Publiziert am: 04.07.2014

Intelligentes Frühwarnsystem für KMU

Gesundheit – Krankheitsbedingte Ausfälle von Mitarbeitenden verursachen in KMU hohe Kosten. Die active care ag in Winterthur setzt sich mit der Gesundheitsprävention auseinander und hat dafür KMU-taugliche Lösungen entwickelt.

Die active care ag in Winterthur setzt sich seit acht Jahren für die gesundheitliche Prävention in Betrieben ein. «Es ist eine unbestrittene Tatsache, dass gesunde und motivierte Mitarbeitende bessere Leistungen erbringen», sagt Martin Brunner, Unternehmensberater und Mitglied der Geschäftsleitung. Der 32-Jährige gründete mit seinem Partner und Geschäftsleiter Ivo Nater die active care ag, um Unternehmen bei der Gesundheitsförderung im Betrieb zu unterstützen. «Viele unserer Kunden sind KMU, deren Mitarbeitende teilweise längere Zeit krankheitsbedingt ausfallen», präzisiert Brunner.

Das betriebliche Gesundheitsmanagement basiert auf zwei zentralen Punkten. «Primär sollen die Bedingungen am Arbeitsplatz verbessert werden. Dazu müssen die Missstände im Betrieb behoben werden», erklärt Nater und ergänzt: «Andererseits müssen Mitarbeitende zu einem gesundheitsbewussten Verhalten sensibilisiert werden.» Auch Brunner stellt klar: «Im Fokus stehen dabei die Gesundheit und die Motivation der Mitarbeitenden, denn so fallen sie weniger oft aus und kündigen seltener. Zudem wird so die Produktivität und Arbeitsqualität gesteigert.»

Das Drei-Säulen-Konzept

Die drei Säulen des betrieblichen Gesundheitsmanagements sind Prävention in KMU (Gesundheitsförderung), Intervention mittels prozessorientierten Absenzmanagements sowie ganzheitlicher Integration in Form eines Casemanagements. «Einen wichtigen Stellenwert hat dabei die Prävention. Als KMU-Unternehmer kann man sich nicht genug früh damit beschäftigen», betont Brunner.

Zehn bis dreissig Prozent der Mitarbeitenden in Firmen fühlen sich überlastet, gestresst und zeigen Anzeichen der Erschöpfung respektive eines Burnouts. Dies geht aus einer Stressstudie des Staatssekretariats für Wirtschaft SECO hervor. Typische Symptome hierfür seien beispielsweise psychosomatische Beschwerden, emotionale Probleme, Unzufriedenheit bei der Arbeit und ein hohes Risiko für Herzkreislaufprobleme.

Genau dort setzt das betriebliche Gesundheits- und Absenzmanagement ein. «Bei einer allfälligen Arbeitsunfähigkeit können sich Vorgesetzte unverzüglich bei uns melden. Die unabhängige Absenztriage mit der active care ag führt zur ersten subjektiven Falleinschätzung. Je nach dem wird schliesslich ein sogenanntes Casemanagement eingeleitet», erläutert Nater. Als erstes sucht die Casemanagerin oder der Casemanager das Gespräch mit allen beteiligten Parteien – das heisst mit der betroffenen Person, dem Vorgesetzten, eventuell dem Versicherer, den Ärzten und Psychologen oder Psychiatern. Dabei werden mögliche Ursachen ermittelt und in Workshops Massnahmen und Lösungen erarbeitet. Dies stets unter der Prämisse einer sanften und gezielten Wiedereingliederung in den Arbeitsprozess. Dabei gilt: je rascher, desto besser. «Wir rechnen ab dem 30. Abwesenheitstag mit einer Betreuungsdauer von bis zu zwei Jahren, bis der Mitarbeitende im besten Fall wieder vollständig in den Arbeitsprozess integriert werden kann», so Nater. Zur Unterstützung des Absenzmanagements stellt die active care ag ihren Kunden – diversen Verbänden oder auch einzelnen KMU – ein webbasiertes, aktives Absenzenmanagement in Form eines IT-Tools zur Verfügung. «Ein Vorgesetzter kann somit Veränderungen in den Abwesenheiten der Mitarbeitenden relativ schnell erkennen», so Brunner. Oft beginne der Krankheitsprozess nämlich schleichend: «Der Mitarbeitende fehlt zunächst nur wenige Tage, diese häufen sich mit der Zeit, die Absenzen werden länger und vor allem ziehen sich die Regenerationsphasen in die Länge.»

«Mit Prävention lassen sich bis zu drei Prozent der Lohnsumme einsparen.»

Durch das betriebliche Gesundheits- und Absenzmanagement könnten nicht zuletzt ein bis drei Prozent der Lohnsumme in einem KMU eingespart werden. «Gerade in KMU, die nicht grosse personelle Kapazitäten aufweisen und in der Regel keine Personalabteilungen haben, ist das Absenzmanagement durch den Vorgesetzten enorm wichtig», sagt Brunner. Ein Krankheitsfall könne nämlich rasch zu hohen Kosten für KMU führen. «Die Faustregel lautet: Wenn ein Mitarbeitender nicht innerhalb von 30 Tagen zur Arbeitsstelle zurückkehrt, liegt diese Wahrscheinlichkeit lediglich noch bei 50 Prozent.» Kündigungen seien deshalb keine Lösung. Treten bei einem Mitarbeitenden negative Veränderungen ein, nehme die Qualität der Arbeit ab, gebe es häufiger Reklamationen. Habe ein Schicksalsschlag im familiären Umfeld stattgefunden, müsse man dies thematisieren, stellt Brunner fest. «Betriebliches Gesundheits- und Absenzmanagement für KMU empfiehlt und lohnt sich deshalb grundsätzlich immer.»

Stéphanie Jenzer

Informationen

active care ag

Die active care ag wurde im Jahr 2006 gegründet und ist seit dem Jahr 2009 ISO 9001:2008 zertifiziert. In der gesamten Schweiz betreut das grösste unabhängige Dienstleistungsunternehmen im Bereich Betriebliches Gesundheits- und Absenzmanagement rund 3000 Unternehmen mit insgesamt 40 000 Mitarbeitenden. Ab Oktober 2014 bietet die active care ag ein webbasiertes Zeiterfassungs- und Absenzenmanagement an.