Publiziert am: Freitag, 6. Oktober 2017

Helfer für weniger Unfälle

SICHER UNTERWEGS – Fahrzeuge werden immer sicherer. Mit eingebauten Assistenten nähern sie sich rasant dem autonomen Fahren. Viele Sicherheitssysteme sind noch nicht ganz ausgereift.

Selbstfahrende Autos wird es wahrscheinlich einmal geben. Bis es allerdings so weit ist, gilt es noch zahlreiche Hürden zu nehmen. Ein Beispiel dafür sind die gesetzlichen Rahmenbedingungen. Heute gilt: Grundsätzlich muss der Fahrer seine Hände am Lenkrad halten und sich auf die Strasse konzentrieren. Nebentätigkeiten wie Telefonieren, Mails-Checken usw. sind nicht erlaubt. Assistenzsysteme mit Selbstfahrfunktionen dürfen heute in Fahrzeuge eingebaut und verwendet werden, sofern sie übersteuer- oder abschaltbar sind. Bisher gab es nur wenige Ausnahmen – etwa für Versuche im innerstädtischen Verkehr (Schaffhausen) oder dem Postauto in Sitten. Automatisiertes Fahren für alle Verkehrsteilnehmer ist auf Teilstücken der Autobahn oder innerorts mit tiefen Geschwindigkeiten geplant.

Zahlreiche serienmässige 
Sicherheitsassistenten

Schon heute gibt es serienmässige Assistenten, welche die Sicherheit auf der Strasse klar erhöhen. Dazu gehören das längst eingeführte ABS, das beim Bremsen keine blockierten Räder mehr zulässt, sowie das ESP, das den Schlupf der Räder jederzeit kontrolliert und wo nötig eingreift. Praktisch alle Fahrzeuge sind schon jetzt mit einem Tempomaten mit Abstandsregelung ausgerüstet. Dadurch werden vor allem Fahrten auf der Autobahn sicherer, weil das Fahrzeug selbständig bis zum Stillstand verzögert und bei freier Strecke wieder auf die gewählte Geschwindigkeit beschleunigt. Eine ideale Einrichtung ist das automatisch abblendende Fahrlicht, welches unter anderem jeden Opel oder Mazda nachts sicherer macht, da es die Strasse immer optimal ausleuchtet. Auch Rückfahrkameras dienen der Sicherheit – allerdings dürfen diese nur beim Manövrieren eingesetzt werden, da Rückwärtsfahren über längere Strecken verboten ist. Verbaute Kamera (verschiedene Radar) in modernen Modellen erkennen etwa Fussgänger oder querende Velofahrer und reagieren selbständig. Sie überwachen auch den toten Winkel seitlich hinter dem Fahrzeug und warnen den Fahrer entsprechend.

Künftig miteinander 
kommunizieren

Für Transporter hat Mercedes-Benz den Seitenwindassistenten entwickelt. Er wirkt dem Druck einer Windböe in Millisekunden entgegen und hält den Wagen in seiner Spur. Unter dem gleichen Kapitel laufen die Trailer-Assistenten, welche ein Fahrzeug ohne Eingreifen des Fahrers auf den gewünschten Parkplatz ­lenken.

In Zukunft sollen alle im Auto eingebauten Systeme miteinander vernetzt sein, so dass alle Fahrzeuge miteinander kommunizieren können. So weiss beispielsweise Fahrzeug B bereits, wo Glatteis zu erwarten ist, weil Fahrzeug A dies gemeldet hat. Alle Hersteller arbeiten daran mit Hochdruck. Momentan werden noch eigene Systeme entwickelt, die nicht mit den anderen kompatibel sind – ähnlich wie die Stromtankstellen für Elektromobile. Davon gibt es viele, allerdings funktionieren fast alle nach einem anderen System. Schon eher im Bereich der realisierbaren Möglichkeiten ist das Valet-Parking-System, das Mercedes-Benz und Bosch entwickelt haben. Die Idee dahinter ist, dass man das Fahrzeug am Parkhauseingang abstellt, dieses selbständig parkiert und bei der Rückkehr des Fahrers diesen beim Ausgang abholt.

Roland Hofer