Publiziert am: Freitag, 4. September 2015

Grosses Zeichen für Handicapierte

Integration Handicap – Menschen mit Behinderung sollen einfacher in den Arbeitsmarkt integriert werden können. Der Bundesrat empfiehlt ein entsprechendes Postulat zur Annahme.

Der Dachverband der Behindertenorganisationen Schweiz (Integration Handicap) ist erfreut darüber, dass Menschen mit Behinderung in Zukunft weniger Hindernisse antreffen sollen, wenn sie in den Arbeitsmarkt eintreten möchten. In der vergangenen Sommersession war darüber debattiert worden, wie diese Hindernisse sukzessive abgebaut werden können. Der Bundesrat emfahl dabei 
das Postulat «Nationale Konferenz zur Arbeitsmarktintegration von Menschen mit Behinderung» zur Annahme.

Bereits im Jahr 2011 hatte der Bundesrat die Fachkräfte-Initiative lanciert, um das Potenzial inländischer Arbeitskräfte zu stärken. Diese Initiative wurde vor dem Hintergrund der demographischen Entwicklung lanciert, geriet aber mit der Annahme der Masseneinwanderungs-Initiative und der unsicheren Entwicklung durch die Frankenstärke verschärft in den Fokus. Im Rahmen dieser Bestrebungen ergriff der Bund Massnahmen zur Förderung der Arbeitsmarktintegration von Frauen oder älteren Personen. Das grosse Potenzial von Menschen mit Behinderung wurde bislang vernachlässigt.

Motivation vorhanden

«Viele heute erwerbslose Menschen mit Behinderung sind motiviert und in der Lage, sich einer Aufgabe im ersten Arbeitsmarkt zu stellen», sagt Pascale Bruderer Wyss, Ständerätin (SP/AG) und Präsidentin von Inte­gration Handicap. Zwar sei es in den letzten Jahren dank Früherkennung und Frühintervention möglich geworden, vermehrt Arbeitnehmende trotz einer Erkrankung in ihrem Beruf zu halten, das Potenzial sei aber garantiert noch nicht ausgeschöpft.

Direkter Einbezug 
der Betroffenen

Mit der Befürwortung des Postulats und der nationalen Konferenz hat der Bundesrat das Potenzial von Menschen mit Behinderung erkannt und ein Zeichen zur Verbesserung der Situation gesetzt. Der Vorstoss von Integration Handicap verlangt ausdrücklich, dass an der nationalen Konferenz neben den betroffenen Ämtern und Institutionen auch Menschen mit Behinderung direkt mit einbezogen werden. Für eine wirksame berufliche Integration muss der Fokus auf die Kompetenzen und Qualifikationen eines Menschen gelegt werden, unabhängig seiner Behinderung.