Publiziert am: Freitag, 24. November 2017

Grosse Änderung steht kurz bevor

ZAHLUNGSVERKEHR – Ab Juli 2018 gilt in der Schweiz ISO 20022-CH. Ziel der neuen Standards ist es, die Effizienz im Zahlungs­verkehr zu steigern sowie Fehler und Verzögerungen zu verhindern.

Firmen und Privatpersonen aufgepasst: PostFinance und die Banken verein­heitlichen ihren Zahlungsverkehr und führen ein standardisiertes Verfahren innerhalb des Schweizer Finanzplatzes ein. Das hat Folgen für alle. Ursache ist das im März 2012 von der EU lancierte Projekt SEPA (Single Euro Payments Area), welches die weltweite Vereinheitlichung von bargeldlosen Zahlungen zum Ziel hat. SEPA basiert auf einem neuen Standard: ISO 20022. Dieser neue Standard für den elektronischen Datenaustausch in der Finanzbranche, der weltweit und insbeson­dere in Europa eine immer wichtigere Rolle einnimmt, gilt ab Juli 2018 auch in der Schweiz: als ISO 20022-CH.

Mehr Effizienz, weniger Fehler

Die beiden Zahlungssysteme der PostFinance und der Banken werden unter der Leitung von SIX Interbank Clearing harmonisiert und auf die neuen Standards ausgerichtet. Ziel der Harmonisierung ist es, die Effizienz im Zahlungsverkehr zu steigern sowie Fehler und Verzögerungen zu verhindern. Die Umstellung umfasst Überweisungen, Lastschriften, Avisierung und Reporting.

«ERSTE ANLAUFSTELLE IST der SOFTWARE­PARTNER ihrer firma.»

Auch die Einzahlungsscheine werden auf das neue System angepasst. Um mit der neuen Zahlungsnorm ISO 20022 arbeiten zu können, müssen Schweizer Unter­nehmen deshalb ihre Abläufe und Software entsprechend aktualisieren. SIX plant, den Harmonisierungsprozess bis 2020 
abzuschliessen. Spätestens dann müssen alle Formate vereinheitlicht sein, damit der Informationsaustausch reibungslos funktio­nieren kann.

QR-Code integriert

Die Umstellung kann mit Kosten verbunden sein, hat aber auch Vorteile. Eine eindeutige Identifizierung der Kontonummer im IBAN-Format reduziert Erfassungs­fehler, Rückfragen und Rückweisungen durch Banken, was hilft, administrativen Aufwand zu vermindern. Eine standardisierte Validierung der Zahlungen erhöht die Verarbeitungsqualität bei den Banken und der Post, was Zeit spart. Mit der Inte­gration des QR-Codes können mehr Informationen gespeichert werden, was die manuelle Erfassung von persönlichen Daten überflüssig macht. Dank des neuen QR-Codes werden Überweisungen mit jedem Smartphone möglich.

Hard- und Software aktualisieren

Um mit den neuen Standards arbeiten zu können, benötigen KMU eine Buch­haltungs­software, die den neuen ISO-20022-Standard unterstützt. Gegebenenfalls muss die Hardware aktualisiert werden. Erste Anlaufstelle ist der Softwarepartner des Unternehmens. Zudem ist mit der Hausbank zu klären, wann die Migration erfolgt und wie konkret vorgegangen werden muss. Werden notwendige Anpassungen nicht gemacht, können Unternehmen zahlungsunfähig werden, weil die alten Formate von den Banken nicht mehr verarbeitet werden können. Im Fall der PostFinance erfolgt die Umstellung auf das neue Format bereits ab Januar 2018. Mit anderen Worten: Die Sache eilt!

Dieter Kläy, 
Ressortleiter sgv

Weiterführende Informationen zur Harmonisierung des Zahlungsverkehrs unter folgendem

So gehen Sie vor

 Kontaktieren Sie den externen Softwarepartner und klären Sie den Plan der Einführung ab.

 Kontaktieren Sie Ihre Hausbank und klären Sie ab, wie die Umstellung abläuft (Zeitpunkt, Vorgehensweise).

 Legen Sie das Update in Ihrer Firma fest.

 Testen Sie gegebenenfalls mit 
Ihrer Hausbank die Funktionalitäten früh genug, so dass die Umstellung reibungslos verläuft.