Publiziert am: 06.02.2015

Interessante Alternative für KMU

LEASING – Im Ausland finanzieren Gewerbe und Industrie seit Jahren über 25 Prozent ihrer Investitionen mittels Leasing. In der Schweiz liegt die Quote bei rund der Hälfte. Doch die Bedeutung nimmt auch hierzulande stetig zu.

Am Anfang steht der Investitionsentscheid – der wichtigste Schritt überhaupt. Der Unternehmer muss sich über die Notwendigkeit, Wirtschaftlichkeit und den Zeitpunkt einer Investition Gedanken machen und einen Entscheid fällen. Erst dann folgt die Frage nach der geeigneten Finanzierung. Leasing ist für jedes Unternehmen, das aufgrund seiner Bonität die Voraussetzungen für eine klassische Bankfinanzierung erfüllt, eine prüfenswerte Alternative. Denn Leasing schont die Liquidität und das Unternehmen wahrt seine finanzielle Handlungsfähigkeit. Dabei ist die Bonität ein zentrales Kriterium. Auf den Punkt gebracht: Ein Unternehmen mit guter Bonität kann fast alles leasen; ein Unternehmen mit tiefer Bonität wird dagegen auch Topobjekte kaum über Leasing finanzieren können.

Bewegliche Objekte im Fokus

Grundsätzlich können alle Investitionsgüter, die mobil sind oder sich ohne Zerstörung demontieren lassen, mittels Leasing finanziert werden – von Maschinen und Anlagen über Fahrzeuge bis zu Bürogeräten und Praxiseinrichtungen. Nicht jedes Leasingobjekt hat die gleiche Werthaltigkeit. Diese Unterschiede werden auch in der Preisbildung berücksichtigt. Um die Werthaltigkeit zu ermitteln, werden Kriterien wie Lebensdauer, Unterhaltskosten, technischer Lebenszyklus, Marktnachfrage, Einsetzbarkeit und Wiederverkäuflichkeit beurteilt. Das vom Leasingnehmer genutzte Objekt ist Eigentum der Leasinggesellschaft. Schadenfälle müssen durch entsprechende Versicherungen abgedeckt werden.

Geschäft zwischen drei Parteien

Der klassische Leasingvertrag ist ein Dreiparteiengeschäft zwischen Leasingnehmer (Benützer des Leasingobjektes), Leasinggeber (Leasinggesellschaft) und dem Lieferanten.

Der Leasingnehmer trifft nach dem Investitionsentscheid eine konkrete Wahl für ein Produkt und den entsprechenden Lieferanten. Spätestens zu diesem Zeitpunkt kann auf der Grundlage der Offerte oder Auftragsbestätigung ein konkretes Finanzierungsangebot eingeholt werden. Im Zeitpunkt der Objektübernahme bestätigt der Leasingnehmer die Funktion und Qualität der Leasingsache gegenüber der Leasinggesellschaft, die den Lieferanten bezahlt und den Leasingvertrag in Kraft setzt.

Leasing zahlt sich aus

Die Bonität des Unternehmens, die Vertragslaufzeit und die Werthaltigkeit des Objekts bestimmen zusammen die Höhe des Zinssatzes. Da beim Leasing im Unterschied zum Investitionskredit die Leasinggesellschaft das Eigentum am finanzierten Objekt hat, resultiert oft ein Preisvorteil.

Leasingzahlungen enthalten immer sowohl einen Zins- als auch einen Amortisationsteil. Ein grosser Vorteil ist, dass diese Raten für die ganze Laufzeit fixiert und damit planbar sind. Im Normalfall haben Leasingverträge eine feste Laufzeit von 24 bis 72 Monaten und die Ratenzahlung erfolgt monatlich. Diese Regelung ist zweckmässig, wenn die Erträge ebenfalls linear und regelmässig anfallen. Leasing basiert unter anderem auf der Idee: «Zahle entlang deiner Erträge.» Um saisonale Effekte auszugleichen, kann der Zahlungsrhythmus auf die Einnahmenflüsse abgestimmt werden. Eine weitere Flexibilität in der Vertragsausgestaltung sind längere Laufzeiten für langlebige Güter.

Gerade in der aktuellen Tiefzinsphase erlaubt ein Leasinggeschäft die Anbindung von interessant tiefen Zinskonditionen. Vorhandene Liquidität kann als Polster geschont und später, in einem höheren Zinsumfeld, für einen Kauf eingesetzt werden.

Oliver Schärli,

Leiter Investitionsgüterleasing,
Zürcher Kantonalbank

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