Publiziert am: 05.10.2018

ISO 20022 bald eingeführt

ZAHLUNGSVERKEHR – Über 80 Prozent der Unternehmen hatten Ende Juni bereits auf ISO 20022 umgestellt. 
In den nächsten Monaten werden die letzten Umstellungslücken geschlossen und die Arbeiten für die 
QR-Rechnung vorangetrieben. Sie ersetzt alle Einzahlungsscheine und soll ab 30. Juni 2020 genutzt werden.

Der digitale Wandel bewegt alle und ganz besonders die Wirtschaft. Er verändert von der Produktion über den Verkauf, den Kundendialog und die Administration sämtliche Geschäftsabläufe eines Unternehmens. Im Hintergrund werden etablierte Prozesse digitalisiert und effizienter gestaltet. So verhält es sich auch beim Zahlungsverkehr. Er wird harmonisiert und neuen Marktanforderungen angepasst. Die KMU haben in den letzten Monaten einen wesentlichen Beitrag geleistet, damit das für die Schweiz wichtige Infrastrukturvorhaben gelingt. Sie waren gefordert, ihre Buchhaltungssoftware auf den neuen Standard ISO 20022 anzupassen. Bereits über 80 Prozent haben Ende Juni zusammen mit Softwareunternehmen und Banken die Umstellung abgeschlossen. Das zeigt eine von SIX durchgeführte Umfrage bei Banken. Die restlichen Unternehmen sind aufgefordert, bis Ende Jahr nachzuziehen – und das aus guten Gründen.

Vorteile ISO 20022

ISO 20022 hat sich in den letzten Monaten als Grundlage für die ­Optimierung wesentlicher Finanzabläufe erwiesen, wie eine beim Forschungsunternehmen gfs.bern in Auftrag gegebene repräsentative Umfrage bei Schweizer Unternehmen, Verwaltungsstellen und Vereinen belegt. 60 Prozent der Organisationen verbinden die Standardisierung des Zahlungsverkehrs mit Vorteilen. Dieser Wert steigt auf deutlich über 70 Prozent, je regelmässiger und häufiger Zahlungen getätigt werden und je weiter man im Umstellungsprozess vorangeschritten ist. Zu den meistgenannten Vorteilen zählen eine tiefere Fehleranfälligkeit durch die Verwendung der IBAN, die Digitalisierung der Geschäftsprozesse sowie die Vereinfachung von Ausland- und Inlandzahlungen. Organisationen, die bereits auf der Basis von ISO 20022 arbeiten, nehmen die Vorteile deutlicher wahr als Organisationen, die die Umstellung noch nicht abgeschlossen haben. Das lässt den Schluss zu, dass sich ISO 20022 im Geschäftsalltag bewährt.

Lücken schliessen

Es ist wichtig, dass bis Ende 2018 alle Firmenkunden die Umstellung auf ISO 20022 abgeschlossen haben. Der bisherige Standard DTA wird seit Anfang Juli nicht mehr von SIX unterstützt, weiterentwickelt und dokumentiert. Wer noch mit DTA arbeitet, muss damit rechnen, dass Zahlungsaufträge von den Finanzinstituten nicht mehr entgegengenommen werden und es zu manuellem Mehraufwand und Zeitverlust kommt. Es liegt in der Verantwortung jedes Unternehmens, die Umstellung zusammen mit dem Softwareunternehmen und der Bank ­termingerecht abzuschliessen. Ohne flächendeckende Umstellung kann die QR-Rechnung nicht eingeführt werden. Sie wird bereits heute als wesentlicher Bestandteil eines digitalen Zahlungsverkehrs wahrgenommen und ersetzt ab 30. Juni 2020 alle bisherigen Einzahlungsscheine.

Vorbereitung QR-Rechnung

Gemäss gfs.bern-Umfrage, die im Frühling durchgeführt wurde, haben 70 Prozent der befragten Organisationen von der QR-Rechnung gehört, rund 60 Prozent attestieren ihr schon vor der Einführung nur oder eher Vorteile. Dazu zählen eine tiefere Fehleranfälligkeit, verbunden mit einer höheren Effizienz, und vereinfachtes Zahlen über mobile End­geräte. Rund ein Drittel hat sich noch kein Urteil gebildet. Nur 10% verbinden damit Nachteile wie fehlende Benutzerfreundlichkeit für bestimmte Personengruppen, Umstellungskosten oder Probleme beim Einlesen des QR-Codes.

Anforderungen beachten

Da die QR-Rechnung alle Unternehmen, staatlichen Einrichtungen und Non-Profit-Organisationen sowie ­alle Schweizer Konsumentinnen und Konsumenten betrifft, will der Finanzplatz die bisherigen Erfahrungen und insbesondere die Marktrückmeldungen zur Ausgestaltung der QR-Rechnung in die nächste Etappe einbringen. Vom 31. Juli bis 23. September 2018 wurde dazu ein Konsultationsverfahren durchgeführt. Die bisher eingegangenen ­Änderungsvorschläge betreffen unter anderem Informationen, die der Rechnungssteller im QR-Code mitliefern kann, und die papierbasierte Abwicklung der QR-Rechnung am Postschalter und bei den Postagenturen. Der Finanzplatz geht davon aus, dass die Änderungsvorschläge positiv vom Markt aufgenommen werden und die ersten ­QR-Rechnungen ab 30. Juni 2020 genutzt werden können. Über den Ausgang des Konsultationsverfahrens wird im November orientiert.

Maya Bertossa

IBAN

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