Publiziert am: 09.12.2016

Innovationen für den Klimaschutz

RESSOURCENSCHONUNG – Das Thema hat seinen festen Platz in Politik und Wirtschaft. Die Geschäftsmodelle der Firmen Terrabloc AG und Ampard AG zeigen, wie vielfältig Schweizer Firmen Ressourcenschonung umsetzen und damit auch das Klima schützen.

Das klimapolitische Ziel ist klar, die inländischen Treibhausgasemissionen müssen gemäss CO2-Gesetz bis im Jahr 2020 um mindestens 20 Prozent gegenüber 1990 sinken. Der Bund unterstützt mit dem Technologiefonds Firmen, die mit innovativen Produkten einen positiven Beitrag zum Klimaschutz leisten. Wie vielfältig sich Schweizer Firmen heute schon für den Klimaschutz einsetzen, erklärt Simone Riedel Riley, Leiterin der Geschäftsstelle des Technologiefonds: «Die Diversität der laufend eingereichten Gesuche zum Erhalt einer Darlehensbürgschaft vom Technologiefonds ist überwältigend. Die Palette an Geschäftsmodellen, die wir täglich prüfen, reicht von Innovationen im Gemüseanbau über solche im Gebäudemanagement und der Sensortechnik bis hin zu IT-Software. ­Allen gemeinsam ist das Ziel, durch Innovation Ressourcen zu schonen und direkt oder indirekt Treibhausgasemissionen zu reduzieren.»

Energiearmer Herstellungs-
prozess

Die Firma Terrabloc AG aus les Acacias-Genf und die Firma Ampard AG aus Zürich haben beide eine Bürgschaft des Technologiefonds erhalten, um die Kommerzialisierung ihrer Produkte erfolgreich voranzutreiben. Sie sind gute Beispiele der Diversität von innovativen Schweizer Firmen.

Terrabloc produziert luftgetrocknete Ziegelsteine aus Erdaushub, welche für Fassaden, Mauern oder Trennwände eingesetzt werden. Anders als bei gebrannten Lehmziegel werden bei Terrabloc weniger natürliche Ressourcen wie Sand, Kies und Lehm verbraucht. Die Innovation besteht im energiearmen Herstellungsprozess, der zum Ziel hat, schadstoffunbelasteten Erdaushub von verschiedenen Quellen zu einer passenden Mischung mit ähnlicher Konsistenz zusammenzufügen. Das Aushubmaterial kann nun dank Terrabloc zu einem attraktiven Produkt umgewandelt werden. Trotz guter Entwicklung ist die Wachstumsphase bei KMU meist ressourcenintensiv. Aus diesem Grund gibt das gewährte Darlehen des Technologiefonds der Terrabloc AG den notwendigen finanziellen Rückhalt bei der schrittweisen Umstellung der aktuell handwerklichen Produktion auf einen halbautomatischen Herstellungsprozess.

Die Wirtschaftlichkeit von 
Solarbatterien erhöhen

Einer völlig anderen Branche angehörig, aber ebenfalls im Förderfokus des Technologiefonds ist die Ampard AG. Das Kernprodukt der Firma ist ein Energiemanagementsystem zur Optimierung des Autarkiegrads von Einfamilienhäusern und KMU, welche über Solarzellen sowie Batteriespeicher verfügen. Die Steuerungssoftware AMPARD schaltet die einzelnen Batterien zu einem Schwarm zusammen. Diese virtuell aggregierte Speicherkapazität kann überschüssigen Netzstrom kurzzeitig zwischenspeichern und dadurch sogenannte Regelleistung bereitstellen, welche benötigt wird, um die Frequenz im Übertragungsnetz zu stabilisieren. Die Innovation erhöht die Wirtschaftlichkeit von Solarbatterien und treibt insgesamt die intelligente Einbindung von erneuerbaren Energien in einem dezentralen Energieversorgungssystem voran. Die Darlehensbürgschaft des Technologiefonds ermöglicht es, die Märkte Schweiz, Deutschland und Benelux weiterzuentwickeln.

Der Technologiefonds vergibt Darlehensbürgschaften im Umfang von bis zu 3 Millionen Franken an KMU aus der Schweiz, deren innovative, klimafreundliche Produkte gute Marktchancen aufweisen. Seit dem operativen Start im Januar 2015 konnten bereits 25 Darlehensbürgschaften im Umfang von insgesamt rund 30 Millionen Franken vergeben werden.

Interessierte Unternehmen können online in einem Vorab-Check prüfen, ob sie die wichtigsten Kriterien erfüllen. Die Geschäftsstelle des Technologiefonds wird durch die Firma Emerald Technology Ventures AG mit Subunternehmer South Pole Group operativ geleitet.