesundheitsvorsorge und Gesundheitserhaltung leisten und dazu beitragen, dass dem Gesundheitswesen unnötige Kosten erspart blieben.

«Wir sind Weltmeister in der Selbstmedikation.»

Die Landschaft der Drogerien hat sich in den letzten 40 Jahren verändert. Mit 1161 Betrieben 1972 sowie 560 im Jahre 2014 hat sich der Bestand fast halbiert. Dies hat nicht nur mit altersbedingten Geschäftsauflösungen zu tun. Eine der grössten Herausforderung der Mitglieder sei es, gute zahlbare Standorte mit hoher Frequenz zu finden. «In der Innenstadt sind die Mieten heute auch für Drogerien fast nicht mehr zahlbar», stellt Bangerter fest. Allerdings kompensiere die Branche diesen Rückgang, dank vielen effizienten und umsatzstarken Betrieben. So erwirtschaftet eine durchschnittliche Drogerie im Bereich Gesundheit, Spe­zialernährung, Selbstmedikation und Kosmetik durchschnittlich 1,365 Mio. Franken.

«Wir pflegen unsere Kernkompetenzen – nur so sind wir glaubwürdig.»

Auch die Kernbereiche haben sich gewandelt. «Heute stehen im gesundheitlichen Bereich die Komplementärmedizin und die Herstellung von Arzneimitteln viel mehr im Vordergrund», sagt Bangerter. «Chemikalien und Sachpflege sind stark zurückgegangen, während Farbwaren, Spirituose und Wein fast ganz aus dem Sortiment einer Drogerie verschwunden sind.» Aufschwung erhalten habe dafür die Kosmetik und Parfümerie. Es sei wichtig, dass sich der Verband auf seine Kernkompetenzen «Heilmittel und Ausbildung» konzentriere. «Nur so sind wir glaubwürdig, können mitreden und rechtzeitig 
auf die politischen und gesetzlichen Prozesse Einfluss nehmen und diese nach Möglichkeiten mitgestalten», betont Bangerter.

Eine lange Tradition im Drogistenverband hat der Einsatz für den Auf- und Ausbau der Heilmittelverkaufsrechte der Drogerien. «Wir möchten, dass den Drogerien diejenige Abgabekompetenz zugestanden wird, die ihrer Ausbildung entspricht. Deshalb müssen Drogerien endlich sämtliche Arzneimittel der Selbstmedikation abgeben dürfen», fordert Bangerter. «Wir tragen so zur hohen Verfügbarkeit dieser Medikamente bei, ohne dass bei der Sicherheit Abstriche gemacht werden. Allerdings lässt die Umsetzung dieser Absichten im neuen Heilmittelgesetz noch auf sich warten.» Ebenso stellt die Finanzierung der Höheren Fachschulen für den in der Aus- und Weiterbildung engagierten Verband eine grosse Herausforderung dar. Genauso wie die zunehmende Regulierungsdichte: «Immer mehr Bürokratie behindert unsere Berufsleute bei der Ausübung ihres Berufes massiv», so Bangerter.

Kommunikation zur Imagepflege

Von zentraler Bedeutung ist für den SDV die Kommunikation. Ein umfassender Verbund an gedruckten und elektronischen Medien ist für die Imagepflege des Verbandes und seine Mitglieder unerlässlich. Bekanntestes Medium des Drogistenverbandes ist die Zeitschrift Drogistenstern: Jede Ausgabe wird von über 900 000 Menschen in der Deutsch- und Westschweiz gelesen. Damit gehört das Kundenmagazin der Drogerien zu den reichweitenstärksten Schweizer Zeitschriften überhaupt. Der wöchentliche elektronische Newsletter d-mail für die Fachwelt und das Fachmagazin d-inside gehören weiter zum Medienverbund des SDV. Über die Gesundheitsplattform www.vitagate.ch informiert die Drogeriebranche jeden Monat fast 180 000 User über wichtige Gesundheitsthemen. Das Bedürfnis nach einer fundierten Beratung im Gesundheitsbereich sowie qualitativ hochstehenden Produkten und individuell hergestellten Heilmitteln liege stark im Trend. Auch deshalb habe die Drogeriebranche viel Zukunftspotenzial. «Unsere Branche ist am Puls der Zeit, wir nehmen neue Trends auf, verstehen es, Nischen zu nutzen und mit den Gegebenheiten des Marktes zu spielen», sagt Bangerter.

Corinne Remund

AusBILDUNG

90 Prozent 
sind Frauen

Die Schweizer Drogistinnen und Drogisten sind hervorragend ausgebildet und durchlaufen eine achtjährige Ausbildung, bis sie die Verantwortung für die selbständige Führung einer Drogerie übernehmen dürfen. Dies macht Sinn, denn kein anderer Beruf vereint so viele verschiedene Elemente in sich. Die Laufbahn des Berufsnachwuchses besteht aus einer vierjährigen Grundbildung, zwei Jahren Berufspraxis sowie einem zweijährigen Vollzeitstudium an der Höheren Fachschule in Neuchâtel. Dort schliessen jährlich zwischen 30 und 40 Drogistinnen und Drogisten ihre Ausbildung ab. 2013 haben rund 1000 Berufsleute die Grundbildung absolviert. Auffällig ist, dass sich in der Drogeriebranche besonders viele Frauen finden, die über eine höhere Fachausbildung Karrie­re machen, um dann ein eigenes Geschäft zu führen. Die Branche verfügt über genug Ausbildungsplätze. Dazu Martin Bangerter, Zentralpräsident Schweizer Drogistenverband: «Im Durchschnitt bildet jede Drogerie fast zwei Lernende aus. Dies zeigt das grosse Engagement dieser Branche in der Ausbildung.» Die Berufsleute sind zudem verpflichtet, sich anschliessend laufend fort- und weiterzubilden. CR

DER SDV KURZ ERKLÄRT

90 Prozent aller Betriebe sind Mitglied

Der Schweizerische Drogistenverband wurde 1898 in Olten gegründet und ist aus verschiedenen kantonalen Verbänden hervorgegangen. Heute sind 521 Drogerien in der Deutsch- und der Westschweiz Mitglieder der nationalen Branchenorganisation der Schweizer Droge­rien – das sind fast 90 Prozent aller Schweizer Drogerien, allesamt KMU. Der SDV verankert die Drogerien in 
der Schweiz im Gesundheitswesen. Der Verband konzentriert seine Tätigkeiten auf die vier Geschäftsfelder Politik und Branche, Qualitätsmanagement, Aus-, Fort-, Weiterbildung 
und Sozialpartnerschaft sowie Me­dien und Kommunikation. Er bietet 
für seine Mitglieder eine wissenschaftliche Fachstelle sowie Ver­sicherungslösungen im Sach­versicherungsbereich an und verfügt über eine eigene Pensionskasse.

Drogerien sichern rund 4500 Arbeitsplätze, bilden 1013 Lernende und 
67 HF-Studentinnen und -Studenten aus. Ihren Umsatz von 802 Mio. 
Franken erwirtschaftet sie zu 
58 Prozent im Bereich Gesundheit, 
zu 37 Prozent im Bereich Schön-
heit und zu 5 Prozent im Bereich Sach­pflege. Sie finanzieren sich 
ausschliesslich über die erwirt­schaftete Marge und nicht über Beratungs­taxen oder andere 
Pauschalabgeltungen. CR