Publiziert am: 07.09.2018

«Ich lerne täglich in der Praxis»

Einzigartiges sprungbrett – Für viele Lernende ist die Lehre mehr als nur 
eine Ausbildung: Sie bekommen damit die Chance, selbstständig zu sein, können erste 
Erfahrungen im Berufsalltag sammeln und erhalten zahlreiche Karrieremöglichkeiten.

Die duale Berufsbildung weist einen hohen Qualitätsstand auf, ist bedarfsgerecht sowie praxisbezogen. Mit der Ausbildung von Lernenden sichern die Unternehmen den Nachwuchs an Berufsleuten und übernehmen damit eine wichtige Verantwortung. Doch welche Erfahrungen machen die Lernenden während ihrer Ausbildung? Wir haben bei Lernenden aus den verschiedensten Branchen sowie bei Teilnehmenden der nationalen Berufsmeisterschaften SwissSkills Bern 2018 vom 
12. bis 16. September nachgefragt:

Jérôme Hug hat sich in seiner ersten Lehre als Landschaftsgärtner ausbilden lassen. «Leider sind in diesem Beruf die Aufstiegsmöglichkeiten nicht so optimal, weshalb ich noch eine zweite Lehre als Maurer absolviere.» Der 20-Jährige will in der Baubranche Karriere machen und sich zum Bauführer und Baumeister weiterbilden. «Während der Lehre lerne ich täglich in der Praxis. Man kann sein Wissen gleich vor Ort umsetzen und sammelt viele 
Erfahrungen, auf die man immer wieder zurückgreifen kann. Das ist ein grosser Vorteil der Lehre, deshalb würde ich immer wieder diesen Weg einschlagen.» Zurzeit trainiert er für die SwissSkills 2018 in Bern: «Dieser Wettkampf bedeutet mir viel, und ich hoffe, dass ich es zuoberst aufs Treppchen schaffen werde.»

Noëlle Rossier ist im ersten Lehrjahr und lässt sich im Optikergeschäft Lienberger + Zuberbühler AG in Bern zur Augenoptikerin ausbilden. «Für mich war schon früh klar, dass ich eine Lehre absolvieren 
werde, damit ich mein eigenes Geld verdiene», so die 16-Jährige. Hier sei sie im richtigen Job. «Mein Beruf ist sehr vielfältig, und ich lerne immer wieder neue Gesichter kennen.» Auch im Betrieb fühlt sie sich wohl: «Wir sind ein kleines, aber feines Team, es herrscht ein gutes Klima mit direkten Wegen. Unser Chef hat immer ein offenes Ohr», sagt Rossier. Auch für die berufliche Zukunft hat sie bereits Pläne: «Mit einer Lehre hat man sehr viele Möglichkeiten, Karriere zu machen. Ich werde nach der Lehre die Berufsmatura machen und mich dann zur Optometristin weiterbilden.»

Für Stefanie Scheurer ist die 
Berufslehre in vielerlei Hinsicht ein Gewinn: «Ich kann mein erstes Geld verdienen, erste Berufserfahrungen sammeln und nebenbei noch die 
Berufsmaturitätsschule absolvieren. So kenne ich mich in der Praxis bestens aus, bevor ich Lebensmitteltechnologie studieren werde». Die Bäckerin-Konditorin EFZ schaut auf eine schöne Lehrzeit in der Bäckerei-Konditorei Märchy GmbH in Näfels zurück. «Meine Arbeit ist sehr vielfältig – dies ist der Vorteil eines kleinen Betriebes.» Die 18-Jährige bezeichnet ihre Teilnahme an den nationalen Berufsmeisterschaften als Krönung ihrer Ausbildungszeit. «Es ist für mich eine grosse Herausforderung und Auszeichnung, als eine der 12 Besten meines Metiers an den SwissSkills 2018 in Bern anzutreten», sagt Scheurer.

Noé Gehrig hat zuerst eine zweijährige Ausbildung zum Metallbaupraktiker EBA absolviert und lässt sich jetzt in einer dreijährigen Lehre als Metallbauer EFZ ausbilden. Er fühlt sich in seinem Ausbildungsbetrieb in der Ernst Fischer AG in 
Romanshorn (TG) wohl. «Hier kann ich von vielen Tipps und Erfahrungen profitieren und als Oberstift für die jüngeren Lernenden verantwortlich sein. Das ist eine Möglichkeit, mich selber noch mehr zu entwickeln», so Gehrig. Ein Höhepunkt in seiner Lehrzeit ist die Teilnahme an den SwissSkills Bern 2018. «Ich freue mich sehr, hier unter den Besten mein Können zu zeigen.» Wie es nach der Lehre weitergeht, weiss er noch nicht. Sicher ist jedoch, dass viele Aufstiegsmöglichkeiten bestehen: «Ich kann mich als Werkstattleiter, Schweissfachmann, Metallbaukonstrukteur oder als Montageleiter weiter ausbilden lassen», sagt Gehrig.Corinne Remund

www.swiss-skills.ch/2018