Publiziert am: Freitag, 12. Dezember 2014

Grosse Kompetenz und Kundennähe

GÄRTNEREI BAUMBERGER – Das KMU in Koppigen hat sich mit einem vielfältigen Angebot und Fachkompetenz als Nischenplayer in einer anspruchsvollen Branche etabliert. Mit den neuen Billag-Mediensteuern ziehen jedoch graue Wolken am Horizont auf.

Die Gärtnerei und das Blumenfachgeschäft Baumberger ist in einem prächtigen Bauernhaus untergebracht – ein wahrer Blickfang mitten im Dorf. Eingebettet in eine idyllische Landschaft am Tor zum Emmental präsentiert sich das KMU von Beat und Doris Baumberger als kleine Oase mit Ziegengehege, üppigen Gewächshäusern und einem Blumenparadies rund um Hof und Garten. Dieser optische Auftritt widerspiegelt sich in der Firmenphilosophie – einem freundlichen Service, einem breitgefächerten Sortiment in jeder Preisklasse sowie gros­ser Flexibilität: «Die Nähe zum Kunden ist gerade in einem Betrieb von unserer Grösse besonders wichtig. Mit speziellen Dienstleistungen wie Kübel­pflanzenvermietung und -überwinterung, Pflanzen­schutz­beratung, Haus- und Lieferservice auf Zeit, die Bepflanzung von Balkonkisten usw. heben wir uns von unseren Mitbewerbern ab», betont der diplomierte Gärtnermeister. Er führt das Unternehmen in der dritten Generation. Seine Grosseltern hatten die Gärtnerei in der Nachkriegszeit aufgebaut, und nach und nach wurde nachhaltig expandiert.

«Die Nähe zum Kunden ist besonders wichtig.»

Auch heute noch gelte in dieser Branche das Sprichwort «Ohne Fleiss kein Preis», damit man auf einen grünen Zweig komme. «Die diesjährige Saison war gut, allerdings wird es in Zukunft nicht einfacher werden», erklärt Baumberger. Er spüre den Preisdruck in der Branche, der auf bessere Konditionen der Grossisten zurückzuführen sei. Der erfahrene Detaillist setzt deshalb auf verschiedene Standbeine wie Blumengeschäft, Produktion von Topfpflanzen und Schnittblumen, Gartenunterhalt sowie Friedhof­gärtnerei. «Wir grenzen uns mit einer breiten Produktevielfalt ab», sagt Baumberger und konkretisiert: «Am meisten verlangt werden saisonale Pflanzen und Schnittblumen, aber auch die Dienst­leis­tungen im Garten- und Landschaftsbau bekommen immer mehr Bedeutung.» Dies sei darauf zurückzuführen, dass das Bedürfnis nach einem Rückzugsort in der Natur in unserer schnelllebigen Zeit immer grösser werde. «Besonders in den Sommermonaten ist der erweiterte grüne Wohnraum sehr gefragt», beobachtet Baumberger.

«Heute ist es sehr wichtig, gut qualifiziertes Personal auszubilden.»

Oberste Priorität hat im Betrieb seit je die Qualität. Dieses gleichbleibende Credo von Innovation, Sorgfalt und grosser Fachkompetenz wird von Generation zu Generation weitergeben. Darunter versteht Baumberger eine gezielte Auswahl, täglich frischer Pflanzen, die nachhaltige Produktion nach IP-Richtlinien sowie eine zukunftsorientierte Lehrlingsausbildung. Zu seinem Erfolgsrezept gehört für Baumberger auch, dass er selbst an vorderster Front steht und einen Auftrag von der Akquisition bis und mit Ausführung selber betreut. Das CO2-zertifizierte Unternehmen beschäftigt neun Mitarbeitende, davon zwei Lernende. Sie werden in der Gärtnerei (Fachrichtung Produktion) sowie im Blumengeschäft (Floristen) ausgebildet. «Heute ist es sehr wichtig, gut qualifiziertes Personal auszubilden. Denn wir brauchen auch in Zukunft versierte Fachleute», ist Baumberger überzeugt. Als Ausbildungsinstruktor Fachrichtung Produktion in den ÜK kennt er sich in der Lehrlingsausbildung bestens aus: Floristin sei ein Boomberuf, während die Nachfrage in der Produktion eher rückläufig sei. «Dies ist auf den Rückgang der Gärtnerei zurückzuführen. Es ist schwierig, eine Stelle zu finden, und die Bezahlung ist nicht besonders gut», sagt Baumberger.

Menschlicher Aspekt 
im Mittelpunkt

Sorgen bereitet ihm der schulische Rucksack der Lernenden, der vielmals ungenügend sei. Aus diesem Grund hätte er für dieses Jahr auf einen Lernenden verzichtet. Mit einer Lehrabgängerin, die schweizweit die beste Lehrabschlussprüfung absolvierte, ist sich der Betrieb einen höheren Standard gewohnt. Ihre Mitarbeitende sind für Doris und Beat Baumberger ein «kostbares Gut, das gepflegt werden will». Dabei spiele der menschliche Aspekt eine wesentliche Rolle. «Unser Team muss funktionieren, und wir müssen uns auf unsere Leute verlassen können. Es ist daher wichtig, dass sie motiviert sind und sich an ihrem Arbeitsort wohl fühlen.» Für die Zukunft hat sich die innovative Gärtnerei mit Blumengeschäft auf die Fahne geschrieben, noch effizienter und besser zu werden. «Man kann täglich dazulernen und den Betrieb noch optimieren», meint der kreative Geschäftsführer.

Corinne Remund

NEIN ZUR BILLAG-DOPPELBESTEUERUNG

«Gemeinsam dieser Abzockerei den Riegel schieben»

Der Preisdruck in der Branche, aber auch Abgaben, Regulierungen und die Bürokratie sind tägliche Herausforderungen, welche die Gärtnerei Baumberger im bernischen Koppigen wie auch viele andere KMU täglich zu meistern hat. Mit der neuen Billag-Mediensteuer rollt eine neue Steuerlawine auf das Unternehmen zu. Beat Baumberger hält gar nichts von diesen neuen Billag-Mediensteuern. «Es kann nicht sein, dass unser neunköpfiges Team je 400 Franken bezahlt, und dann zahlen wir nochmals so viel oder noch mehr für ­unser Geschäft.

«Die KMU werden immer mehr zur Milchkuh der Nation!»

Diese Doppelbesteuerung ist schlichtweg eine grosse Frechheit», ärgert sich Baumberger. Die Firmenfahrzeuge seien natürlich mit Radios ausgestattet und würden von den Mitarbeitenden auch benützt. «Uns bleibt nichts anders übrig, als die Steuern zu bezahlen oder die Radios auszubauen, was ein Witz wäre», so Baumberger. Die Billag sei für ihn mehr als ein rotes Tuch und machen ihn richtig wütend: «Die aufgeblasene SRG bereichert sich mit dieser Steuer schlicht und einfach an den KMU und presst sie wie eine Zitrone aus.»

Für Baumberger ist klar, dass sich die KMU mit vereinten Kräften dagegen wehren müssen. «Ich bin dem Schweizerischen Gewerbeverband dankbar, dass er gegen diese neue, unnötige Mediensteuer das Referendum ergriffen hat. Es kann und darf nicht sein, dass immer neue Steuern erhoben werden. Man sollte auf der Ausgabeseite die Handbremse ziehen. Die KMU werden immer mehr zur Milchkuh der Nation.» Auch als Vorstandsmitglied des Handwerks und Gewerbevereins Koppigen will er dieses Referendum unterstützen. «Es ist wichtig, dass unsere Mitglieder und Gewerbler dafür sensibilisiert sind und sich bewusst sind, welche nicht nachvollziehbaren Abgaben auf sie zukommen. Nur gemeinsam können wir dieser Abzockerei den Riegel schieben», ist der engagierte Gärtnermeister überzeugt. CR