Publiziert am: Freitag, 5. September 2014

Innovatives Duo am Werk

Aktueller Test – Der völlig neue Renault Trafic (praktisch baugleich mit dem Opel Vivaro) hält in der Schweiz Einzug. Die sgz hat den Kastenwagen in zwei Motorversionen bereits getestet.

Seit 13 Jahren wird der Renault Trafic in der bisherigen Generation in Sandouville (F) und der Opel Vivaro in Luton (GB) produziert. Die beiden Transporter entstammen seit jeher einer gemeinsamen Entwicklung. Bei der jetzt anlaufenden, neuen Generation hat sich das Design aussen gründlich gewandelt und ­signalisiert die Moderne. Hoch 
angesetzte Scheinwerfer klemmen den grossen Kühlergrill sozusagen ein. Die von oben kommende Längs­sicke in der Flanke nimmt die Formensprache von Opel auf, während das Armaturenbrett Renault-Modellen sehr ähnlich sieht. Die Heck­partie, die sich schon beim Vorgänger bestens bewährt hat, konnte praktisch unverändert übernommen werden, allerdings sind jetzt sämtliche sichtbaren Teile in Wagenfarbe lackiert.

Von insgesamt 21 Zentimeter Mehrlänge profitiert die Fahrerkabine (+ 3 cm) genauso, wie der multifunktionale Laderaum. Vorerst ist der Vivaro in zwei Radständen lieferbar, später werden noch ein Hochdach, sowie die Varianten Chassis-Kabine und Chassis-Doppelkabine dazu stossen. Ganz raffiniert ist die Möglichkeit, im Laderaum einen «Innendachträger» zu montieren. Da können bis zu 13 Kilo schwere Stangen, Rohre und dergleichen sicher verstaut werden.

Durchdachtes Ladekonzept

Eine echte Innovation sind auch die beiden Klappen zwischen Laderaum und Kabine, mit denen ein Durchgang für bis zu 3,75 Metern lange Gegenstände geschaffen wird (4,15 Meter mit langem Radstand). Bis zu 18 Zurrösen stehen für eine korrekte Fixierung des Ladegutes zur Verfügung.

Sozusagen als mobiles Büro wurde die Fahrerkabine gestaltet. Da fehlt es an wirklich nichts, sogar ein ­PC-Tablet und ein Smartphone ­lassen sich anschliessen. Zahlreiche raffinierte Ablagen helfen Ordnung zu halten. Serienmässig verfügt der Renault Trafic auf der Innenseite 
der rechten Sonnenblende über ­einen riesigen Spiegel. Dieser ist ­weniger als Schminkspiegel gedacht, als vielmehr ein Sicherheitsinstrument, denn nur über ihn kann 
eine in spitzem Winkel einlaufende Strasse vollständig überblickt ­werden. Wer sich die Rückfahrkamera leistet, findet ihr Bild im 
R-Linkmonitor oder im Innenrückspiegel.

Downsizing in vier Leistungen

Völlig neu ist der 1,6 Liter grosse Vierzylinder für das Transport-Duo. Das Gemeinschaftswerk ist optimal auf die jeweiligen Einsatzbedürfnisse (Lieferdienst Innenstadt, Überland, Autobahn) ausgerichtet. Mit einfachem Turbolader sind 90 respektive 115 PS abrufbar. Noch raffinierter ist die Twin Turbo-Ausführung, denn hier werden 120 oder 140 PS freigesetzt und ein Stopp-Start-System sorgt für tiefstmögliche Verbräuche.

Mit der 115 PS-Version sind bestimmt alle gut bedient, die vornehmlich in der Agglomeration operieren. Richtig Spass macht der Trafic/Vivaro mit der reisetauglichen 140-PS-Variante.

Roland Hofer

WISSENSWERTES

Modell: 
Renault Trafic 1.6 dCi 115 (140)

Motor: 
4-Zyl., 1598 ccm, Turbodiesel

Leistung (kW∕ PS): 84 ⁄ 115 
bei 3500 ⁄ min (103 kW ⁄ 140 PS)

Drehmoment (Nm): 
300 Nm ab 1500 ⁄ min (340 Nm)

Kraftübertragung: 
6-Gang manuell ⁄ Vorderrad

Fahrleistungen: Spitze 168 km ⁄ h, 0-100 km ⁄ h 12,4 Sek.

(181 km ⁄ h, 0-100 km ⁄ h 10,8 Sek.

Verbrauch (EU-Norm): 6,5 l ⁄ 100 km, CO2 170 g ⁄ km (6,1, 160 g ⁄ km)