Publiziert am: 09.04.2021

Härtefall-Pingpong

HIN UND HER – Die Härtefallgelder sollten eine schnelle und unbürokratische Hilfe darstellen. Dass dem in der Praxis nicht unbedingt so ist, zeigt der Fall von Marco Caviezel und seiner BikersBase in Pfäffikon (ZH).

Ihren Hauptsitz hat die McEvents AG von Marco Caviezel in Zug. Operativ tätig ist er jedoch in Pfäffikon (ZH). Dort befindet sich nämlich seine BikersBase. Und genau deshalb fiel Caviezel beim Härtefallprogramm zwischen Stuhl und Bank respektive zwischen die Kantone Zürich und Zug. Bis heute wartet der Unternehmer und Biker auf finanzielle Unterstützung.

Amt machte falsche Hoffnungen

Die Ausgangslage ist so simpel wie schlimm: Auch der Treffpunkt der Bikerszene nahe am Pfäffikersee leidet massiv unter den verordneten Massnahmen zur Eindämmung der Pandemie. Ein Umsatzeinbruch ist die logische Folge.

«… und ja, da fühle ich mich verarscht!»

«Wir konnten uns für die zweite Runde bei den Härtefällen anmelden», schildert Caviezel die Lage seiner BikersBase. Er machte sich schlau, kontaktierte seinen Treuhänder und schnell wurde klar: Im Kanton Zug kann er das Gesuch nicht einreichen, weil er dort nicht operativ tätig ist. «Man hat uns deshalb an den Kanton Zürich verwiesen.»

Also meldet sich Caviezel beim Kanton Zürich an. Zweimal wird er noch aufgefordert, Unterlagen nachzureichen, macht sich entsprechend Hoffnungen auf baldige Unterstützung aus dem Härtefallprogramm. Dann der Hammer: Gesuch abgelehnt. Die Begründung: Es handle sich um eine Zweigniederlassung. Caviezel: «Da haben wir grosse Augen gemacht. Das ist ein Pingpongspiel zwischen den Kantonen – und ja, da fühle ich mich verarscht!»

Der Kampf geht weiter

Caviezel hat viel Herzblut in die BikersBase gesteckt und 15 neue Arbeitsplätze geschaffen. Umso grösser ist seine Enttäuschung über den Zick-zack-Kurs der Behörden. «Das Geld hätten wir gut gebrauchen können, jeden Rappen davon», sagt er. Besonders bitter: Der Kanton Zürich rechnete ihm bei der Ablehnung des Gesuchs sogar noch vor, wie viel Geld er theoretisch hätte bekommen können, wenn denn das Gesuch gutgeheissen worden wäre: 13 550 Franken. «Wie unsere Firmenverhältnisse sind, haben sie von Anfang an gewusst», kritisiert Caviezel. All das ging aus den ersten eingereichten Unterlagen hervor. Und die Aufforderung, weitere Unterlagen nachzureichen, hatte entsprechende Hoffnungen geschürt.

Nun ist es nicht das Wesen und Wirken von Unternehmern, sich unterkriegen zu lassen. «Wir kämpfen weiter», verspricht der Mann mit dem markanten Bart und den tätowierten Armen. Auch in Zukunft sollen Biker und Bikerladies bei ihm dank Burger, Gin-Bar, Whisky-Lounge, Barbershop, Tattoostudio, Werkstatt und vielem mehr voll auf ihren Geschmack kommen.

Adrian Uhlmann

www.bikersbase.ch

Amtsschimmel

Wie es genau aussieht, wenn der Amtsschimmel in der BikersBase Halt macht, erfahren Sie auch in unserem TV-Format FOKUS KMU. Ausstrahlung ab Montag, 12. April, täglich um 17.25 Uhr auf TeleBärn, Tele M1, TeleZüri, tvo und tele 1, und ab Montag, 19. April, täglich um 17.25 Uhr auf Tele Z.

www.fokus-kmu.tv

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